Kommentar von Peter Küssner, Cubeware

Die Zukunft der Cloud ist hybrid

| Autor / Redakteur: Peter Küssner / Nico Litzel

Der Autor: Peter Küssner ist Geschäftsführer von Cubeware
Der Autor: Peter Küssner ist Geschäftsführer von Cubeware (Bild: Cubeware)

Alle reden von Cloud Computing. Auch im Bereich Business Intelligence ist das Thema in aller Munde. Es gibt immer mehr Unternehmen, die Cloud-Dienste nutzen. Ein großer Teil der Firmen steht dieser Möglichkeit jedoch nach wie vor skeptisch gegenüber und halten an On-premises-Lösungen fest. Doch die Devise sollte vielmehr lauten: das eine tun und das andere nicht lassen.

Schauen wir uns auf dem Cloud-Markt um, so sind die Marketing-Versprechen durchaus bestechend:

  • Die Cloud ist immer günstiger, da Unternehmen nur das zahlen, was sie tatsächlich in Anspruch nehmen.
  • Cloud-BI ist flexibler in der Handhabung und Skalierbarkeit.
  • Self-Service ist nur in der Cloud möglich.
  • Nutzer können ganz problemlos immer und von überall auf die Cloud zugreifen.

Doch was ist eigentlich die Cloud? Und warum nutzt nicht schon jedes Unternehmen nur die Cloud, wo sie doch scheinbar so viele Vorteile bringt? Hier lohnt sich ein genauerer Blick, denn Cloud ist nicht gleich Cloud – es gibt sie private, public oder hybrid. Im Bereich Cloud-Services kommt hinzu, dass sie als IaaS, PaaS oder SaaS genutzt werden können. Heißt: Hinter der Cloud und damit auch Cloud-BI verbergen sich vielfältige Konzepte und Modelle, die durchaus auch in unterschiedlicher Kombination zu betrachten sind.

Wenn in der Regel von der Cloud gesprochen wird, ist von der Endausbaustufe – einer SaaS-Lösung – die Rede. Aus diesem Grund vergleichen wir im weiteren Verlauf des Artikels Cloud-BI als SaaS vs. BI als On-premises-Lösungen.

Vorteile von On-premises-Anwendungen

Natürlich haben Cloud-Services einige Vorteile, wie die Skalierbarkeit, den ortsunabhängigen Zugriff oder die schnelle Bereitstellung. Trotzdem haben On-premises-Lösungen im Bereich BI noch lange nicht ausgedient. Denn der lokale Betrieb hat ebenfalls seine Vorteile. Er lässt sich beispielsweise besser an individuelle Kundenbedürfnisse anpassen als ein Cloud-Service, der auf einem Baukastensystem basiert und über Standard-Funktionalitäten verfügt. Auch sind Unternehmen bei lokalen Lösungen nicht von der Bandbreite abhängig, die bei Cloud-BI potenzielle Probleme birgt. Zudem gibt es auch Unternehmen, denen die einmaligen Anschaffungs- und Implementierungskosten lieber sind als Gebühren, die jeden Monat für den Cloud-Anbieter fällig werden. Hinzu kommt, dass auf den gesamten Lebenszyklus eines Systems gesehen, die Total Cost of Ownership (TCO) der Cloud sogar höher sein kann.

Die größten Hindernisse: Sicherheit und Compliance

Eine der größten Barrieren für einen Umzug in die Cloud ist nach wie vor die Datensicherheit. Eine On-premises-Lösung gewährt Unternehmen die Kontrolle über ihre Daten. Hinzu kommt: Wenn ein Data Leak eintritt, gehen in der Cloud mehr Informationen verloren als auf einem einzelnen Computer. Allerdings ist hier zu erwähnen, dass Cloud-Betreiber großen Wert auf streng geregelte und zertifizierte Security-Standards legen.

Während das Thema Datensicherheit omnipräsent ist, gerät ein mindestens genauso wichtiger Aspekt oft in Vergessenheit: Compliance. Zunehmend müssen sich Unternehmen, die als Lieferanten tätig sind oder mit Partnern zusammenarbeiten, an strenge regulatorische Anforderungen im Umgang mit Daten halten. Sie müssen beispielsweise immer genau nachweisen können, wo sich Daten befinden. Bei einer On-premises-Anwendung oder in der Private Cloud sind diese einfach zu verorten. Würden Unternehmen sich hier aber für eine Public Cloud entscheiden, müssten sie dafür Sorge tragen, dass der Verbleib von sensiblen Daten dokumentiert wird.

Hybride Lösungen: das Beste aus zwei Welten

Die Frage, ob nun On-premises oder Cloud-BI besser ist, lässt sich nicht einfach beantworten. Die Entscheidung hängt von vielen Faktoren ab: der Art des Unternehmens, der Branche, dem individuellen Sicherheitsbedürfnis – und natürlich auch von den Daten. Doch es muss nicht immer eine Entweder-oder-Entscheidung sein. Hybride Lösungen können den Spagat schaffen und die Vorteile beider Welten miteinander in Einklang bringen: Hier können Unternehmen Cloud-Services und stationäre IT genau nach ihren Bedürfnissen kombinieren.

Gerade im Bereich der Public Cloud hängt der Einsatzbereich stark von der Betriebsart ab: SaaS-Anwendungen sind für Nutzer geeignet, denen ein Standard-Feature-Set ausreicht, da Customizing-Effekte oft durch Updates wieder verloren gehen. IaaS ist vor allem für skalierbare Datenbanken, virtuelle private Netzwerke, Big Data Analytics oder Machine Learning sinnvoll. Mit PaaS können Entwickler Tests und Implementierung von Anwendungen beschleunigen.

Mit hybriden Cloud-Lösungen können sich Unternehmen ihren individuellen Mix aus Sicherheit und Flexibilität selbst zusammenstellen. Unternehmenskritische Daten, etwa aus der Buchhaltung, können sowohl im eigenen Rechenzentrum als auch in einer Private-Cloud-Umgebung bleiben. Für Marketing- und Vertriebsdaten, die ohnehin schon in der Cloud entstehen, lässt sich besser die Public Cloud nutzen. Entwicklungs- und Testsysteme kommen idealerweise aus der Cloud, da sie sich ohne Hard- und Software-Voraussetzungen realisieren und für unterschiedliche Systeme testen lassen. Hybride Systeme werden so beiden Realitäten gerecht und haben den Vorteil, dass die Daten nicht erst ressourcenintensiv von einem Paradigma in das andere überführt werden müssen. Je nach Anforderung des Kunden sollte der Anteil an Cloud-Technologien variieren.

Basis für erfolgreiche Hybrid-Modelle

Letztlich ist die Entscheidung, wie viel Cloud-BI-Services genutzt werden, auch eine Frage der notwendigen Voraussetzungen: Um Cloud-Dienste optimal einsetzen zu können, sollten Unternehmen zunächst ihre Hausaufgaben in Sachen Datenmanagement und -modellierung, Data Governance und Distribution machen. Diese organisatorisch-konzeptionellen und technischen Aspekte stellen den weitaus größeren und aufwendigeren Teil einer BI-Initiative dar. Erst wenn die Grundlagen für die Auswertung geschaffen sind, etwa die Sicherung der Qualität und Konsistenz der Daten über die gesamte Prozesskette hinweg, lassen sich moderne Analysemethoden und -tools sinnvoll anwenden.

Um das passende Hybrid-Modell zu finden, sollten Unternehmen sich mit dem Thema differenziert auseinandersetzen und zunächst mit einer Cloud-Testinstanz starten. So können neue Features getestet werden. Gleichzeitig läuft der Betrieb ungestört weiter. Dadurch können Unternehmen prüfen, ob der gewählte Cloud-Service ihren Ansprüchen gerecht wird. Wer Business Intelligence erfolgreich einsetzen möchte, muss sich ein ganz persönliches Paket schnüren. Denn es gibt sie: Anwendungsfälle sowohl für On-Premise-BI als auch für Cloud-BI als SaaS.

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