Freiheit von Unternehmensdaten

Die richtige Datenstrategie im Cloud-Zeitalter

| Autor / Redakteur: Billy Bosworth* / Florian Karlstetter

Fünf Richtlinien, an denen sich Unternehmen im Umgang mit der Cloud orientieren sollten, zusammengetragen von Billy Bosworth von DataStax.
Fünf Richtlinien, an denen sich Unternehmen im Umgang mit der Cloud orientieren sollten, zusammengetragen von Billy Bosworth von DataStax. (Bild: gemeinfrei (geralt / pixabay) / CC0)

In fast jedem Bereich der Tech-Welt stoßen wir mittlerweile auf Cloud-Lösungen. Cloud-Anwendungen, Marketing-Clouds, Service-Clouds, CRM-Clouds und Cloud Computing sind nur einige Beispiele für dieses Phänomen. Seit den Anfängen des World Wide Web hat keine Technologie so schnell so tiefe Spuren hinterlassen. Dies hat auch Auswirkungen auf die richtige Datenstrategie.

Wie zu Beginn des Web-Zeitalters vor wenigen Jahrzehnten stehen wir auch jetzt vor einer langfristigen, allumfassenden und transformativen (oder, in der Sprache des Silicon Valley, disruptiven) Entwicklung. Sowohl im B2B- als auch im B2C-Sektor haben die Kunden radikal neue (und vielleicht überzogene) Erwartungen an Anpassung, Personalisierung, Intelligenz, Geschwindigkeit und Agilität, Erwartungen, die angesichts der anhaltenden Entwicklung und Beschleunigung von Funktionen und Reaktionszeiten durch die Cloud keinesfalls geringer werden.

Ein Blick auf die Unternehmen zeigt, dass sie sich bei weitem nicht schnell genug an die neuen Realitäten anpassen:

  • Der Umstieg in die Cloud ist unvermeidbar und erlaubt keine weitere Verzögerung.
  • Traditionelle Ansätze für das Management von Daten sind für die Right-Now-Ökonomie nicht mehr geeignet; dies gilt sowohl für das B2C- als auch für das B2B-Geschäft.
  • Neue Vorschriften für mehr Verbraucherschutz führen zu drastisch steigender Komplexität.
  • Einige wenige Technologie-Titanen kontrollieren in zunehmendem Maße einen Großteil der Cloud-Ressourcen und schüren in nahezu allen Branchen die Sorge um wachsenden Wettbewerb.

Datenmanagement im Wandel

Obwohl allerorten lauthals über die Auswirkungen der Cloud auf Kundenerfahrung und Unternehmensoptimierung debattiert wird, machen die meisten Beteiligten zwei schwerwiegende Fehler, wenn sie Überlegungen zum Data Layer anstellen, der doch das Fundament der gesamten Cloud bildet. Sie gehen entweder davon aus, dass eine Cloud-Applikation auf den Datenbanken und Ansätzen des Datenmanagements der Vergangenheit aufbauen kann. Oder sie hoffen, dass ein famoses neues Cloud-Angebot mit einem bunten Strauß von „As a Service“-Optionen auf wundersame Weise die ebenso komplexen wie vielfältigen Datenbankanforderungen lösen wird, von denen jeder Erfolg in der Cloud letztendlich abhängt. Beide Annahmen enden zwangsläufig im Desaster. Die Cloud erfordert neue Herangehensweisen an Daten, nicht mehr und nicht weniger.

Zusätzlich zum Stresstest, den die Cloud den Unternehmensinfrastrukturen weltweit auferlegt, bringen neue Verbraucherschutzgesetze noch mehr Komplexität ins Spiel. Man denke nur an die kürzlich in Kraft getretene DSGVO. Wenn Sie in den vergangenen Wochen eine Flut an Datenschutz-Nachrichten von Anwendungen und Anbietern erhalten haben (selbst wenn es sich um den Online-Blumenlieferanten handelt, bei dem sie vor vielen Jahren einmal einen Muttertagsstrauß bestellt haben), konnten Sie aus erster Hand erleben, was die DSGVO für Sie als Bürger und Konsument bedeutet.

Nicht zuletzt gibt auch der Siegeszug der Technologie-Giganten Anlass für Sorgen (oder zumindest für ernsthafte Gedanken), die sich jedes Unternehmen machen sollte, das für seine Wettbewerbsfähigkeit auf die Public Cloud angewiesen ist. Handel, Finanzdienstleister, Hotelketten, Automobilhersteller und sogar IT-Beratungsfirmen – schlicht jede Branche in jedem Winkel der Erde – wechseln in Windeseile in die Cloud und nutzen dabei nur allzu häufig die Plattform eines realen oder potenziellen Konkurrenten. In einer Welt, wo jeder Einkauf Ihr geschäftliches Ende einläuten könnte, gewinnt der Rechtsgrundsatz „Gewährleistungs- und Haftungsausschluss“ eine völlig unerwartete Bedeutung.

Aufbau einer neuen Dateninfrastruktur

Billy Bosworth ist CEO bei DataStax.
Billy Bosworth ist CEO bei DataStax. (Bild: DataStax)

Hier bei DataStax meinen wir, dass dieses Szenario ein neues Paradigma darstellt, das die Infrastruktur für das Managen von Daten in den Unternehmen bestimmt. Als Folge dessen sind die Unternehmen aufgefordert, genau zu durchdenken, wie Anwendungen entworfen und auf einer neuen Dateninfrastruktur aufgebaut werden sollten. Vielleicht am allerwichtigsten ist aber Folgendes: Heute getroffene Entscheidungen zur Datenstrategie wirken sich nicht nur auf aktuelle Implementierungen aus, sondern beeinflussen auch die langfristige Konkurrenzfähigkeit global agierender Unternehmen.

Um ihnen bei diesen schwierigen, aber unausweichlichen Entscheidungen Hilfestellung zu leisten, haben wir fünf zentrale Forderungen für die Freiheit von Unternehmensdaten formuliert. Sie sind unserer Ansicht nach essenziell, um einen gesunden sektorinternen und sektorübergreifenden Wettbewerb sicherzustellen, die Vorteile der Cloud zu stärken und zugleich ihr Potenzial für schädliche monopolistische bzw. oligarchische Strukturen abzumildern sowie die Interessen der Verbraucher durch Auswahlmöglichkeiten und Innovationen zu schützen, die nur dann verfügbar sind, wenn viele Unternehmen ihre Produkte und Dienstleistungen in einer dynamischen Ökonomie zur Auswahl stellen.

Von unseren Unternehmenskunden hören wir immer wieder, dass sie von ihren Dateninvestitionen innerhalb einer möglichst kurzen Zeit und mit einem möglichst geringen Risiko ein möglichst gutes Resultat erwarten. Wir glauben fest daran, dass die fünf Forderungen für die Freiheit von Unternehmensdaten eine entscheidende Voraussetzung dafür sind, dass diese Erwartung erfüllt werden kann.

Die fünf DataStax-Forderungen für die Freiheit von Unternehmensdaten

  • 1. Freiheit für maximale Agilität: Agilität bedeutet nichts anderes als Anpassungsfähigkeit, sowohl heute als auch in der Zukunft. Unternehmen sollten die volle Kontrolle über ihren Anwendungsstack haben, ob on-premise, in Hybrid Clouds oder über mehrere Clouds hinweg. Nur so können sie die jeweils besten Features eines Cloud-Typs nutzen wie beispielsweise neue KI- und ML-Funktionen. Auf lange Frist gesehen reduziert dies die Komplexität des Managements und senkt die Risiken. Als weiteren Pluspunkt erhalten die Unternehmen mit diesem Technologie- und Investitionsansatz eine zukunftssichere IT-Infrastruktur, mit der sich Legacy-Anwendungen länger nutzen und neue Technologien jederzeit einbinden lassen.
  • 2. Freiheit von Lock-in-Effekten. Unternehmen sollten in der Lage sein, für die verschiedensten Anforderungen die für sie besten Cloud- und Datenbankpartner auswählen zu können, und zwar auch dann, wenn sich Markt- und Konkurrenzsituationen geändert haben. Kein Unternehmen sollte an die Cloud- oder Datenbankinfrastruktur eines Anbieters gefesselt sein, der nicht mehr seinen Geschäftsanforderungen entspricht.
  • 3. Freiheit des sofortigen Datenzugriffs. Anwendungen müssen immer und überall mit höchster Geschwindigkeit zur Verfügung stehen. Hybrid- und Multi-Cloud-Implementierungen haben viele Vorteile; heterogene Datenbankumgebungen gehören definitiv nicht dazu. Sie führen zu den sattsam bekannten Datensilos der Vergangenheit und verursachen womöglich hohe Kosten für den Datentransfer. Unabhängig davon, wie das Management der Daten betrieben wird, sollten Unternehmen erwarten, dass ihre Anwendungen die Daten konsistent und schnell in relevante Erkenntnisse umwandeln können. Egal, ob sie eine On-premise-, Hybrid- oder Multi-Cloud-Umgebung gewählt haben.
  • 4. Freiheit für maximalen Datenschutz. Unternehmen sollten davon ausgehen können, dass die Cloud- und Datenbankanbieter, mit denen sie zusammenarbeiten, ihre Daten mit den bestmöglichen Sicherheitsvorkehrungen schützen. Jede potenzielle Verletzung des Datenschutzes muss unverzüglich und proaktiv gemeldet werden. Darüber hinaus sollten Cloud- und Datenbankpartner an Datenschutzinitiativen wie dem Cybersecurity Tech Accord teilnehmen.
  • 5. Freiheit von nachteiliger Regulierung in Form von inkonsistenten, globalen Vorschriften und Anforderungen an die Datenlokalisierung. Im Interesse der Unternehmen müssen Gesetze und Vorschriften zum Schutz von Verbraucherdaten so konsistent wie irgend möglich sein. Uneinheitliche Bestimmungen in den großen Volkswirtschaften sind ein regulatorischer Alptraum. Sie hemmen Innovationen, schädigen Unternehmen, die nicht über die personellen oder finanziellen Ressourcen für die Einhaltung der zahllosen Vorschriften verfügen, und bringen letzten Endes sogar Nachteile für die Verbraucher, die sie eigentlich schützen sollen. Ähnliches gilt für die Speicherung der Daten. Die Unternehmen wissen selbst am besten, wo sie ihre Daten speichern sollten, um die Anforderungen ihrer Kunden und den Schutz von deren (und ihren eigenen) Daten zu gewährleisten. Regierungen sollten deshalb keine Vorschriften zur Datenlokalisierung erlassen, und die Unternehmen sollten alles in ihrer Macht stehende tun, um solche Beschränkungen zu verhindern.

Der Autor: Billy Bosworth ist CEO bei DataStax.

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