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Die Wolke wird erwachsen Cloud Computing als ganzheitliche Geschäftsstrategie

| Autor / Redakteur: Dr. Stefan Bucher * / Florian Karlstetter

Aus welchen Komponenten besteht eine Cloud idealerweise? Was müssen Kunden beachten, wenn sie ihre Daten und IT-Infrastruktur in die Cloud übertragen wollen? Und welche Rolle spielt dabei die Sicherheit? Um diese und andere Fragen zu beantworten, sollten Anbieter und Kunden gemeinsam eine maßgeschneiderte Strategie entwickeln. Ein Exkurs.

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Die wesentlichen Elemente von Cloud Computing – Vergleich NIST (links) und die erweiterten Komponenten von T-Systems.
Die wesentlichen Elemente von Cloud Computing – Vergleich NIST (links) und die erweiterten Komponenten von T-Systems.
(Bild: T-Systems)

Viele Unternehmen zögern noch, ihre Plattformen, Infrastrukturen oder Anwendungen in die Cloud auszulagern. Sie tun sich schwer damit, den am besten geeigneten Cloud-Service auszuwählen. Dies liegt vielleicht auch daran, dass Cloud Computing aus einer Vielzahl von Bausteinen besteht und dass Provider, Analysten und Marktspezialisten diese Elemente unterschiedlich stark fokussieren – je nach Schwerpunkt. So konzentrieren sich manche Experten auf Dienstleistungen oder Ressourcen, die über das Internet gemietet werden können, andere heben die der Cloud zugrundeliegende IT-Infrastruktur hervor.

Eine dritte Definition des Begriffs umfasst nur Software as a Service (SaaS) und Utility Computing, eine vierte wiederum Netz-, Rechen- und Speicherressourcen, Verträge mit Zulieferern sowie weitere Komponenten.

Diese Vielfalt erscheint auf den ersten Blick verwirrend, spiegelt aber gleichzeitig den Vorteil von Cloud Computing wider. Denn die Elemente der Wolke sind flexibel einsetzbar und können individuell an die Bedürfnisse des jeweiligen Unternehmens angepasst werden.

Gleichzeitig aber ist es unerlässlich, dass für die Diskussion zwischen Anbieter und Nutzer eine gemeinsame Grundlage existiert.Diese Grundlage schuf das US-amerikanische National Institute of Standards and Technology (NIST) 2009 mit einer ausführlichen, allgemein akzeptierten Definition: Das Institut definierte Cloud Computing „als ein Modell für einen problemlosen, auf Abruf verfügbaren Netzzugriff auf einen gemeinsamen Pool aus konfigurierbaren Rechenressourcen (z.B. Netze, Server, Speicher, Anwendungen und Dienste), der schnell bereitgestellt und mit geringfügigem Verwaltungsaufwand beziehungsweise minimalen Eingriffen durch den Dienstanbieter freigegeben werden kann“.

Im zweiten Teil der Definition beschreibt das Institut die notwendigen Elemente der Wolke: „Das Cloud-Modell besteht aus fünf wesentlichen Charakteristika, drei Servicekategorien und vier Nutzungsmodellen.“

Elemente der Wolke – die fünf wesentlichen Charakteristika

Laut NIST zeichnet sich Cloud Computing durch fünf wesentliche Eigenschaften aus:

  • On-Demand Self Service – Nutzer können die IT-Kapazitäten, die sie benötigen, selbständig ordern und einrichten – und das, wann immer sie wollen. So kann zum Beispiel Netzwerkspeicher über ein Portal bestellt werden. Vorteil: Der Anbieter muss in den Prozess nicht eingebunden werden.
  • Broad Network Access – Standardbasierter Netzzugriff von verschiedenen Endgeräten (z.B. Smartphones, Tablets, Laptops, PCs) aus. Nutzer können ihre Arbeit unabhängig von Standort und Zeit erledigen.
  • Resource Pooling – Ressourcen des Anbieters (z.B. Speicher oder Bandbreite) werden gebündelt, multimandantenfähig bereitgestellt und nach Bedarf zugewiesen. Vorteil: Der Nutzer erhält alle Ressourcen, inklusive Verwaltung, Business Continuity und technische Instandhaltung, ohne sich selbst aktiv darum kümmern zu müssen.
  • Rapid Elasticity – Kapazitäten sind schnell und dynamisch verfügbar und können je nach Bedarf skaliert werden. Bei erhöhtem Datenverkehr zum Beispiel können Nutzer sofort und automatisch über zusätzliche Ressourcen verfügen. Gleichzeitig werden Ressourcen und Investments verringert, sobald die Anforderungen sinken.
  • Measured Service – automatische Kontrolle und Optimierung der genutzten Ressourcen durch Metering, was Transparenz für Anbieter und Nutzer sicherstellt. Größter Vorteil hier ist, dass Kunden nur die Dienstleistungen bezahlen, die sie auch tatsächlich in Anspruch nehmen.

Ein Unternehmen, das diese Eigenschaften der Wolke noch weiter ausbaut, ist T-Systems. So hat das Unternehmen die Definition nach NIST in seinen Services um zusätzliche Komponenten erweitert, die nicht nur die Infrastruktur betreffen.

„Last Mile and Security“ bietet beispielsweise Funktionalitäten für die Kontrolle der Bandbreite und Sicherheit wie VPN. Diese sechste Komponente ist gerade für Cloud Computing im Businessumfeld wichtig, da ganzheitliche Cloud-Strategien zunehmend auf Geschäftsprozessen aufbauen – nicht nur auf der technischen Infrastruktur.

Konkret bedeutet dies, dass Kunden zunehmend einen ganzheitlichen Cloud Service fordern. Diese End-to-End-Dienstleistung setzt aber voraus, dass der Anbieter Sicherheit gewährleisten kann und die letzte Meile – oder den letzten Abschnitt der ICT-Leitung – kontrolliert. Außerdem müssen angemessene Service Level Agreements (SLA) mit dem Kunden vereinbart werden. Diese SLA werden individuell dem jeweiligen Cloud Service angepasst, je nach Komplexität und benötigten Dienstleistungen.

Mit „Measured Service“ bietet T-Systems im erweiterten Cloud-Modell zudem „Pay per Demand“. Kunden können auswählen, wie die Dienste abgerechnet werden: nach bestellten Diensten, tatsächlich genutzten Diensten oder mit einer Flat-Fee-Rate pro Monat, Quartal oder Jahr.

Darüber hinaus wird „Rapid Elasticity“ auf „Virtualization“ und „Multi Tenancy“ verteilt. Das heißt, dass alle Dienste auf virtualisierten Hard- und Softwareumgebungen beruhen. Gleichzeitig nutzen voneinander abgeschirmte Kunden die Anwendungen, Plattformen und Infrastruktur gemeinsam. Hier spielt die Sicherheit eine große Rolle, da gewährleistet sein muss, dass ein Unternehmen nicht auf die Ressourcen und Daten eines anderen zugreifen kann.

„Resource Pooling“ schließlich umfasst ebenfalls Multi Tenancy sowie „Standardization“: Die Standardisierung ist Grundvoraussetzung für eine funktionierende Cloud, denn nur dadurch können eine automatische und schnelle Skalierbarkeit sowie eine Optimierung der Kostenersparnisse sichergestellt werden.

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