Hürden erfolgreich nehmen

Auf dem Weg in die Hybrid und Multi Cloud

| Autor / Redakteur: Dr. Martin Wunderli* / Florian Karlstetter

Auf dem Weg in die Hybrid und Multi Cloud: Hürden erfolgreich nehmen mit dem richtigen Partner an der Seite.
Auf dem Weg in die Hybrid und Multi Cloud: Hürden erfolgreich nehmen mit dem richtigen Partner an der Seite. (Bild: gemeinfrei (sasint / pixabay) / CC0)

Alles in die Public Cloud? Was die großen Cloud-Anbieter vor gut zehn Jahren als das neue Mantra der Unternehmens-IT propagiert haben, scheint in der Unternehmensrealität in dieser Form nie zu 100 Prozent angekommen zu sein. Zu groß ist die Angst, die physikalische Hoheit über die Daten komplett aus der Hand zu geben, zu vielschichtig sind die technischen Herausforderungen, die der Einsatz von Cloud-Anwendungen mit sich bringt.

Sowohl an den „emotionalen“ als auch an den technischen Rahmenbedingungen hat sich in den letzten Jahren nichts Wesentliches geändert. Laut des jährlich erhobenen Cloud-Monitor des ITK-Branchenverbands Bitkom nutzen in Deutschland zwar inzwischen zwei Drittel der Unternehmen Cloud-Produkte. Public-Cloud-Lösungen stehen jedoch knapp zwei Drittel der Nichtnutzer noch immer skeptisch gegenüber. Der Hauptgrund sind Sicherheitsbedenken. Technisch gesehen kommt man auch heute an der Frage nach der Abhängigkeit von der Konnektivität zu und zwischen den Cloud-Umgebungen nicht vorbei. Das heißt ausreichende Bandbreite, kurze Latenzzeiten, Hochverfügbarkeit sowie modernes Identity und Access Management sind weiterhin die Themen.

Hybrid Cloud und Multi Cloud anstatt alles in die öffentliche Wolke

Vor diesem Hintergrund erscheint es nahezu zwingend, dass sich Hybrid-Cloud- und Multi-Cloud-Strukturen entwickeln, da diese die bestehenden Rahmenbedingungen besser adressieren als reine One-Public-Cloud-Lösungen.

Die Hybrid Cloud bietet eine ähnlich hohe Flexibilität und vergleichbar günstige Kostenmodelle wie die Public Cloud, die Sicherheitsbedürfnisse können mit der Private Cloud abgedeckt werden. Den Vorteilen der Nutzung einer Hybrid Cloud stehen jedoch erhöhte Anforderungen im Hinblick auf Netzwerk, Sicherheit und Integrierbarkeit gegenüber. Durch die gleichzeitige Nutzung einer Private und einer Public Cloud sowie On-Premises-Anwendungen steigt naturgemäß die Komplexität der IT-Infrastruktur, das Management ist aufwändiger.

Nicht zu leugnen ist außerdem ein gewisses Sicherheitsrisiko, etwa in der Form, dass geschäftskritische Daten versehentlich im falschen Teil der Cloud gespeichert werden. Das Festlegen einer Sicherheitsstrategie, die einen End-to-End-Ansatz verfolgt und alle Geschäftsprozesse im Vorfeld ausführlich analysiert, ist daher unabdingbar.

Das Identity und Access Management als Verbindungsglied zwischen den diversen Clouds stellt eine weitere Herausforderung in der Hybrid-Cloud dar. Hier müssen On-Premises- und Cloud-Dienste für den Endanwender transparent miteinander verbunden sein − Stichwort Single-Sign-On. Gerade in der Einführungsphase stößt dies nicht immer auf Akzeptanz, hilfreich sind klare Governance-Strukturen.

Ergänzendes zum Thema
 
Über Trivadis

Zentral für den Erfolg einer Hybrid-Cloud ist auch das Umdenken beim Anwenderunternehmen von der reinen Bereitstellung beziehungsweise dem Management von Hardware und Software zu einem „As a Service“-Ansatz. Das gilt bei den Themen Procurement, Abrechnung und Governance gleichermaßen.

Selten ist eine einzige Cloud-Plattform geeignet, um mehrere unterschiedliche Anwendungsszenarien zu bedienen. Die Nutzung mehrerer Cloud-Services, zum Teil von unterschiedlichen Anbietern, ist inzwischen in vielen Unternehmen Realität. In der sogenannten Multi-Cloud treffen in der Regel verschiedenste Architekturen, Technologien und Betriebsmodelle aufeinander. Je unterschiedlicher diese beschaffen sind, desto komplexer wird die Orchestrierung. Egal ob technologische oder kaufmännische Komplexität, Datenintegration oder End-to-End-Security − das aktuelle Know-how vorzuhalten, sehen viele Unternehmen als große Hürde. Managed Services können hier Abhilfe schaffen.

Den Weg in die Hybrid- und Multi-Cloud mit einem erfahrenen Partner bestreiten

Unabhängig davon, ob Unternehmen auf eine Hybrid- oder Multi-Cloud oder eine Kombination aus beiden Modellen setzen: Für das Management komplexer Cloud-Umgebungen sowie die Orchestrierung und Integration verschiedener Services werden sie künftig verstärkt auf die Expertise externer Partner zugreifen. Dabei ist der Begriff „Partner“ wörtlich zu verstehen. Statt Auftragnehmer werden IT-Dienstleister zu Wissensvermittlern und Befähigern, wenn es um Cloud-Lösungen geht. Sie bieten oft schon eine ganzheitliche End-to-End-Betreuung bei der Cloud-Transition. Diese reicht von der strategischen Beratung und Planung über die Implementierung bis zu entsprechendem Training. Entsprechend seiner individuellen Bedürfnisse kann der Kunde das Angebot modular zusammenstellen. Besonders wichtig ist eine durchgängige Sicherheitsbetrachtung.

Grundlegende Fragen, wie beispielsweise, ob sich ein bestimmter Service überhaupt in einer Multi-Cloud-Umgebung realisieren lässt oder ob einzelne Services nur von einem Provider bezogen werden können, werden im Zuge eines systematischen Top-Down-Bottom-Up-Ansatzes bewertet. Auch beim essenziellen Thema Konnektivität können Kunden im gesamten Prozess − angefangen von der Ausgestaltung der Cloud-Connectivity-Strategie über die Auswahl eines passenden Providers bis zur Umsetzung und Integration in das bestehende Unternehmens-Netzwerk − auf die Expertise externer Partner setzen .

Unternehmen benötigten Leitplanken und Instrumente, mit denen sich die Vielfalt und Komplexität von Hybrid- und Multi-Clouds beherrschbar machen lassen. Ein wichtiges strategisches Instrument ist eine maßgeschneiderte Cloud-Policy, die den Umgang mit Cloud-Services im Unternehmen regelt. Ebenfalls hohe Bedeutung kommt einem zentralen Subscription- und Kosten-Management zu, das die Transparenz und Verrechnungsmöglichkeiten nach dem Verursacherprinzip jederzeit sicherstellt.

Ausblick: Die „hybride Multi-Cloud“

Auch wenn die IT-Neustrukturierung die Anwenderunternehmen vor nicht zu unterschätzende Herausforderungen stellt: hybride und multiple Cloud-Architekturen sind die favorisierten Deployment-Modelle der Zukunft. Dabei schließen sich Hybrid und Multi Cloud nicht aus. Allein, um einem Vendor-Lock-In so weit wie möglich zu entgehen, werden Unternehmen verstärkt einen Multi-Cloud-Ansatz fahren.

Da nicht alle Dienste in die Public Cloud wandern, wird dieser Ansatz hybrid ausgeprägt sein. Ein weiteres Argument für Multi-Cloud-Umgebungen ist sicherlich der Trend in Richtung SaaS, wenn Unternehmen den jeweils besten Service nutzen wollen. Eine zentrale Rolle wird dabei künftig der Cloud-Service-Broker spielen, der Cloud-Provider selbst dagegen wird immer weniger entscheidend.

Das Management von Hybrid- und Multi-Cloud-Umgebungen ist und bleibt komplex. Auch wenn Cloud-Lösungen unbestritten viele Vorteile besitzen, so müssen sie zum Unternehmen passen - oder für das Unternehmen passend gemacht werden. Ist man sich seiner Unternehmensziele bewusst und verwendet einen strukturierten Cloud-Ansatz, wird die Komplexität beherrschbar. Nicht zuletzt gibt es Dienstleister, die ihre Kunden auf allen Wegabschnitten in die und der Cloud begleiten.

Der Autor

Dr. Martin Wunderli, CTO von Trivadis.
Dr. Martin Wunderli, CTO von Trivadis. (Bild: Trivadis)

Dr. Martin Wunderli ist seit 2008 CTO der Trivadis. Er kam 1998 als Datenbankadministrator und Projektleiter zur Trivadis und zeichnete seit 2002 für das Trivadis Technology Center verantwortlich. Seit 2003 war er in der Rolle eines Solution Managers für das Oracle Portfolio der Trivadis verantwortlich. Als Partner ist Martin Wunderli seit 2002 an der Trivadis Gruppe beteiligt. Martin Wunderli hat von 1986-1991 an der ETH Zürich Informatik mit den Schwerpunkten Systemsoftware und Informationssysteme studiert und von 1992 bis 1996 am Institut für Informationssysteme der ETH Zürich promoviert. 2006 hat er das Mastering Technology Enterprise (MTE) Programm des International Institute for Management Development (IMD) in Lausanne absolviert.

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