Unternehmen sind nach Jahren einer rasanten digitalen Transformation auf eine Vielzahl von Cloud-Diensten und -Plattformen angewiesen sind. Untersuchungen zeigen, dass der Bedarf an Cloud-Sicherheitskompetenzen unter Cybersecurity-Fachkräften deutlich größer ist, als es der derzeitige Qualifikationspool abdecken kann.
Unternehmen müssen ihre Cloud-Sicherheitsstrategie an wachsende Multicloud- und Hybrid-Umgebungen anpassen sowie gezielt weiterbilden, um die Lücke bei Sicherheitskompetenzen zu schließen.
Eine Reihe von Faktoren – darunter wirtschaftlicher Druck, neue aufkommende Technologien und geopolitische Verwerfungen – haben Herausforderungen für Unternehmen geschaffen, die versuchen, die richtige Mischung an Fähigkeiten zu finden, zu entwickeln und zu halten, um ihre Cybersecurity-Anforderungen und -Probleme zu bewältigen. Cloud-Kompetenzen stehen dabei im Mittelpunkt dieser Herausforderung. Die ISC2 Cybersecurity Workforce Study von Ende 2025 hat dies verdeutlicht und gezeigt, dass Cloud-Computing-Sicherheit weltweit weiterhin zu den dringendsten benötigten Cybersecurity-Fähigkeiten gehört.
Mehr als ein Drittel der Befragten (36 %), die angaben, dass das Sicherheitsteam ihres Unternehmens mindestens einen Kompetenzbedarf hat, nannten Cloud-Computing-Sicherheit – an zweiter Stelle nach KI (41 %). Bemerkenswert ist, dass dies einen Anstieg von 6 Prozent gegenüber 2024 darstellt und zeigt, dass die Nachfrage nach Cloud-Sicherheitskompetenzen in Unternehmen wächst, obwohl Cloud-Dienste bereits fest in Unternehmensumgebungen verankert sind.
Die Cloud-Landschaft wächst und verändert sich
Cloud Computing hat sich im letzten Jahrzehnt rasant weiterentwickelt, und viele Unternehmen arbeiten heute in Multicloud-Umgebungen. Gleichzeitig entwickeln sich Cloud-Dienste weiter, während sich Unternehmen in unterschiedlichen Phasen der Cloud-Reife und -Adoption befinden. Dieser Trend dürfte anhalten: Gartner prognostiziert, dass bis 2027 90 Prozent der Unternehmen einen Hybrid-Cloud-Ansatz verfolgen werden.
Dennoch zeigt die Forschung von ISC2, dass die Einsatzbereitschaft der Fachkräfte nicht im gleichen Tempo wächst. Etwas mehr als ein Drittel (34 %) der Cybersecurity-Fachkräfte gibt an, über fundierte Kenntnisse in Cloud-Computing-Sicherheit zu verfügen, während die Mehrheit (53 %) angibt, über gewisse Kenntnisse zu verfügen, und 13 Prozent angeben, keinerlei Kenntnisse in diesem Bereich zu haben.
Mit zunehmender Komplexität von Cloud-Umgebungen wird deren Absicherung anspruchsvoller – nicht einfacher. Das bedeutet, dass die weit verbreitete Nutzung von Cloud-Diensten weder Risiken reduziert noch den Bedarf an spezialisierten Cloud-Sicherheitskompetenzen verringert hat. Diese Dynamik erklärt, warum Cloud-Computing-Sicherheit Jahr für Jahr zu den wichtigsten gefragten Fähigkeiten zählt. Selbst wenn sich der Fokus auf neue Technologien wie künstliche Intelligenz (KI) ausweitet, sorgt die enge Verzahnung der Cloud mit diesen Produkten und Services dafür, dass Cloud-Kompetenzen weiterhin kritisch und zunehmend gefragt bleiben.
Gartner prognostiziert zudem, dass eine der dringendsten Herausforderungen im Bereich der generativen KI im kommenden Jahr darin bestehen wird, die Datensynchronisation in Hybrid-Cloud-Umgebungen zu verwalten und abzusichern. Dennoch zeigt die ISC2-Studie auch neue Chancen auf: 15 Prozent der Befragten glauben, dass KI-Sicherheitswerkzeuge einen positiven Einfluss auf die Cloud-Konfiguration haben werden, etwa durch Effizienzsteigerungen, Kostensenkungen und Unterstützung bei zeitaufwendigen Aufgaben.
HR-Manager vs. Fachkräfte: Wo sich die Perspektiven unterscheiden
Die ISC2 Cybersecurity Workforce Study vergleicht die Fähigkeiten, die HR-Manager suchen, mit denen, die Cybersecurity-Fachkräfte als besonders gefragt einschätzen. Die Ergebnisse zeigen eine deutliche Diskrepanz zwischen diesen beiden Perspektiven. Cloud-Sicherheit ist die wichtigste technische Fähigkeit, nach der HR-Manager suchen (29 %), während Cybersecurity-Fachkräfte sie auf Platz zwei der gefragtesten Fähigkeiten setzen (40 %) – direkt hinter künstlicher Intelligenz und Machine Learning (44 %).
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(Bild: Vogel IT-Medien)
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Das eBook „Multi Hybrid Cloud“ thematisiert die ganzheitliche Multi-Hybrid-Cloud-Sicherheitsstrategie, die sowohl Cloud-Services als auch interne IT-Infrastrukturen umfasst und den Schutz der Identitäten priorisiert.
Bei genauerer Betrachtung von Kompetenzbedarf und -angebot sowie der unterschiedlichen Einschätzungen von Einstellungsmanagern und Cybersecurity-Fachkräften vergleicht die Studie die konkreten Cloud-Sicherheitskompetenzen, nach denen HR-Manager suchen, mit denjenigen Cloud-Sicherheitsfähigkeiten, die Cybersecurity-Profis für besonders gefragt halten – insbesondere im Hinblick auf die berufliche Weiterentwicklung.
Obwohl in den grundlegenden Bereichen weitgehend Einigkeit besteht, zeigen sich einige bemerkenswerte Unterschiede. Cloud-Architektur und sicheres Design stehen bei beiden Gruppen an erster Stelle – genannt von 41 Prozent der HR-Manager und 50 Prozent der Cybersecurity-Fachkräfte. Das unterstreicht die gemeinsame Auffassung, dass sichere Cloud-Umgebungen von Anfang an entsprechend konzipiert werden müssen. Weitere Bereiche mit hoher Übereinstimmung – auch wenn sie nicht immer gleich gerankt sind – umfassen den Schutz von Cloud-Daten sowie rechtliche, Risiko- und Compliance-Aspekte in der Cloud, bei denen die Nachfrage sowohl bei Einstellungsmanagern als auch bei Fachkräften ähnlich ist.
Stand: 08.12.2025
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Unterschiede zeigen sich jedoch in mehreren Kompetenzfeldern. So legen HR-Manager größeren Wert auf Cloud-Sicherheitsbetrieb und Monitoring, während Cybersecurity-Fachkräfte eher die sichere Bereitstellung von Cloud-Lösungen und das Konfigurationsmanagement priorisieren. Auch Identity and Access Management (IAM) wird von Fachkräften höher bewertet als von HR-Managern, was auf einen stärkeren praxisorientierten Fokus auf identitätsbasierte Risiken in der Cloud hinweist.
Die Nachfrage nach Cloud-Sicherheitskompetenzen variiert je nach Unternehmensgröße. Cybersecurity-Fachkräfte in größeren Organisationen berichten häufiger, dass Cloud-Computing-Sicherheit ein Kompetenzbedarf ist, als Fachkräfte in kleineren Unternehmen.
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Abschließende Gedanken zur Cloud
Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass die Nachfrage nach Cloud-Sicherheitskompetenzen zwar steigt, die Einsatzbereitschaft der Fachkräfte jedoch noch nicht ausreicht, um mitzuhalten – eine Diskrepanz, die für HR-Manager weiterhin im Fokus steht. Diese Lücke könnte sich weiter vergrößern, da Unternehmen zunehmend Multicloud- und Hybrid-Umgebungen einführen, die immer mehr zum Standard werden und eng mit neuen Technologien wie KI verflochten sind.
Um diesen Herausforderungen wirksam zu begegnen, müssen Unternehmen einen gezielten Ansatz verfolgen, um ihre Cloud-Sicherheitsfähigkeiten aufzubauen und/oder zu stärken. Dazu gehören unter anderem:
Abstimmung der Einstellungsprioritäten auf sich verändernde Cloud-Risikoprofile, indem ermittelt wird, welche Cloud-Sicherheitskompetenzen basierend auf der aktuellen Cloud-Umgebung und dem Reifegrad des Unternehmens am wichtigsten sind.
Investitionen in gezielte Schulungen und Weiterbildungsmaßnahmen, um Sicherheitsteams in den besonders gefragten Bereichen weiterzuentwickeln – etwa sichere Cloud-Architektur und -Design, Datenschutz, IAM sowie Cloud-Sicherheitsbetrieb.
Ausstattung der Teams mit geeigneten Tools, einschließlich KI-gestützter Sicherheitslösungen, wo sinnvoll, um Effizienz zu steigern und die wachsende Größe und Komplexität von Multicloud- und Hybrid-Umgebungen besser zu bewältigen.
* Die Autorin Marinda Hamann ist Senior Manager, Global Research & Insights bei ISC2.