Airbus entscheidet sich für „Rise“ und souveräne Cloud SAP schließt überraschend viele Cloud-Verträge ab

Von dpa / Elke Witmer-Goßner 3 min Lesedauer

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Europas größter Softwarehersteller SAP kommt trotz widriger Bedingungen in der Weltwirtschaft gut voran mit dem Abschluss von Cloud-Aboverträgen. Der in den kommenden zwölf Monaten zu erwartende Umsatz mit diesen Verträgen legte bis Ende Juni im Jahresvergleich um 27 Prozent auf einen Stand von 22,9 Milliarden Euro zu und wächst somit schneller als im ersten Quartal.

Christian Klein, Vorstandsvorsitzender von SAP (hier bei der Kundenkonferenz Sapphire 2026), kann positive Cloud-Abschlüsse im zweiten Quartal vermelden sowie mit Airbus einen weiteren wichtigen Kunden für „Rise with SAP“ und die Sovereign Cloud.(Bild:  SAP SE)
Christian Klein, Vorstandsvorsitzender von SAP (hier bei der Kundenkonferenz Sapphire 2026), kann positive Cloud-Abschlüsse im zweiten Quartal vermelden sowie mit Airbus einen weiteren wichtigen Kunden für „Rise with SAP“ und die Sovereign Cloud.
(Bild: SAP SE)

Das Tempo der Nachfrage ließ bei den Anlegern verschmerzen, dass sich das operative Ergebnis im Quartal schwächer entwickelte als gedacht und SAP-Chef Christian Klein in dem Bereich wegen zweier Zukäufe auch die Jahresprognose senkte. Die in New York gehandelten Aktien-Hinterlegungsscheine von SAP gewannen nachbörslich deutlich.

Was der Konzernchef sagt

Klein führte das Abschneiden beim sogenannten Current Cloud Backlog, also dem kurzfristigen Cloud-Vertragsbestand, auf die Initiativen rund um Produkte mit künstlicher Intelligenz (KI) zurück. „Dieses Ergebnis wird durch unsere Strategie für das autonome Unternehmen gestützt, in deren Rahmen unsere SAP Autonomous Suite und SAP Business AI Platform auf große Resonanz stoßen“, sagte er laut Mitteilung.

Im Juli hatte SAP die Übernahmen von Dremio und Prior Labs abgeschlossen. Bei beiden kleineren Einheiten dürften im zweiten Halbjahr Verluste auflaufen, sagte Finanzchef Dominik Asam in einem Telefoncall mit Journalisten. Die Übernahmen seien auch der alleinige Grund für den beim Ergebnis geänderten Ausblick. So geht das Management beim um Sondereffekte bereinigten Ergebnis vor Zinsen und Steuern währungsbereinigt dieses Jahr nur noch von einem Wachstum zwischen 13 und 17 Prozent aus. Klein hatte zuvor 14 bis 18 Prozent anvisiert.

Was die Zahlen noch sagen

Im zweiten Quartal blieb SAP bei der Kennzahl zudem hinter den Erwartungen zurück, sie stieg um 7 Prozent auf 2,74 Milliarden Euro. Asam verwies unter anderem auf höhere Marketingkosten für die KI-Produktangebote. Unter dem Strich machte SAP mit 2,21 Milliarden Euro in den drei Monaten bis Ende Juni gut ein Viertel mehr Gewinn als ein Jahr zuvor.

Der Gesamtumsatz legte im zweiten Quartal im Jahresvergleich um 9 Prozent auf 9,88 Milliarden Euro zu. Darunter zog der Cloud-Umsatz unerwartet kräftig um 22 Prozent an. Bei den Umsatzkennzahlen sowie dem erwarteten Barmittelzufluss von rund 10 Milliarden Euro blieb das Unternehmen denn auch bei seinen Jahresprognosen. Allerdings unterstellt das Management dabei, dass es im Nahostkrieg bald eine Deeskalation gibt.

Airbus setzt auf „Rise with SAP“ und Sovereign Cloud

SAP stützt seinen positiven Ausblick mit der Ankündigung, dass Airbus zentrale Geschäftsprozesse künftig auf einer standardisierten und skalierbaren SAP-Plattform betreiben will. Dafür hat sich der europäische Flugzeugbauer für „Rise with SAP“ in Verbindung mit einem durchgängigen Sovereign-Cloud-Betriebsmodell entschieden.

Die Vereinbarung ist Ergebnis einer mehr als einjährigen Vorbereitung von Fach-, Technologie- und Betriebsteams beider Unternehmen. Die neue SAP-Umgebung soll Prozesse in Fertigung, Lieferkette, Finanzen und Kundenservice vereinfachen, harmonisieren und stärker integrieren. Davon sollen künftig mehr als 100.000 Airbus-Mitarbeitende profitieren.

Im Mittelpunkt steht ein sogenannter „Clean Core“-Ansatz, der die SAP-Landschaft modernisieren und den Einsatz neuer Funktionen erleichtern soll. Dazu zählen SAP Business AI, KI-Agenten, intelligente Automatisierung und datengetriebene Echtzeitprozesse. Die standardisierte Architektur soll Anwendungen, Daten und Geschäftsprozesse enger zusammenführen und Innovationen schneller skalierbar machen.

Das souveräne Cloud-Modell soll zugleich hohe Anforderungen an Sicherheit, Datenkontrolle, Resilienz und betriebliche Stabilität erfüllen. Damit will Airbus Cloud- und KI-Technologien nutzen, ohne die Kontrolle über geschäftskritische Prozesse aufzugeben. SAP bezeichnet die Zusammenarbeit als weiteren Meilenstein der langjährigen Partnerschaft. Sie verdeutliche, wie europäische Industrieunternehmen technologische Innovation mit digitaler Souveränität verbinden können. Der Schritt soll außerdem die Grundlage für agilere Abläufe und eine langfristig wettbewerbsfähige digitale Infrastruktur schaffen.

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