Toms Wochentipp: OpenAI beschleunigt Patchen anfälliger Software So lassen sich Schwachstellen mit KI-Modellen automatisiert schließen

Von Thomas Joos 2 min Lesedauer

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OpenAI weitet sein Cyber-Programm Daybreak aus und rückt das automatisierte Beheben von Schwachstellen in den Vordergrund. Codex Security, das Modell GPT-5.5-Cyber und die Open-Source-Initiative „Patch the Planet“ sollen Verteidiger vom reinen Auffinden zur schnellen Korrektur führen.

OpenAI erweitert Daybreak  und verbindet Codex Security, GPT-5.5-Cyber und „Patch the Planet“.(Bild: ©  putilov_denis - stock.adobe.com)
OpenAI erweitert Daybreak und verbindet Codex Security, GPT-5.5-Cyber und „Patch the Planet“.
(Bild: © putilov_denis - stock.adobe.com)

KI-Modelle finden Schwachstellen in großen Codebasen schneller, als Sicherheitsteams die Funde abarbeiten können. Das Beheben staut sich und bestimmt jetzt das Tempo der Absicherung. Mit dem erweiterten Programm Daybreak reagiert OpenAI darauf und stellt Verteidigern Modelle, Tools und Partnerstrukturen für den gesamten Korrekturablauf bereit.

Vom Fund zur getesteten Korrektur

Im Zentrum steht das aktualisierte Plugin Codex Security, das sich direkt mit der Entwicklungsumgebung verbindet. Es prüft den Code samt Bedrohungsmodell, erkennt mögliche Schwachstellen, beurteilt die Erreichbarkeit des betroffenen Codes, sammelt Belege, schlägt einen Patch vor und verifiziert das Ergebnis. Die Kontrolle über jede Änderung bleibt beim Menschen.

Seit der Cloud-Vorschau im März hat der Dienst nach Angaben von OpenAI über 30 Millionen Commits in mehr als 30.000 Codebasen gescannt. Menschliche Prüfer markierten dabei mehr als 70.000 Funde als behoben, rund 500.000 weitere stufte das System automatisch als erledigt ein.

GPT-5.5-Cyber für verifizierte Verteidiger

Die Vollversion von GPT-5.5-Cyber erscheint nach einer rein permissiven Vorschau und steht ausschließlich geprüften Verteidigern offen. Das Modell behält die Leistung von GPT-5.5 und ergänzt sie um tiefere Analysen über große Codebestände.

Auf dem Benchmark CyberGym erreicht es nach Herstellerangaben 85,6 Prozent gegenüber 81,8 Prozent bei GPT-5.5, auf SEC-bench Pro 69,8 zu 63,1 Prozent. Die Werte stammen aus Eigenmessungen und sind nicht unabhängig bestätigt. Für die Mehrheit der Sicherheitsteams bleibt GPT-5.5 mit Trusted Access for Cyber und Codex Security der Ausgangspunkt.

„Patch the Planet“ stärkt Open-Source-Wartung

Gemeinsam mit Trail of Bits und HackerOne richtet OpenAI die Initiative „Patch the Planet“ auf häufig genutzte Open-Source-Projekte aus. Finanzierte Sicherheitsforscher prüfen Funde mit Codex Security und den Cyber-Modellen, bevor sie die Maintainer erreichen. So sinkt die Last für die oft kleinen Wartungsteams, denn wenige Entwickler verantworten viele kritische Bibliotheken. Mehr als 30 Projekte haben zugesagt, zu den ersten zählen cURL, Go, Python, Sigstore und pyca/cryptography.

Partnerprogramm und Schutz kritischer Infrastruktur

Über das Daybreak Cyber Partner Program nutzen Anbieter GPT-5.5 mit Trusted Access for Cyber in eigenen Produkten, der direkte Modellzugang bleibt bei den Partnern. Auf der Liste stehen Security-Hersteller und Cloud-Anbieter zugleich, darunter Check Point, Cisco, Crowdstrike und Wiz. Parallel baut OpenAI Trusted-Access-Partnerschaften mit Regierungen auf, hinzugekommen sind Australien, Kanada, Frankreich, Deutschland, Japan, Südkorea sowie EU-Institutionen, darunter die ENISA. Geplant ist die Zusammenarbeit mit Betreibern kritischer Infrastruktur.

Fazit

Daybreak verschiebt den Schwerpunkt der KI-gestützten Sicherheit vom Aufspüren zur Behebung. IT-Verantwortliche im deutschsprachigen Raum verbinden automatisierte Patch-Prozesse mit menschlicher Prüfung und sichern den Modellzugang über geprüfte Partner ab. Die Tools stehen bereit, Freigabe und Kontrolle bleiben bei den Unternehmen.

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