Valantic-Studie zeigt die SAP-Trends 2022 95 Prozent wollen auf SAP S/4HANA wechseln

Zum fünften Mal in Folge hat Valantic SAP-Anwenderunternehmen nach ihren Meinungen rund um die Business-Software befragt. Die Ergebnisse zeigen: Die Zeichen im Markt stehen klarer als je zuvor auf dem Wechsel – auch wenn es noch Informationsbedarf zum Cloud-Angebot gibt.

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Process Mining, die toolgestützte Analyse von Geschäftsprozessen in Systemumgebungen, gilt als interessantes Zukunftsthema.
Process Mining, die toolgestützte Analyse von Geschäftsprozessen in Systemumgebungen, gilt als interessantes Zukunftsthema.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Die Migration auf SAP S/4HANA ist für fast alle befragten SAP-Bestandskunden gesetzt: 95 Prozent der Studienteilnehmer wollen zur neuen Business-Software von SAP wechseln oder führen die Implementierung bereits durch. Das ist ein deutlicher Anstieg gegenüber 2021. Damals gaben 82 Prozent der Befragten an, die Migration auf der Agenda zu haben. Gleichzeitig schrumpfte der Anteil derer, die absehbar keinen Umstieg planen, um zwei Drittel von 18 Prozent im Vorjahr auf nun 5 Prozent.

Eine große Mehrheit der befragten Unternehmen (95 %) will auf SAP S/4HANA umsteigen oder implementiert die Software bereits.
Eine große Mehrheit der befragten Unternehmen (95 %) will auf SAP S/4HANA umsteigen oder implementiert die Software bereits.
(Bild: Valantic)

Wichtigster Umstellungsgrund ist für die Mehrheit (81 %, Vorjahr: 66,7 %) die Modernisierung der SAP-Anwendungen und der technischen Infrastruktur. Auf Platz zwei steht der auslaufende Support für ältere SAP-ERP-Systeme und die Verfolgung der SAP Produktstrategie. Beim Migrationsansatz ist für 41,9 Prozent inzwischen die Brownfield System Conversion der Favorit, das sind mehr als doppelt so viele wie 2021 (19 %). Die Bluefield-Methode liegt mit einem Anteil von rund 37 Prozent (2021: 50 %) auf Platz zwei, eine Greenfield-Neuimplementierung wird von rund 20 Prozent (2021: 31 %) der Befragten bevorzugt.

Beim Systembetrieb bevorzugt die Mehrheit der Befragten weiterhin das On-Premises-Modell, allerdings mit kontinuierlich abnehmender Tendenz. Der Zuspruch hierfür sank von fast 65 Prozent im Jahr 2020 auf rund 45 Prozent in diesem Jahr. Auf Platz zwei folgt das Hosting in einem externen Rechenzentrum mit rund 27 Prozent knapp vor dem Private-Cloud-Angebot von SAP mit etwa 20 Prozent. Die Public Cloud von SAP spielt mit 6,8 Prozent weiterhin eine untergeordnete Rolle.

Das Cloud-Angebot lässt Fragen offen

Grundsätzlich ist das Cloud-Betriebsmodell von SAP bei einem Fünftel der teilnehmenden Unternehmen noch unbekannt. Und auch das Migrationsangebot in die Cloud, RISE with SAP, kennt ein Viertel der Befragten nicht. 54 Prozent halten es für eine gute Möglichkeit, um neue Funktionen und Tools kennenzulernen. Einen klaren Mehrwert können aber nur rund 8 Prozent in RISE with SAP erkennen. 37,5 Prozent sehen darin lediglich eine Marketingaktion von SAP. Hier besteht offensichtlich noch Informationsbedarf.

Der Brownfield-Ansatz wird bei den befragten Unternehmen derzeit für die Migration favorisiert.
Der Brownfield-Ansatz wird bei den befragten Unternehmen derzeit für die Migration favorisiert.
(Bild: Valantic)

Auch das Pricing des Cloud-Angebots kann noch nicht hinreichend überzeugen. Rund 57 Prozent der Befragten erwarten dabei höhere Kosten als beim Eigenbetrieb. Rund 26 Prozent rechnen mit gleichhohen Kosten, während nur rund 17 Prozent von geringeren Kosten ausgehen. Dennoch finden 80 Prozent der befragten Unternehmen den Cloud-Betrieb interessant.

Rüdiger Hoffmann, Geschäftsführer des Digital Solutions-, Consulting- und Software-Hauses Valantic, erläutert dazu: „Im Markt steigt das Bewusstsein dafür, dass die Zeit für den Wechsel drängt. SAP stellt voraussichtlich 2027 den Support für ältere SAP ERP-Systeme ein, und Implementierungsprojekte können je nach Ansatz bis zu fünf Jahren dauern. Aus den Ergebnissen unserer Studie lässt sich ableiten, dass Unternehmen daher versuchen, ihre SAP S/4HANA Einführungen kürzer zu halten und die Transformation schrittweise zu vollziehen. Das ist mit dem Brownfield- und mit dem Greenfield-Ansatz möglich.“

Process Mining ist Zukunftsthema

Business Process Intelligence spielt im Zuge der digitalen Transformation eine wichtige Rolle. Daher widmete sich die SAP-S/4HANA-Studie in diesem Jahr detaillierter dem Process Mining, der toolunterstützten Analyse von Geschäftsprozessen in Systemumgebungen. Mehr als 80 Prozent der Befragten sehen darin einen klaren Mehrwert – selbst wenn 50 Prozent es aktuell noch nicht nutzen, so halten sie es doch für interessant. Nur für rund 18 Prozent kommt Process Mining nicht infrage.

Die teilnehmenden Unternehmen sehen in der Schaffung der Prozesstransparenz den größten Mehrwert (80 %), fast 70 Prozent die höhere Prozessstandardisierung. Rund 51 Prozent erwarten Unterstützung bei der Prozessdigitalisierung und der Einführung von SAP S/4HANA. Die Themen Prozessqualität und Compliance sehen rund 48 Prozent der Unternehmen als Vorteil, Kosteneinsparungen bekam Zuspruch von rund 37 Prozent der Befragten.

Zur Valantic SAP-S/4HANA-Studie
Seit 2018 befragt Valantic jährlich SAP-Anwenderunternehmen zur Akzeptanz von SAP S/4HANA. In diesem Jahr erfolgte die Studie in einem Zeitraum von fünf Wochen im März und April 2022. Daran nahmen 70 SAP-Anwenderunternehmen verschiedener Branchen teil, vorwiegend aus dem deutschsprachigen Raum, aber auch aus weiteren europäischen und außereuropäischen Ländern. Ein besonderer thematischer Fokus lag diesmal bei den Themen Cloud, „Rise with SAP“ und Process Mining.

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