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Vorteile in der Cloud entwickelter Software 6 Cloud-Native-Versprechen

Autor / Redakteur: Christian Rentrop / Stephan Augsten

Cloud Native Development verspricht robuste und agile Softwareentwicklung mit leistungsstarken Ergebnissen. Statt sich um die Infrastruktur und ihre Eigenheiten zu kümmern, können Entwickler sich voll und ganz auf die eigentliche Softwareentwicklung konzentrieren.

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Cloud Native Development ist weit mehr als ein Luftschloss, aber wo bietet es wirklich Vorteile?
Cloud Native Development ist weit mehr als ein Luftschloss, aber wo bietet es wirklich Vorteile?
(Bild: peter_pyw / Pixabay )

Die Zukunft der Anwendungsentwicklung liegt in der Cloud. Die Aufspaltung weg von monolithischer Anwendungsentwicklung auf eigenen Serverfarmen hin zu Microservices auf gemieteter Infrastruktur (Infrastructure as a Service, IaaS) erlaubt Unternehmen und Entwicklern, sich voll und ganz auf die Softwareentwicklung zu konzentrieren.

Die überschaubare Kostenkalkulation möglich, denn gemietete Infrastruktur bedeutet auch, dass Skalierbarkeit keine Schwierigkeit mehr darstellt. Ungeplante Ausgaben für den Aufbau von Rechenzentren oder deren Wartung fallen weg, ebenso das Risiko, Überkapazitäten ungenutzt brach liegen zu lassen.

Doch nicht nur Unternehmen und Entwickler sind Nutznießer der Cloud-native Entwicklung, auch für Kunden und Anwendern bietet nativ in der Cloud entwickelte Software einige handfeste Vorteile: Sie profitieren von zuverlässigen Applikationen, deren Fortentwicklung und Skalierung einzig und allein vom Auftragnehmer abhängt – und nicht von zahlreichen weiteren Dienstleistern und Baustellen. Dabei kümmern sich große IaaS-Plattformen um die Infrastruktur, der Software-Anbieter kann sich zurücklehnen und sich auf das Kundengeschäft konzentrieren.

Versprechen 1: Einfacheres Management

Cloud Native Development hat einen riesigen Vorteil: Softwareanbieter kaufen Rechenleistung und Serverkapazitäten ganz einfach ein, statt diese selbst auf die Beine und für eigene Services zur Verfügung zu stellen. Das sorgt dafür, dass das Management der Rechenleistung gegenüber traditionellen Infrastrukturmodellen deutlich erleichtert wird.

Statt eigener Infrastruktur mit entsprechendem Management- und Wartungsaufwand wird die Software-Basis einfach an einen Drittanbieter wie Amazon, IBM oder Google outgesourced. Feste Preise für Kontingente geben Sicherheit, bei Bedarf kann einfach skaliert werden.

Versprechen 2: Schnellere Releases

Beim Cloud Native Development kommen virtuelle Umgebungen zum Einsatz, entweder per Docker-Container oder als virtuelle Maschine. Das sorgt dafür, dass sich Anwendungen mit einem Handgriff duplizieren lassen, Varianten und Testumgebungen können mit wenig technischem Aufwand erstellt und getestet werden, und das unter völlig identischen Bedingungen. Dadurch können Entwickler eine Vielzahl von Varianten in kurzer Zeit testen und Releases schnellstmöglich freigeben. Davon profitieren sowohl Software-Unternehmen als auch die Kunden.

Versprechen 3: Kosteneffizienz

Wenn die für eine Anwendung benötigte Infrastruktur nicht mehr im eigenen Haus läuft, sondern bei einem Drittanbieter, entfallen viele Kostenfaktoren, die im traditionellen Entwicklungsmodell die Kosten in die Höhe getrieben haben. Die Skalierung der Hardwarebasis ist ein solcher Posten: Neben Platz für Rechenzentren ist auch deren Bau und Instandhaltung sehr zeit- und kostenintensiv.

Viel ressourcenschonender ist es, mit Cloud-basierten Lösungen zu arbeiten: Selbst kleine Entwickler können so auf große Rechenkapazitäten zugreifen. Für Entwickler bedeutet das deutlich weniger Aufwand und damit Kosten – wovon wiederum die Kunden profitieren können.

Versprechen 4: Mehr Zuverlässigkeit und Sicherheit

Die großen Cloud-Anbieter besitzen in aller Regel global mehrere große Rechenzentren, die ihrerseits untereinander vernetzt sind. Die Software-Basis wird auf den Rechenzentren gewartet, aktualisiert und gesichert, eine Maßnahme, die beim Einsatz eigener Server vom Software-Unternehmen selbst übernommen werden müsste. Da die Cloud-Plattformen auf den Ausbau, die Wartung und Instandhaltung der eigenen Rechenzentren spezialisiert sind, ist ein Ausfall unwahrscheinlich.

Auch Angriffe können von diesen großen Rechenzentren in aller Regel erfolgreich abgewehrt werden. Daraus ergibt sich ein Mehrwert für Sicherheit und Zuverlässigkeit der Cloud-native entwickelten Anwendung. Die hat allerdings ihren Preis: Daten müssen das Firmengebäude verlassen, weshalb dem Datenschutz und der Datensicherheit beim Cloud Native Development natürlich ein deutliches Augenmerk zukommen muss.

Versprechen 5: Besseres Kundenerlebnis

Von all diesen Vorteilen profitiert natürlich auch der Kunde: Ein Softwareunternehmen, das Software-as-a-Service-Anwendungen entwickelt und dafür IaaS-Lösungen verwendet, kann sich sehr schnell an die Erfordernisse des Kunden anpassen. Der wiederum profitiert von zuverlässiger Leistung und schneller Anpassung der gewünschten Umgebung.

Der Anspruch der „Mobile First“-Anwendungen und den Nutzer als Zentrum aller Designbemühungen kann dadurch ebenfalls erfüllt werden, denn die optimale Skalierbarkeit und API-Funktionalität erlaubt es zum Beispiel, auch komplexe Datenbanken mit den schlanken Apps für mobile Plattformen zu verknüpfen.

Versprechen 6: Keine Lock-In-Effekte mehr

Zu guter Letzt hat Cloud Native Development noch einen nicht zu verachtenden Vorteil für Entwickler: Es gibt keine Lock-In-Effekte mehr, denn die Anwendung ist nicht mehr an eine spezifische Hard- und Softwareumgebung gebunden. Schließlich basieren VMs und Container in aller Regel auf quelloffenen Lösungen und sind grundsätzlich auf jedem Unterbau lauffähig. Das wiederum sorgt dafür, dass nicht nur spezifische Anwendungen schnell portiert werden können, sondern auch dafür, dass der Cloud-Anbieter verhältnismäßig einfach gewechselt werden kann.

Eine Rückportierung auf unternehmenseigene Infrastruktur ist auf diese Weise ebenfalls kein Problem. Das hat auch den angenehmen Nebeneffekt, dass die Konkurrenz zwischen den Cloud-Infrastruktur-Anbietern belebt wird. Entwickler und Kunden cloudbasierter Lösungen können also gleichermaßen von sinkenden Preisen und Leistungssteigerungen profitieren.

Fazit: Cloud Native Development ist in vielen Fällen sinnvoll

Insgesamt verspricht Cloud Native Development einige deutliche Vorteile gegenüber klassischer Entwicklung auf unternehmenseigener Infrastruktur. In der Praxis liefert die Cloud vor allem für Platform-as-a-Service- und Software-as-a-Service-Entwickler sowie große Unternehmen deutliche Vorteile gegenüber der Entwicklung und dem Betrieb auf dedizierten Systemen. Auch kleine Unternehmen können zudem mit vergleichbar geringen Investments auf große Rechenzentren zugreifen.

Gleichzeitig gibt es aber auch Anforderungen zu bewältigen: So ist Cloud Native Development, sofern es auf den Servern von Drittanbietern erfolgt, immer mit Datenschutz- und Datensicherheits-Anforderungen verbunden. Diese müssen, allen Vorteilen zum Trotz, immer im Auge behalten werden.

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Über den Autor

 Christian Rentrop

Christian Rentrop

IT-Fachautor