Definition: von Verfügbarkeitszone zur Region

Was sind Regionen und Availability Zones?

| Autor / Redakteur: Dirk Srocke / Florian Karlstetter

Regionen und Availability Zones bezeichnen den geografischen Standort der Cloud-Instanzen und Daten.
Regionen und Availability Zones bezeichnen den geografischen Standort der Cloud-Instanzen und Daten. (Bild: gemeinfrei (geralt / pixabay) / CC0)

Um die Verfügbarkeit ihrer Dienste zu gewährleisten, betreiben Cloud Provider meist zahlreiche Rechenzentren weltweit und ordnen diese verschiedenen Regionen und Verfügbarkeitszonen zu. Für Kunden hat das erhebliche Auswirkungen auf Preise, Verfügbarkeit und Compliance.

Cloud Provider bieten ihre Dienste meist aus verschiedenen, geographisch verteilten Rechenzentren an. Größere Anbieter wie Amazon Web Services (AWS) oder Microsoft Azure fassen ihre Standorte dabei in Regionen und Verfügbarkeitszonen (Availability Zones) zusammen. Im Juli 2018 gehören zur AWS Cloud beispielsweise 55 Availability Zones innerhalb von 18 geografischen Regionen; zusätzlich existiert eine lokale Region (Globale AWS-Infrastruktur in der Übersicht). Azure-Nutzer können derweil auf 54 Regionen weltweit zugreifen (Azure-Regionen in der Übersicht) . Dabei können sich die konkreten Definitionen der Regionen und Verfügbarkeitszonen von Anbieter zu Anbieter unterscheiden.

Regionen bestehen aus Verfügbarkeitszonen

Regionen bestehen in der Regel aus einer oder mehreren Verfügbarkeitszonen, die auch im deutschen Sprachgebrauch gern als Availability Zones bezeichnet werden. Jene Verfügbarkeitszonen werden als physisch getrennte Standorte definiert. Zu diesen isolierten Availability Zones gehört mindestens ein Rechenzentrum mit eigenständiger Stromversorgung, Kühlung und Netzwerkanbindung.

Sollen mehrere Verfügbarkeitszonen zu einer Region zusammengefasst werden, dürfen diese nicht zu weit voneinander entfernt sein. Als Maßstab hierbei verwendet man die per Netzwerk erreichbare Latenz zwischen den Availability Zones. Availability Zones werden über dedizierte regionale Netzwerke miteinander gekoppelt. Diese sind redundant ausgelegt und erreichen sehr hohe Durchsätze sowie geringe Latenzen.

Sonderfälle: Lokale Regionen und Geografien

Neben den zuvor skizzierten Regionen und Verfügbarkeitszonen gibt es anbieterspezifische Besonderheiten. So betreibt AWS derzeit auch die lokale Region Asien-Pazifik (Osaka), die nur ausgewählten Kunden zur Verfügung steht. Unter solch einer lokalen Region versteht der Anbieter ein einzelnes Rechenzentrum, das als Ergänzung einer bestehenden AWS-Region dient. Das Angebot richtet sich laut Anbieter an Kunden, die Daten oder Anwendungen über größere geografische Distanzen hinweg replizieren müssen. Wie reguläre Regionen auch, sind lokale AWS-Regionen von anderen AWS-Regionen vollständig isoliert.

Microsoft fasst ein bis zwei Regionen in so genannten Geografien zusammen. Die sollen eigene Märkte abdecken sowie Anforderungen an Datenresidenz, Datenhoheit, Compliance und Ausfallsicherheit innerhalb geografischer Grenzen erfüllen. Kunden können so also auch spezielle Datenschutz-Anforderungen umsetzen.

Als Beispiel für eine solche Geografie ist Azure Deutschland zu nennen. Hier offeriert Microsoft nicht nur eine physisch und logisch getrennte Instanz der Azure-Dienste mit dediziertem Netzwerk zwischen Rechenzentren in Deutschland. Überdies soll auch ein (unabhängiger) deutscher Datentreuhänder den physischen und logischen Zugriff auf Kundendaten nach deutschem Recht gewährleisten.

Geografien sind fehlertolerant ausgelegt und nutzen eine dedizierte Netzwerkinfrastruktur mit sehr hohen Kapazitäten. Auch wenn eine komplette Region ausfällt sollen Geografien (falls sie aus mehreren Regionen bestehen) weiter verfügbar bleiben.

Auswahl der passenden Infrastruktur

Dank Verfügbarkeitszonen, Regionen und Geografien können Cloud-Anwender also mitbestimmen, wo Daten und Anwendungen gehostet werden. Mit redundant ausgelegten Infrastrukturen legen die Provider dabei schon die Grundlage für hochverfügbare Services. Nutzer können die Kontinuität ihrer Anwendungen steigern, indem sie Daten über mehrere Availibility Zones oder Regionen hinweg replizieren.

Wo Daten konkret abgelegt werden, ist dabei immer ein Kompromiss aus Anforderungen an Preis, Performance und Compliance. Je näher Daten zum Endanwender wandern, desto geringer sind beispielsweise die zu erwartenden Latenzen. Je nach Rechtsordnung und Datenschutzanforderungen kommen für Compliance-kritische Anwendungen überdies nicht alle Rechenzentren weltweit infrage.

Und auch der Preis kann sich von Region zu Region unterscheiden. Zur Veranschaulichung: Stand April 2018 kostet eine EC2-Intanz t2.nano mit Linux von Amazon Web Services 0,58 US-Cent pro Stunde in der Region USA Ost (Ohio); in der Region EU (Frankfurt) werden für die gleiche Instanz 0,67 US-Cent pro Stunde fällig.

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Aktuelle Beiträge zu diesem Thema

Cancom Pironet offeriert Dynamic Cloud

Flexible IaaS-Ressourcen und automatisierte Bereitstellung

Cancom Pironet offeriert Dynamic Cloud

Mit der „Dynamic Cloud-Plattform“ offeriert Cancom Pironet eine IaaS aus deutschen Hochsicherheitsrechenzentren. Dabei wirbt der Anbieter mit flexibler Skalierbarkeit, fairem Preismodell und einer quelloffenen Architektur auf Basis von OpenStack. lesen

Alta 4.2 unterstützt AIX, Solaris, EC2

Datenmanagement für hybride Cloud-Infrastrukturen

Alta 4.2 unterstützt AIX, Solaris, EC2

Rubrik hat Alta 4.2 vorgestellt. Die Cloud-Data-Management-Plattform soll nun auch eine breite Palette Cloud-nativer AWS EC2-Workloads sichern. Überdies unterstützt die Lösung jetzt Solaris und AIX. lesen

AWS verleiht Region Frankfurt/Main mehr Gewicht

Amazon Web Services veranstaltet Summit 2018 in Berlin

AWS verleiht Region Frankfurt/Main mehr Gewicht

Amazon Web Services (AWS) stellte auf dem diesjährigen Summit in Berlin mehrere Neuheiten vor, die seit kurzem in der Frankfurt/Main-Region verfügbar sind. VMwares Cloud (VMC) steht künftig auf AWS bereit, ebenso der Elastic Container Service für Kubernetes (EKS). lesen

Alibaba startet mit EMEA-Partnerprogramm durch

Förderung von Technologieinnovationen

Alibaba startet mit EMEA-Partnerprogramm durch

Auf Partnersuche begibt sich derzeit Alibaba Cloud. Um den europäischen Kunden gerecht zu werden, hat das chinesische Unternehmen ein spezielles Partnerprogramm entworfen. lesen

IBM eröffnet erste Cloud Garage in Deutschland

Moderne Cloud-Architekturen verstehen lernen

IBM eröffnet erste Cloud Garage in Deutschland

Die Firmengründung in einer Garage gehört zur Legende heutiger Weltkonzerne wie Apple, Amazon, Google oder Disney. Steve Jobs und Steve Wozniak starteten die Entwicklung des ersten Apple-Computers Ende der 70er Jahre in einer Garage in Cupertino, Kalifornien. Auch die spätere Online-Buchhandlung Amazon nahm ihren Anfang in einer Garage in Bellevue, Washington. Das ganz besondere Garagen-Feeling nutzt IBM für sein Lösungsangebot namens „Cloud Garage“. lesen

IBM Cloud wächst um 18 neue Verfügbarkeitszonen

Weitere Availability Zones in Europa, Asien und Nordamerika

IBM Cloud wächst um 18 neue Verfügbarkeitszonen

Das Public Cloud-Angebot der IBM wächst um weitere 18 Availability Zones in Europa, Asien und Nordamerika. Damit möchte der Konzern der steigenden Akzeptanz der Public Cloud in Unternehmen gerecht werden. lesen

Cloud-basierte ERP-Systeme bringen Digitalisierung voran

Oracle Netsuite: ERP aus der Cloud

Cloud-basierte ERP-Systeme bringen Digitalisierung voran

Die digitale Transformation hat erhebliche Auswirkungen auf Enterprise-Resource-Planning-Systeme. Denn mit ihrer Hilfe können Unternehmen ihre Entscheidungsfindung so verändern, dass sie ihre Geschäftsergebnisse bei der Umsetzung einer digitalen Strategie verbessern. Daher sollten es sich insbesondere kleinere und mittelständische Unternehmen zum Ziel setzen, ihre alten ERP-Systeme durch SaaS- und Cloud-fähige Lösungen ersetzen. Auf diesen Bedarf reagiert Oracle NetSuite jetzt mit neuen Niederlassungen in Deutschland. lesen

VMware Cloud on AWS expandiert in Europa

Mehr Funktionen für Migration und Anwendungsschutz

VMware Cloud on AWS expandiert in Europa

Der bereits im vergangenen August zur VMworld 2017 verkündete On-Demand-Cloud-Service „VMware Cloud on AWS“ startet jetzt auch in Europa richtig durch. Ab sofort können Partner von VMware bzw. Amazon Web Services die Hybrid Cloud Services nicht nur aus dem AWS-Rechenzentrum in London, sondern auch – und dies sollte für viele deutsche Kunden interessant sein – in Frankfurt am Main anbieten. lesen

Ohne SDN werden Unter­neh­mens­er­folge schwierig

Erfolgsbeschleuniger Hybrid-Cloud-Lösung

Ohne SDN werden Unter­neh­mens­er­folge schwierig

Chris Sharp, CTO von Digital Realty, wirft einen Blick auf Software-Defined Networking (SDN) und wie dieser Ansatz helfen kann, Netzwerke der nächsten Generation aufzubauen und hybride Cloud-Strategien zu verbessern. lesen

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 45274321 / Definitionen)