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Lokalisierung über Partner
Jeder Hybrid Service muss auf den jeweiligen lokalen Markt angepasst werden, um dessen Datenschutzgesetze erfüllen zu können. Das geht nur mit Partnern. "Entscheidend für das Etablieren eines neuen Wachstumsmarktes bis 2016 wird VMwares Fähigkeit sein, seine Partner in die Lage zu versetzen, VMwares Cloud Services zu verkaufen", sagt Cheung. Immerhin: "Statt sich nur um Infrastruktur zu kümmern, dürften sich diese Partner nun darauf freuen, Mehrwertdienste anzubieten." Tony Lock, Analyst bei Freeform Dynamics, einer englischen Beratungsfirma, dämpft verfrühte Jubelstürme: "Wir wissen aus unserer Marktforschung, das die wirkliche Nutzung der echten ‘Private Cloud’ in Europa weiterhin sehr niedrig ist und dies auch in fast allen anderen Ländern der Fall ist."
Wenigstens existiert bereits ein Marktplatz für vCHS-Applikationen, der bereits mit rund 3.800 solcher zertifizierter Dienste bestückt ist. Das sagte Bill Fathers, der Programmleiter für den vCHS. Im Verlauf eines Jahres will VMware weitere fünf eigene Public Services bereitstellen: Neben Datenwiederherstellung mittels vSphere Data Protection 5.5 und der Entwicklungsplattform Cloud Foundry (PaaS) bietet VMware nun auch Desktop as a Service (DaaS) an.
"Data Recovery as a Service dürfte höchstwahrscheinlich für ein weiteres Jahr nicht genügend ausgereift sein, um die Anforderungen des Unternehmensmarktes erfüllen zu können", kritisiert Bartoletti. Er hat zudem herausgefunden, dass die Stundengebühr für den vCHS bei lediglich 4,5 US-Cent liegt. Will VMware etwa mit Peanuts Geld scheffeln?
Nach Ansicht von Michael Cheung bei Gartner investiert VMware zwar beträchtliches Kapital, geht aber auch ein Risiko ein, um zu Microsoft und AWS aufzuholen. "In allen Einsatzfeldern und allen Schlüsselmärkten hinkt vCHS hinter AWS und Microsoft Azure hinterher. Wir haben bemerkt, dass es derzeit keinen Zeitplan für das Ausrollen des vCHS in weiteren Märkten jenseits der USA und Großbritanniens gibt."
Marktpotenzial
Vieles hängt davon, ob nur VMware-Kunden zugreifen werden. "Wir werden abwarten müssen, ob VMware’s Hybrid Cloud Lösung nicht nur von bestehenden VMware-Nutzern genutzt wird, oder ob sie auch Nutzer anderer Plattform anziehen kann", empfiehlt Tony Lock. Denn nicht bei allen VMware-Kunden ist dessen Hypervisor der primäre, sondern manchmal nur einer von mehreren.
Nach Angaben von Jürgen Kühlewein, Director SMBEMEA bei VMware, schätzt VMware die Größe seines Hybrid-Cloud-Marktes auf 14 Mrd. US-Dollar Umsatz in 2016, der von 2012 bis 2016 durchschnittlich um 30 Prozent pro Jahr wachsen dürfte. Der Markt für das Software-gesteuerte Rechenzentrum (SDDC) soll 2016 zwar mit 28 Mrd. US-Dollar doppelt so groß werden, wächst aber jährlich "nur" mit 20 Prozent.
Als drittes Standbein baut der Hersteller weiter sein Enduser-Computing-Portfolio auf, dessen Markt er anno 2016 auf rund 8 Mrd. US-Dollar schätzt. Diesen Gesamtmarkt von 50 Mrd. US-Dollar sollen die Partner bis 2015 um rund 41,5 Mrd. US-Dollar nahezu verdoppeln.
Gartner schätzt den gesamten IaaS-Markt 2012 auf 6,3 Mrd. US-Dollar, der mit einer hohen Wachstumsrate von 35,4 Prozent (CAGR) von 2013 bis 2017 wachsen dürfte. Daher soll der IaaS-Markt bereits 2016 satte 24,3 Mrd. US-Dollar Umsatz generieren. Der Hybrid-Cloud-Markt, den VMware in 2016 auf 14 Mrd. US-Dollar Umsatz beziffert, hätte dann einen IaaS-Marktanteil von über 50 Prozent. Das wirkt recht optimistisch.
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