Unternehmensdaten vollständig KI-bereit machen SAP stärkt die Business Data Cloud mit MDM von Reltio

Von Bernhard Lück 2 min Lesedauer

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SAP plant den Kauf von Reltio. Die Akquisition des US-Spezialisten für Master Data Management (MDM) soll die SAP Business Data Cloud um KI-fähige Stammdaten­verwaltung erweitern – auch für Daten aus Nicht-SAP-Systemen. Der Transaktion soll spätestens im 3. Quartal 2026 vollzogen sein.

SAP will Reltio übernehmen.(Bild:  SAP)
SAP will Reltio übernehmen.
(Bild: SAP)

SAP hat die Unterzeichnung eines Übernahmevertrags mit Reltio bekanntgegeben, einem Anbieter von Cloud-nativer MDM-Software mit Sitz in Redwood City, Kalifornien. Finanzielle Details der Transaktion wurden nicht mitgeteilt. Reltio soll nach Vollzug der Übernahme in die SAP Business Data Cloud (SAP BDC) integriert werden, die als Kernelement der KI-Strategie des Konzerns gilt.

Golden Records für SAP- und Nicht-SAP-Daten

Reltios Technologie konsolidiert strukturierte und unstrukturierte Unternehmensdaten aus unterschiedlichen Quellen zu „Golden Records“ – bereinigten, einheitlichen Stammdatensätzen mit Kontextinformationen. Laut Anbieter unterstützt die Plattform eine konsistente Sicht auf Kunden, Produkte, Lieferanten, Standorte und Mitarbeiter über SAP- und Nicht-SAP-Anwendungen hinweg. Kerntechnologien seien Entity Resolution, kontinuierliche Datenqualitätsprüfung und ein Datengraph zur Kontextverknüpfung.

SAP will damit eigenen Angaben zufolge eine Lücke im eigenen Portfolio schließen: Viele Kunden betreiben gemischte Systemlandschaften, in denen relevante Daten außerhalb von SAP-Anwendungen vorliegen. Die BDC soll durch Reltio zu einer interoperablen Datenplattform für unternehmensweite agentische KI ausgebaut werden.

Joule-Agenten als Nutzungskontext

SAP sieht den Zukauf explizit im Kontext seiner KI-Assistenz- und Agentenarchitektur rund um Joule. Hochwertige Stammdaten gelten demnach als Voraussetzung für verlässliche KI-Ergebnisse. Reltios Technologie soll Echtzeitdaten für Multi-Agenten-Workflows bereitstellen und dabei das Model Context Protocol (MCP) unterstützen, über das KI-Agenten standardisiert auf externe Datenquellen und Dienste zugreifen können. Als Anwendungsbeispiel nennt SAP Beschaffungsagenten, die Lieferantenrisiken in Echtzeit bewerten und bei Bedarf Gegenmaßnahmen einleiten.

„Künstliche Intelligenz kann ihr volles Potenzial nicht erreichen, wenn Daten über Geschäftsbereiche, Plattformen und Domänen hinweg verteilt sind, ohne Verbindung zueinander“, erklärt Muhammad Alam, Vorstandsmitglied der SAP SE für Product & Engineering.

Branchenspezifische Pakete und eigenständiges Angebot

Reltio bietet „Velocity Packs“ – vorkonfigurierte Pakete mit Datenmodellen, Matching-Logik und Branchenintegrationen für Sektoren wie Life Sciences, Gesundheitswesen und Finanzdienstleistungen. SAP plant ein flexibles Modell: Reltio soll sowohl als eigenständige Lösung als auch im Verbund mit anderen SAP-Produkten verfügbar bleiben. Der Vollzug der Transaktion steht unter dem Vorbehalt behördlicher Genehmigungen; SAP rechnet mit einem Abschluss im 2. oder 3. Quartal 2026.

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