Go-to-Market über Partnergeschäft Uniconta: Cloud-ERP-Alternative für den Mittelstand

Von Dr. Dietmar Müller 3 min Lesedauer

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Der dänische Cloud-ERP-Anbieter Uniconta verstärkt seine Aktivitäten auf dem deutschen Markt. Im Zuge der Expansionsstrategie übernimmt Stefan Weinberger an der Seite von Thomas Zeller als Co-Geschäftsführer die Leitung der Uniconta Deutschland GmbH. Wie will Uniconta im deutschen Mittelstand neue Partner und Kunden gewinnen?

Der dänische Anbieter von Cloud-ERP expandiert in den deutschen Markt und bietet offene Architektur statt überdimensionierter ERP-Suiten.(Bild: ©  flowstd - stock.adobe.com / KI-generiert)
Der dänische Anbieter von Cloud-ERP expandiert in den deutschen Markt und bietet offene Architektur statt überdimensionierter ERP-Suiten.
(Bild: © flowstd - stock.adobe.com / KI-generiert)

Das dänische Cloud-ERP-Unternehmen Uniconta hat mit Navision-Vater Erik Damgaard einen prominenten Gründer. Das Geschäftsmodell des 2016 ins Leben gerufenen Unternehmens basiert auf einem rein indirekten B2B-Software-as-a-Service-Ansatz (SaaS) für den Mittelstand mit wiederkehrenden Subscriptions, modularen Erweiterungen für Bereiche wie Lager, Produktion, CRM oder Projektcontrolling sowie einem strikten Channel-First-Vertrieb.

Uniconta deckt die typischen Kernprozesse des Mittelstands ab – von Finanzbuchhaltung über Lager, Logistik und Produktion bis zu Projekten und CRM – und bleibt gleichzeitig erweiterbar durch eigene Felder, Layouts, Plugins, APIs und Partnerlösungen.

Stefan Weinberger

Arbeitsteilung zwischen Deutschland und Dänemark

Mit einem neuen Standort in München, der die Zentrale in Hamburg ergänzt, sowie der Unterstützung von Stefan Weinberger, langjährigem Vertriebschef bei Docuware, soll nun auch der deutsche Markt aufgerollt werden. Wie genau, erläuterte Weinberger im Gespräch mit CloudComputing Insider.

Der Wechsel von Docuware zu Uniconta sei für ihn besonders reizvoll gewesen, da moderne Cloud-Technologie mit einem API-First-Ansatz, ein klarer Mittelstandsfokus und ein reines Partnermodell zusammenkämen, berichtet Stefan Weinberger. Zudem habe ihn die Zusammenarbeit mit CTO und Navision-Mitgründer Erik Damgaard sowie die Chance auf unternehmerische Verantwortung überzeugt.

Weinberger verweist darauf, dass der deutsche ERP-Markt vor einer Erneuerungswelle stehe und viele Mittelständler sowie IT-Partner nach Alternativen zu starren oder teuren Altsystemen suchten. In den ersten Monaten konzentriere sich Uniconta auf den Ausbau des Netzwerks aus ERP-Beratern und Systemhäusern mit bestehendem Kundenstamm. Parallel erstelle man personelle und marketingseitige Grundlagen wie den Ausbau der Website, Lead-Generierung und gemeinsame Events, damit neue Partner rasch erste Erfolge erzielen könnten.

Von Hamburg und München aus näher an den Mittelstand

Bezüglich der Doppelspitze in der Geschäftsführung erklärt Weinberger, dass Thomas Zeller mit seiner langjährigen Erfahrung die Bereiche Consulting, Application Support, Administration und die operative Kundennähe abdecke. Er selbst fokussiere sich auf den Go-to-Market, den Vertrieb, das Marketing und den Aufbau des Partnerkanals. Diese Aufgaben verteile man in enger Abstimmung mit der dänischen Zentrale um Per Grønfeldt, die Entwicklung, Lokalisierung, Qualitätssicherung und technischen Support verantwortet. Das Ziel sei nicht die schiere Anzahl von Partnerverträgen, sondern der Aufbau aktiver Partner, die nachhaltige Kundenerfolge erzielen.

Vertriebsprofi Stefan Weinberger übernimmt als Co-Geschäftsführer den Aufbau der Uniconta Deutschland GmbH.(Bild:  Uniconta GmbH)
Vertriebsprofi Stefan Weinberger übernimmt als Co-Geschäftsführer den Aufbau der Uniconta Deutschland GmbH.
(Bild: Uniconta GmbH)

Die Eröffnung des zweiten Büros in München begründet Weinberger mit einer breiteren Präsenz und der Nähe zu Partnern und Kunden in ganz Deutschland. Zudem biete das flexible Raumkonzept über den Partner Design Offices moderne Arbeitsbedingungen für Präsenz- und Remote-Arbeit sowie Infrastruktur für Workshops und Veranstaltungen, was auch dem Teambuilding und der Unternehmenskultur zugutekomme.

Uniconta setzt auf Partner, Offenheit und Tempo

Im stark besetzten ERP-Channel wolle Uniconta mit wirtschaftlicher Attraktivität und technischer Offenheit punkten. Weinberger betont, dass Uniconta kein Direktgeschäft betreibe. Partner profitierten von einem Modell ohne Grundgebühren oder Mindestabnahme, einem Pay-as-you-use-Ansatz für Kunden sowie attraktiven wiederkehrenden Lifetime-Margen – insbesondere für Früheinsteiger. Über einen eigenen Marktplatz könnten Partner eigene Branchenlösungen und Add-ons anbieten. Die API-First-Architektur decke Kernprozesse ab und richte sich an Partner, die Bestandskunden eine moderne Cloud-Alternative bieten möchten.

Finanzieller Rückenwind kommt vom Wachstumspartner BU Bregal Unternehmerkapital, der vor knapp einem Jahr eingestiegen ist. Dies sei laut Weinberger konkret im Alltag spürbar: Investitionen in Teamaufbau, Marketing, Partnerkampagnen, Lokalisierung und Enablement könnten getätigt werden, ohne aus dem laufenden Geschäft finanziert werden zu müssen. Dies signalisiere dem Markt, dass Uniconta eine langfristig finanzierte Strategie für die DACH-Region verfolge.

Flexible Alternative zu komplexen ERP-Systemen

Gegenüber Platzhirschen wie SAP S/4HANA Cloud oder Microsoft Dynamics 365 Business Central positioniert Weinberger Uniconta bewusst in der Lücke zwischen einfachen Buchhaltungsprogrammen und überdimensionierten Konzernlösungen. Das System decke alle mittelständischen Kernprozesse ab und passe sich durch eigene Felder, Layouts, Plugins und Schnittstellen flexibel an, zeichne sich aber durch geringere Komplexität und schnellere Einführung aus.

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Stefan Weinberger

Den Erfolg der Expansion will das Unternehmen an konkreten Kennzahlen messen. Für das zweite Halbjahr 2026 ist das Schließen neuer Partnerschaften sowie die Reaktivierung von Bestandspartnern geplant, die in der Lage sind, monatlich einen neuen Kunden zu gewinnen. Bis Ende 2027 peilt Uniconta den Hinzugewinn von tausend neuen Anwendern in Deutschland an. Als entscheidenden Indikator für nachhaltigen Erfolg nennt Weinberger neben zufriedenen Partnern und Kunden das Halten der bisherigen Kündigungsquote von unter einem Prozent.

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