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Service Provider Summit 2020 Umsatzgarant Container-as-a-Service

Autor: Sarah Böttcher

Die Corona-Pandemie hat von heute auf morgen viele Unternehmen in eine digitale Welt katapultiert. In der Vergangenheit war der Leidensdruck nie größer als die Vorbehalte gegenüber der Cloud. Das hat sich nun geändert: Die Cloud sowie cloud-native Technologien sind Mainstream.

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Auf dem Service Provider Summit der Vogel IT-Akademie wird Dr. Carlo Velten, Co-Founder und Head of Business Development bei Cloudflight, eine Keynote über das Thema „Cloud Is Now – Trends und Wachstumsstrategien für Managed Service Provider“ halten.
Auf dem Service Provider Summit der Vogel IT-Akademie wird Dr. Carlo Velten, Co-Founder und Head of Business Development bei Cloudflight, eine Keynote über das Thema „Cloud Is Now – Trends und Wachstumsstrategien für Managed Service Provider“ halten.
(Bild: chiradech - stock.adobe.com)

Herr Dr. Velten, laut Ihrer Keynote auf dem Service Provider Summit der Vogel IT-Akademie hat sich Cloud Computing etabliert. Welche Trends und Wachstumsstrategien ergeben sich dadurch konkret für Managed Service Provider (MSPs)?

Dr. Carlo Velten, Co-Founder und Head of Business Development bei dem Digitalisierungs- und Software-Unternehmen Cloudflight
Dr. Carlo Velten, Co-Founder und Head of Business Development bei dem Digitalisierungs- und Software-Unternehmen Cloudflight
(Bild: flap.at)

Dr. Carlo Velten: Dass die Cloud im Mainstream angekommen ist, können wir als IT- und Marktanalysten nur bestätigen. Ein Beweis dafür bietet der führende Public Cloud Provider AWS, der derzeit rund 10 Milliarden US-Dollar Umsatz pro Quartal mit Cloud-Infrastruktur- und -Plattform-Diensten erwirtschaftet. Doch nicht nur das Gros der Start-ups arbeitet in der Cloud, auch Großunternehmen und der Mittelstand greifen auf Cloud-Services zurück. Aus unseren repräsentativen Umfragen geht deutlich hervor, dass ein Großteil der Mittelstands- und Großunternehmen die Cloud in verschiedenen Spielarten nutzt. Sei es die Public, die Private oder die Hybrid Cloud. Es gibt allerdings immer Mischformen. Die Public Cloud ist ein absolutes Wachstumsthema gewesen und ist es immer noch. Aber auch das Thema Hybrid Cloud und Managed Hybrid Cloud, wie man also dedizierte private Infrastrukturumgebungen des Kunden mit den Public Clouds der Hyperscaler verbinden kann, nimmt immer mehr an Fahrt auf. Weil in beiden Bereichen eine hohe Expertise gefragt wird, nutzen viele Unternehmen die Cloud nicht direkt, sondern über einen Managed Service Provider (MSP). Das heißt, sie lassen sich helfen beim initialen Setup, bei der Migration von Workloads in und auf die Cloud, beim Betrieb der Applikationen entweder in der Public Cloud der Hyperscaler, aber auch in den hybriden Clouds, in denen verschiedene Umgebungen miteinander verbunden werden. In diesen verschiedenen Segmenten besteht ein erhebliches Wachstumspotenzial für MSPs.

Container sind einer der aktuell größten Trends in Sachen Cloud Computing beziehungsweise cloud-nativer Technologien. Doch wie wichtig ist das Hype-Thema für Unternehmen wirklich?

Dr. Velten: Die sogenannten Cloud-nativen Technologien, die sich rund um Container und das Container-Orchestrierungswerkzeug Kubernetes gebildet haben, sind für Unternehmen sehr interessant geworden. Zum einen werden seit ungefähr fünf bis acht Jahren sämtliche Workloads und Softwarelösungen, die neu geschrieben werden, in Container verpackt. Früher lagen diese in Virtuellen Maschinen (VMs), heute nutzt man Container. Container sind ähnlich wie VMs, nur schlanker, leichtgewichtiger und einfacher im Umgang. Zudem lässt sich Software in einem Container relativ einfach entwickeln, testen und betreiben, wodurch eine hohe Flexibilität gewährleistet wird. Zum anderen kann man Container leicht von der eigenen Infrastruktur zum Managed Service Provider oder in die Public Cloud verschieben. Der vor allem von deutschen Unternehmen gefürchtete Vendor Lock-in wird somit ausgeschlossen. Hinzu kommt, dass Container mittlerweile als Standard auf fast allen Cloud-Plattformen akzeptiert werden. So werden Container und Kubernetes nicht nur von Software-Anbietern, die in den Unternehmensrechenzentren aktiv sind, integriert und unterstützt, sondern alle großen Public Cloud Provider unterstützen diese Cloud-nativen Technologien. Und das ist ein riesiger Vorteil. Der Versuch zahlreicher Unternehmen, hybride oder Multi-Cloud-Umgebungen aufzubauen, ist häufig an der mangelnden Standardisierung und der Technologie gescheitert. Und das ist der Grund, weshalb die Container-Technologie so erfolgreich ist, und zwar nicht nur bei den Startups und Softwareentwicklern, sondern auch in Unternehmen.

Folglich stellen Cloud-native Technologien im Umfeld von Kubernetes, Container und Co. den nächsten Schritt in Sachen Cloud Computing dar. Welche Rolle nehmen hier Managed Service Provider ein?

Dr. Velten: Insgesamt sorgen drei Gründe für eine verstärkte Nutzung von Containern: die Cloud-Migration, die Anwendungsmodernisierung und die Digitalisierung. Durch das starke Wachstum der Public Cloud sowie die beschleunigte Digitalisierung in Unternehmen kommen Container verstärkt zum Einsatz. Denn überall dort, wo agil entwickelt wird, wird heutzutage mit Containern gearbeitet. So auch in den Digitalisierungsabteilungen der Unternehmen. Sobald dort neue, digitale Lösungen, Apps oder Plattformen entwickelt werden, müssen diese auch irgendwo betrieben werden. Da in vielen Unternehmen die eigene IT-Infrastrukturebene entweder unausgereift ist oder zu wenig Personal und zu wenig Expertise vorhanden sind, gibt es den Bedarf nach Service Providern, die die neu entwickelten Lösungen der Digitalisierungsabteilungen hochverfügbar in Kubernetes-Clustern betreiben. Und hier steckt das Geschäftspotenzial für Managed Service Provider. Der Bedarf an SLAs, Monitoring Services und 24/7-Support ist sehr groß, und das obwohl bereits Hyperscaler sogenannte Managed Kubernetes Services anbieten. Hier besteht noch ein erhebliches Geschäftspotenzial in Sachen Managed Services. Und weil Kubernetes und Container nicht die einzigen Technologiebausteine sind, die gemanaged und beherrscht werden müssen, ist das ein sehr interessanter Markt.

Welche Möglichkeiten gibt es für MSPs, hier Umsatz zu generieren?

Dr. Velten: Zunächst können MSPs beratend agieren und dem Kunden helfen, sich in Cloud-native-Themen einzuarbeiten, folglich dem Kunden Onboarding-Services verkaufen. Des Weiteren können Service Provider das individuelle Setup der Kubernetes- und Cloud-native-Cluster übernehmen, dem Kunden dabei helfen, die entsprechenden Monitoring- und Incident-Management-Lösungen zu implementieren, also alles was zur Überwachung der Container notwendig ist. Um eine Vielzahl von Containern überwachen zu können, muss man automatisieren und automatisiert die Systeme überwachen können. Und hierfür benötigt man Tools sowie Expertise. Auch der Betrieb und dessen Automatisierung, also sämtliche Backup- und Recovery-Themen, bieten Umsatzpotenzial für MSPs. Der große Vorteil auch für Unternehmen ist, dass es sich bei Containern um eine Technologie handelt, die aus der Public Cloud kommt, sie aber auch im firmeneigenen Rechenzentrum eingesetzt werden kann. Container funktionieren auf der firmeneigenen Infrastruktur genauso gut wie bei AWS oder Microsoft. Das ist eine gute Chance für MSPs. Diese müssen den Kunden nicht zwingen, in die Public Cloud zu gehen, vor der sie bisher datenschutzrechtliche Bedenken hatten und teilweise immer noch haben. Service Provider können ihren Kunden anbieten, diese innovativen Technologien aus einem deutschen Rechenzentrum zu bekommen oder es auf ihrer eigenen Infrastruktur zu betreiben. Zusammenfassend sind das Onboarding und Training, das Setup und die individuelle Konfiguration der Systeme inklusive der Integration der Backend-Systeme des Kunden, das Monitoring- und Incident-Management und natürlich der Betrieb und der 24/7-Support Geschäftsbereiche und Wachstumschancen für Managed Service Provider.

Wie beziehen beziehungsweise nutzen Unternehmen Cloud-native-Technologien?

Dr. Velten: Kubernetes ist die wohl bekannteste und ausgereifteste Technologie im Cloud-native-Universum. 47 Prozent der DACH-Unternehmen haben bereits Kubernetes beziehungsweise ein Container-Management-Tool im Einsatz. Weitere 32 Prozent planen in den nächsten zwölf Monaten und zusätzliche neun Prozent in den nächsten 36 Monaten, die neue Orchestrierungs- und Managementschicht einzusetzen. Ein besonders für Service Provider interessantes Studienergebnis zeigt zudem unsere in Kürze erscheinende Cloudflight-Studie „Willkommen in der Enterprise-IT, Cloud Native! – DevOps, Kubernetes und Open Source prägen die Zukunft im digitalen IT-Betrieb“. Der größte Teil der Befragten (54 Prozent), der sich mit Cloud-native beschäftigt, bezieht seine Cloud-native-Technologien als Managed Service. In der Breite des Mittelstandes und auch der Konzerne hat man weder die Expertise noch die Fähigkeiten, mit den diversen Tools einen 24/7-High-end-Betrieb zu bewerkstelligen, weshalb sich diese Kundengruppe an Managed Service Provider wendet.

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Werden Container irgendwann zum neuen Standard?

Dr. Velten: Container und Kubernetes sind schon zu einem De-facto-Standard geworden. Unternehmen sollten sich deshalb mit Containern anfreunden. Welcher Container das ist, ist im Prinzip egal. Und die Drehscheibe, die sämtliche Tools miteinander verbindet, wird Kubernetes als Orchestrierung- und Managementschicht sein. Auch die Tatsache, dass sämtliche Hyperscaler diesen Standard voll unterstützen und investieren, unterstreicht die Tatsache, dass Container und Kubernetes zum Standard geworden sind. Und aufgrund der fehlenden Expertise und dem Fachkräftemangel sind MSPs die Ansprechpartner Container voranzutreiben. Kein innovativer, moderner Managed Service Provider kann es sich leisten, das Thema nicht im Portfolio zu bringen. Container-as-a-Service ist ein Must-have für MSPs.

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Über den Autor

 Sarah Böttcher

Sarah Böttcher

Online CvD & Redakteurin