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Wachsende Abhängigkeit, niedriges Sicherheitsbewusstsein Rückschritte und Lichtblicke bei Security

| Autor / Redakteur: M.A. Dirk Srocke / Elke Witmer-Goßner

Unternehmen werden immer abhängiger von Cloud-Anbietern und geben auch in Sachen Sicherheit oft die Kontrolle ab. Das legen von Thales vorgelegte Umfrageergebnisse nahe. Im Ländervergleich sorgt Deutschland allerdings für einige Lichtblicke.

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Fast jedes zweite Unternehmen gibt den Schlüssel für chiffrierte Clouddaten aus der Hand.
Fast jedes zweite Unternehmen gibt den Schlüssel für chiffrierte Clouddaten aus der Hand.
(Bild: Thales)

Organisationen nutzen die Cloud zwar zunehmend, schützen Daten jedoch oft nur unzureichend. Zu diesem Ergebnis kommt der Rüstungs- und Sicherheitskonzern Thales angesichts jetzt veröffentlichter Umfragezahlen der „2019 Thales Cloud Security Study“.

Cloudnutzung steigt...

Einerseits setzen Unternehmen häufiger als in den Jahren zuvor auf SaaS (91 Prozent), PaaS (56 Prozent) und IaaS (72 Prozent). Mit 48 Prozent ist aktuell beinahe die Hälfte aller Unternehmensdaten in Cloud-Umgebungen gespeichert – zum Vergleich: 2015 waren es lediglich 30 Prozent.

...Überblick stagniert

Andererseits hapert es zugleich am nötigen Überblick: 46 Prozent der Befragten sind unsicher, ob ihre Organisation tatsächlich über alle genutzten Cloud-Dienste Bescheid weiß – das sind genauso viele wie 2016 und sogar drei Prozentpunkte mehr als 2017.

Dabei setzen übrigens 48 Prozent der untersuchten Unternehmen auf Multi-Cloud. Die durchschnittliche Zahl genutzter Cloud-Anwendungen beträgt 29; bei Infrastruktur- respektive Provider-Services beträgt die Zahl im Mittel 13.

Sicherheit als nachgeordneter Aspekt

Das Thema Sicherheit spielt der Umfrage zufolge eher eine nachgelagerte Rolle bei der Auswahl von Cloud-Anbietern. Zumindest wurden Effizienz (43 Prozent), Kosten (40 Prozent), Reputation (25 Prozent) und Kundenservice (24 Prozent) häufiger genannt als Security (23 Prozent). Werden Daten in der Cloud verschlüsselt, behalten lediglich 53 Prozent der Befragten die Kontrolle über dafür nötige Keys: 20 Prozent betrauen damit den Anbieter der Cloud selbst, 16 Prozent eine dritte Partei; zehn Prozent teilen sich die Aufgabe mit dem Cloud-Anbieter.

Die Angaben der deutschen Studienteilnehmer weichen hierbei nur marginal vom internationalen Schnitt ab. Schlüssel für chiffrierte Daten kontrollieren mit 49 Prozent sogar einige weniger selbst. An anderer Stelle sind die Unternehmen hierzulande aber anscheinend deutlich sensibler als der Rest der Welt.

Deutsche sehen sich als Vorreiter bei sensiblen Daten

Mit 63 Prozent behaupten Deutsche am häufigsten, dass ihre Organisation beim Teilen vertraulicher Daten mit Dritten besonders achtsam agiert. USA (51 Prozent) und Frankreich (49 Prozent) folgen mit erheblichen Abstand; die geringsten Werte erzielen Japan und Vereinigtes Königreich mit jeweils 28 Prozent. Deutsche Unternehmen zählen sich zudem zu den proaktivsten, wenn es um den Umgang mit Compliance und Regulierungsvorgaben geht: Das bestätigen 67 Prozent der Deutschen, es folgen Frankreich (65 Prozent) und Indien (47 Prozent).

Als Grundlage für die jetzt präsentierten Zahlen diente eine von Thales finanzierte Umfrage des Ponemon Institute. Die berücksichtigte Antworten von 3.346 erfahrenen Praktikern, die mit IT und IT-Security betraut sind. 494 der verwerteten Fragebögen stammten aus Deutschland, die übrigen aus USA, Indien, UK, Brasilien, Japan, Frankreich und Australien.

(ID:46192022)

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