Die neue Version „Queens“ verbessert vor allem die Administrierbarkeit

OpenStack wird einfacher

| Autor: Ludger Schmitz

Das OpenStack-Projekt will seine Private-Cloud-Umgebung handhabbarer machen.
Das OpenStack-Projekt will seine Private-Cloud-Umgebung handhabbarer machen. (Bild: / Ludger Schmitz / CC BY 3.0)

„Queens“ ist das 17. Release von OpenStack, und erstmals stehen nicht erweiterte technische Möglichkeiten für Private Clouds im Vordergrund. Die hervorgehobenen Neuerungen zielen vor allem auf eine einfachere Nutzbarkeit.

Auf dem OpenStack Summit im November letzten Jahres in Sydney hatte sich eine einschneidende Änderung in der Entwicklung der Plattform für Private Clouds deutlich abgezeichnet. Es gab nicht zu überhörende Kritik selbst von Großanwendern, OpenStack stelle zu hohe Anforderungen an das Knowhow der Anwender.

Die Leitung des größten Open-Source-Projekts der Welt hatte selbst betont, man müsse deutlich mehr Entwicklungsarbeit auf einfachere Integration in bestehende Umgebungen und Administrierbarkeit des Systems legen. Vier Monate später hat sich das deutlich in der neuen Version „Queens“ niedergeschlagen.

Verbesserungen für Administratoren und das High-end

Die Verbesserungen richten sich nicht ausschließlich auf einfachere Administrierbarkeit. Es gibt auch Neuerungen, von denen insbesondere Anforderungen von größeren Workloads profitieren werden. Gleichwohl lässt sich erkennen, dass in den Einzelprojekten eine Erleichterung der täglichen Arbeit mit OpenStack-Clouds im Vordergrund stand.

Besonders deutlich wird dies in „Cinder“. Dies ist ein Kernelement von OpenStack, das dem Block Storage dient. Bei diesen „Def Core“-Elementen gelten Neuerungen üblicherweise der Stabilität der Umgebung, es wird nicht sehr viel geändert. Doch diesmal bringt Cinder eine Erweiterung, die für Administratoren wichtig sein dürfte, indem sie die Bindung einer virtuellen Maschine an einen Speichervolumen aufhebt: „Cinder Multi-Attach“ macht es möglich, mehreren VMs ein und dasselbe Storage zuzuweisen.

Anwenderwünsche berücksichtigt

Das eröffnet vor allem einen Vorteil: Wenn ein virtualisierter Rechnerknoten ausfällt, kann ohne Unterbrechung ein anderer seine Aufgabe übernehmen. Es lässt sich Redundanz herstellen, welche die Verfügbarkeit der Private-Cloud-Services erhöht. Dies war nach Angaben der OpenStack Foundation einer der am häufigsten von Anwendern nachgefragten Funktionen.

Ein weiteres Kernelement von OpenStack, nämlich „Nova“, hat ebenfalls eine deutliche Neuerung erhalten. Es unterstützt nun virtualisierte Grafikprozessoren („vGPUs“).

In Nova können Administratoren für einzelne Aufgaben bestimmte „Flavors“ festlegen, welche allgemein die Leistung oder dediziert eine bestimmte Auflösung für Services definieren. Die grafikorientierten Verarbeitungsprozesse von GPUs, beispielsweise der Nvidia-Chips, machen sich zunehmend High-Performance-Anwendungen zunutze und sind in der Wissenschaft ebenso gefragt wie in den Bereichen Künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen.

Telecoms sind sehr aktiv

Hinzu kommt in der Version Queens etwas komplett neues, „Cyborg“. Dies ist ein Layer für das Management von Hardware- und Software-Beschleunigern wie GPUs, FPGA, Cryptocards oder DPDK/SPDK. Diese Anforderung kam ebenfalls aus dem High-end, vor allem von Telecoms, die in ihren Netzwerken spezielle Hardware verwenden.

Cyborg vereinfacht es Administratoren, solche „Accelerators“ im System zu erkennen, sie mit Instanzen und Laufwerken zu verbinden oder wieder anders zuzuweisen. Eine gleichzeitige Nutzung mit Nova oder Ironic ist möglich.

„Ironic“, ein sich unverändert besonders schnell verbreitendes Teilelement von OpenStack, bekommt mit Queens einen „Ironic Rescue Mode“. Für virtuelle Maschinen gibt es das in Nova, jetzt auch für Instanzen auf „Bare Metal“, also reiner Hardware. Damit können Bediener Fehler bei falsch konfigurierten Bare-Metal-Knoten beheben und Probleme wie verlorene SSH-Schlüssel lösen.

Queens erweitert die Microservice-Funktionen durch einen „Kuryr CNI Daemon“, mit dem sich Operationen auf Kubernetes besser skalieren lassen. Dieser Daemon wacht selbständig über „Pod“-Ereignisse, ohne dabei auf die Kubernetes-API zu warten. Das erhöht vor allem die Verfügbarkeit.

„Zun“ macht es Einsteigern einfacher

Der Eindruck, das seien jetzt vor allem Eigenschaften für mehr Bequemlichkeit im High-end, täuscht. Es gibt mit Queens eine Reihe Neuerungen, die ausschließlich der „normalen“ OpenStack-Anwendung zugute kommen.

Eine davon ist der Containerdienst „Zun“. Er bringt „Neutron“, „Cinder“, „Keystone“ und weitere zentrale Elemente von OpenStack unter einen Hut und verbindet sie mit Netzwerktechnologie sowie Speicher- und Authentifizierungsfunktionen. Im Effekt sollen sich dadurch Container schnell starten und einfacher betrieben lassen, weil Zun den Aufwand für die Verwaltung von Servern und Clustern reduziert.

Auf dem Summit in Sydney erstmals vorgeführt, ist nun „Helm“ verfügbar. Dies ist ein auf Kubernetes aufsetzendes Set von Tools für das Lifecycle-Management. Mit ihm einher geht „LOCI“, ein neues Projekt. Es erstellt Images von OpenStack-Services, die zu denen der „Open Container Initiative“ kompatibel sind. Diese lassen sich dann mit Implementierungswerkzeugen wie Helm verwenden.

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