So behalten IT-Verantwortliche den Überblick

Open Source beschleunigt Cloud

| Autor / Redakteur: Jim Zemlin / Florian Karlstetter

Von der Vision zum Geschäftsalltag: Dank vieler helfenden Hände bringt Open Source die Cloud schneller voran.
Von der Vision zum Geschäftsalltag: Dank vieler helfenden Hände bringt Open Source die Cloud schneller voran. ( © gustavofrazao - Fotolia)

Open Source und kollaboratives Development treiben die Cloud rasant voran, sagt Jim Zemlin. Wie IT-Verantwortliche diesem Tempo folgen und dabei den Überblick bewahren verrät der Executive Director von The Linux Foundation in folgendem Gastbeitrag.

Nirgendwo sehen wir mehr Open Source und gemeinschaftliche Entwicklung, als im Cloud Computing. Angefangen bei Software-Defined Networking (SDN) bis hin zu Anwendungsentwicklung, Containern und mehr, entstehen Hunderte von Open-Cloud-Projekten, um die Entwicklung transformativer Technologien zu beschleunigen, die auf Anfrage und per Knopfdruck Produkte und Services liefern.

Erwiesenermaßen führen Open Source und gemeinschaftliche Entwicklung zur Erhöhung der Entwicklungsrate und zu besserer Software. Die Auswirkungen dieser Entwicklungspraktiken der Cloud auf die IT-Branche bieten eine viel schnellere Entwicklung auf das Unternehmertum in der Cloud-Ära, als zu jeder anderen Zeit in der Technologie- und Industriegeschichte.

Von zähen Revolutionen zur Lichtgeschwindigkeit

Es dauerte Jahrzehnte, bis die industrielle Revolution mit ihren proprietären Designs und ihren Patentanträgen für Maschinen heranreifte, während die Computer-Hardware-Ära der 1950er und 1960er Jahre nicht vor den 1980er und 1990er Jahren beim durchschnittlichen Unternehmen ankam.

Wir wissen, dass die heutigen Computer und Informationstechnologien ihre Fähigkeiten alle zwölf bis 18 Monate verdoppeln. Open-Source-Software und gemeinschaftliche Entwicklung sind die treibende Kraft in diesem Prozess. Beispielsweise ist die Entwicklungsrate des Linux-Kernels unübertroffen. Die jüngsten Daten zeigen uns, dass stündlich fast acht Änderungen an Linux vorgenommen werden und dass Linux schneller entwickelt wird, als je zuvor. Projekte wie OpenStack, Cloud Foundry, CloudStack, Docker und andere nutzen die gleichen Praktiken, um sich zunehmend schneller fortzuentwickeln.

Geradezu in Lichtgeschwindigkeit haben wir Cloud Computing so innerhalb weniger Jahre vom Konzept zu einem echten Geschäftstreiber gemacht. Im Jahre 2013 arbeiteten die meisten Cloud-Projekte noch an ihren zentralen Betriebseigenschaften und dem Aufbau von Funktionalität. Unternehmen waren noch in den frühen Phasen der Planung und Prüfung ihrer öffentlichen, privaten und hybriden Clouds. Heute zeigen Cloud-Projekte einen bedeutenden Anstieg in ihren Benutzer- und Entwickler-Communities mit anwachsenden Zeilen von Code und Kommentaren, während diese von Unternehmen für den Gebrauch getestet werden. So prognostizierte das „Open Cloud Directory 2015“ der Linux Foundation: „Wenn 2014 das Jahr war, in dem Unternehmen begannen, ihre Cloud-Strategien auszuführen, dann wird 2015 das Jahr sein, in dem Unternehmensentwickler und -anwendungen eine Migration zur Cloud im großen Ausmaß beginnen und Unternehmen einen weiteren Schritt zur Bereitstellung von Web-Scale IT machen“.

Mit dem Tempo Schritt halten

Aber wenn die Open-Cloud-Technologien eine schnellere Entwicklung von neuen Technologien in der IT zur Folge haben, wie halten wir dann noch mit? Wie behalten wir den Überblick über alle neu entstehenden Open-Source-Projekte und wie können wir wissen, welches davon eine Rolle spielen?

Genau hierbei hilft das von mir bereits zuvor erwähnte Open Cloud Directory. Es klassifiziert eine Vielzahl von Projekten, die das Cloud Computing vorantreiben, die ausreichend unterstützt werden und zunehmend lebendige Entwickler-Communities haben. Benchmarks für die Aufnahme in das Verzeichnis sind: Ursprünge der Projekte, Anzahl der Mitwirkenden, Alter der Projekte, Anzahl und Häufigkeit der Commits, Vielfalt der Beiträge, Verbreitung, demonstrierter Anwendungseinsatz in Unternehmen und Expertenmeinungen aus der Open Source Community. Wir hoffen, dass diese Kriterien Entwicklern und Unternehmen helfen können, zu bestimmen, wo sie ihre Ressourcen zur Förderung des Unternehmens einsetzen können, während diese Projekte entstehen.

Über den Autor

Jim Zemlin ist Executive Director der Linux Foundation. Die Stiftung versteht sich selbt als Bewahrer und Fürsprecher von Freiheit und selbstloser Zusammenarbeit. Zu den über 500 Mitgliedsunternehmen der Organisation zählen unter anderen Hewlett Packard Enterprise, Huawei und IBM.

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