Unternehmen müssen ihre Prozesse und Workflows dringend transformieren – doch die IT ist zu langsam. Die Lösung: No-Code- und Low-Code-Plattformen. Bei der Umsetzung klafft die Zufriedenheit allerdings weit auseinander.
No- und Low-Code-Plattformen können Fachabteilungen in die Lage versetzen, ihre Probleme eigenständig zu lösen.
In kaum einem anderen Bereich ist der Fachkräftemangel so gravierend wie in der IT: Bereits 2020 blieben deutschlandweit 86.000 Jobs unbesetzt – und die Tendenz ist weiter steigend. Laut einer Bitkom-Umfrage hat der Fachkräftemangel zuletzt noch einmal um zwölf Prozent zugenommen und zwei Drittel der Unternehmen erwarten, dass sich dieser zukünftig noch weiter verschärfen wird.
Der Umstand, dass IT-Stellen über einen längeren Zeitraum nicht besetzt werden können, kommt die Wirtschaft teuer zu stehen: Die Kosten für eine offene IT-Stelle können sich sogar auf bis zu 96.228 Euro belaufen. Zu diesem Ergebnis kamen Statistikerinnen und Statistiker von Stepstone, die davon ausgehen, dass ihre Schätzung sogar noch konservativ sei. Schließlich interpretiere man das Gehalt nur als Mindestwertschöpfung, die Angestellte erbringen. Den zusätzlichen Umsatz, den IT-Fachleute darüber hinaus durch ihre Arbeit erzielen könnten, würde hierbei außer Acht gelassen.
Auf passende Bewerber und Bewerberinnen zu warten, können sich deutsche Unternehmen nicht leisten. Bei mehr als 89 Prozent von ihnen besteht eine hohe Dringlichkeit, Prozesse und Workflows einer digitalen Transformation zu unterziehen. Mit den wenigen verfügbaren IT-Fachkräften können sie diesem Bedarf jedoch nicht decken. Um die bestehende Not zu lindern, müssen also alternative Lösungen her – und diese werden immer häufiger in No-Code/Low-Code-Plattformen gefunden.
Entsprechende Lösungen geben auch jenen Fachkräften die Chance, professionelle Software zu erstellen oder diese auf ihre spezifischen Bedürfnisse anzupassen, die nicht über Kenntnisse im Programmieren verfügen. Anstatt auf die Hilfe einer IT-Fachkraft zu warten, die Hunderte Codezeilen schreiben muss, um zum Beispiel ein neues Suchfeld einer internen Datenbank hinzuzufügen, sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aller Abteilungen dank No-Code/Low-Code ganz einfach selbst dazu in der Lage.
Das spart nicht nur Zeit, sondern vor allem auch Geld – Umfragen zufolge für Unternehmen der wichtigste Faktor. Auch die Tatsache, dass sie auf diese Weise Lösungen entwickeln können, die enger an ihrem Business sind, ist für mehr als ein Drittel ein großer Vorteil. Ebenso wie der Nutzen für Compliance und Security: Die große Mehrheit deutscher Unternehmen geht davon aus, dass die Risiken in diesen beiden Bereichen gesenkt werden, wenn alle Daten auf einer zentralen Plattform gehalten und verarbeitet werden, anstatt in diversen Tools und Excel-Dateien zu kursieren.
No-Code- und Low-Code-Entwicklung ist noch ausbaufähig
Angesichts der Notwendigkeit, die digitale Transformation schneller vollziehen, um mit der Konkurrenz Schritthalten zu können, ist es nicht verwunderlich, dass No-Code/Low-Code-Plattformen bei der Mehrheit der deutschen Unternehmen längst zu einem wichtigen Bestandteil geworden sind.
Am häufigsten werden sie aktuell in im CRM- oder ERP-Kontext eingesetzt. Der Anteil derer, die No-Code/Low-Code bereits für Data Analytics, Business Intelligence oder IoT verwenden, ist deutlich geringer. Dabei setzt die Mehrheit der Unternehmen bereits auf zwei bis drei Plattformen. Ein Viertel hat sogar schon vier bis fünf Verschiedene im Einsatz.
Damit ist das Potenzial aber noch lange nicht ausgeschöpft. Ganz im Gegenteil: Mehr als zwei Drittel erwarten, dass der Einsatz solcher Plattformen innerhalb der nächsten drei Jahre in ihrem Unternehmen ausgebaut wird, zum Teil sogar sehr deutlich. Dabei hängt die Frage, wie viele Plattformen zum Einsatz kommen, maßgeblich vom verfügbaren IT-Budget ab.
Ende gut, alles gut – oder? So einfach ist es leider nicht. Denn tatsächlich geht die Zufriedenheit innerhalb der Unternehmen weit auseinander. Während die C-Level-Verantwortlichen in Business und IT weitestgehend zufrieden mit den angestoßenen Projekten sind, kommt der tatsächliche Nutzen der Plattformen noch zu selten bei den Fachbereichen an. Hier sind gerade einmal vier von zehn Angestellte zufrieden oder sehr zufrieden – dabei sind gerade sie diejenigen, die von der Implementierung am meisten profitieren würden.
Stand: 08.12.2025
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Die Größe der Firma scheint hierbei ebenfalls eine wichtige Rolle zu spielen. Je kleiner diese ist, desto unzufriedener sind die Beteiligten. Das könnte daran liegen, dass Unternehmen, die über ein hohes IT-Jahresbudget verfügen, experimentierfreudiger sind, was die No-Code-/Low-Code-Entwicklung betrifft, und sich daher nicht so stark auf den Business-Nutzen der Apps fokussieren müssen.
Unternehmen müssen ihren Abteilungen mehr Gehör schenken
Die Entscheidungshoheit, ob eine oder mehrere No-Code- und Low-Code-Plattformen eingesetzt werden sollen, liegt in etwas mehr als der Hälfte der Fälle bei den C-Level-IT-Verantwortlichen, also bei IT-Vorstand, CIO oder CTO. Bei einem weiteren Drittel entscheidet dies die IT-Leitung. Die Fachabteilungsleitungen werden hingegen seltener hinsichtlich ihres Bedarfs befragt.
Was interne Prozesse betrifft, wird No-Code/Low-Code allerdings am häufigsten genutzt, um abteilungs- oder bereichsbezogene Anpassungen vorzunehmen. Ähnliches gilt bei der Umsetzung: Auch hier sind es noch immer vor allem IT-Fachleute oder interne Developer, die No-Code-/Low-Code-Projekte entwickeln und entsprechende Anpassungen vornehmen dürfen.
Den Angestellten, die nicht über entsprechende Vorkenntnisse verfügen, bleibt der Zugang dagegen in den meisten Fällen untersagt. Angesichts dieser Diskrepanz ist es nicht verwunderlich, dass in der Praxis noch immer viel Luft nach oben besteht und diejenigen, die im Arbeitsalltag von der No-Code-/Low-Code-Entwicklung profitieren könnten, noch eher unzufrieden mit dem Status Quo sind.
Das Potenzial, das No-Code-/Low-Code für Unternehmen bietet, kann sich nur dann voll entfalten, wenn vor allem jenen Gehör geschenkt wird, die täglich mit Daten jonglieren – und das ist nicht nur die IT, sondern auch Abteilungen wie HR, Marketing, Produktion, Vertrieb und Einkauf. Um datenbasiert arbeiten und Prozesse optimieren zu können, sind sie auf neue Lösungen angewiesen. Schon kleine Anpassungen der bestehenden Systeme können einen gewaltigen Unterschied machen.
Philipp Schöne
(Bild: Workato)
Die IT, deren Fachkenntnisse hierfür benötigt wird, ist jedoch viel zu langsam, um den Bedürfnissen gerecht zu werden. Nicht selten dauert es Wochen oder sogar Monate, bis die wenigen Expertinnen und Experten die Zeit finden, um die einzelnen Aufträge abzuarbeiten. No-Code/Low-Code-Plattformen können Fachabteilungen in die Lage versetzen, ihre Probleme stattdessen selbst zu lösen, und ihre Produktivität dadurch zusätzlich zu erhöhen. Gerade an ihnen geht die No-Code-/Low-Code-Entwicklung aber noch häufig vorbei – und daran sollte sich dringend etwas ändern.
* Philipp Schöne verfügt über mehr als 15 Jahre Erfahrung mit Technologieunternehmen, speziell im Bereich API-led Connectivity, API-Management sowie System Architecture. Von Deutschland aus leitet er für Workato das Pre-Sales Mittelstands-Geschäft in ganz EMEA. Mit seinem Team unterstützt Philipp potenziellen und zukünftigen Workato Kunden dabei, ihre Geschäftsprozesse zu automatisieren und die digitalen Unternehmensstrategien mit Hilfe der Workato-Plattform voranzutreiben.