Storage und Datenmanagement

Multi-Cloud-Strategien effektiv umsetzen

| Autor / Redakteur: Peter Wüst* / Dr. Jürgen Ehneß

Hoher Managementaufwand in der Multi Cloud muss nicht sein – mit dem richtigen Datenmanagement.
Hoher Managementaufwand in der Multi Cloud muss nicht sein – mit dem richtigen Datenmanagement. (Bild: Netapp)

Die Multi Cloud bietet für jede Anwendung und jeden Datensatz den jeweils besten Speicherort oder Anbieter. Damit verspricht sie Flexibilität, denn Firmen sind so nicht mehr auf einen einzelnen Provider angewiesen. Die Kehrseite ist ein hoher Managementaufwand. Diesem können Unternehmen aber mit dem richtigen Datenmanagement trotzen.

Cloud oder Nicht-Cloud? Das ist für die meisten Unternehmen keine ernsthafte Frage mehr: Laut dem aktuellen Cloud Monitor von KPMG und Bitkom beziehen mittlerweile 66 Prozent der deutschen Unternehmen Rechenleistungen aus der digitalen Wolke. Bei den Großunternehmen mit mehr als 2.000 Mitarbeitern sind es sogar 83 Prozent. Welche Workloads verschieben sie in die Cloud? Eine Umfrage von Netapp hat gezeigt, dass Organisationen Cloud-Services vor allem für Storage (70,1 Prozent), Backup (66,5 Prozent), File-Storage (59,9 Prozent), Datenbanken (57,4 Prozent) und Disaster-Recovery (49,7 Prozent) nutzen. Cloud-Umgebungen haben sich also auch im Storage-Bereich als Standard etabliert.

Pro und Contra

Besonders beliebt sind Multi-Cloud-Umgebungen: Laut einer Studie von Crisp Research werden bis 2020 mehr als 75 Prozent der Unternehmen auf Hybrid-Cloud- oder Multi-Cloud-Architekturen umgestellt haben. Die Vorteile liegen auf der Hand: Mit einer Multi Cloud können Unternehmen verschiedene Services von unterschiedlichen Providern konsolidieren und unter einer Managementoberfläche vereinen. Das hilft, Schatten-IT einzudämmen und Datensilos zu vermeiden. Denn in den meisten Firmen nutzen Fachabteilungen bereits Public-Cloud-Services, ohne dass die IT-Abteilung darüber informiert ist.

Mit einer Multi Cloud haben Unternehmen zudem die Möglichkeit, für jeden Anwendungsfall den jeweils besten Anbieter auszuwählen. Das steigert die Flexibilität. Gleichzeitig können die Wünsche verschiedener Abteilungen erfüllt werden, denn Entwickler nutzen beispielsweise tendenziell eher Google, klassische IT-Administratoren hingegen lieber AWS oder Azure.

Jedoch sind Multi-Cloud-Umgebungen komplex, was neue Herausforderungen mit sich bringt:

  • Verschiedene Cloud-Anbieter erschweren die Integration.
  • Unterschiedliche Services bringen unterschiedliche Benutzeroberflächen, Preis- und Lizenzmodelle mit sich.
  • Die Schnelllebigkeit von Cloud-Services erfordert einen hohen Informationsaufwand, um stets über aktuelle Neuerungen informiert zu bleiben.

Zudem unterscheiden sich auch die Storage-Angebote On-Premises und in der Cloud häufig erheblich. Da in einer Multi-Cloud-Umgebung Daten auf verschiedene Public Clouds und On-Premises-Infrastrukturen verteilt sind, ist es empfehlenswert, Daten vor der Migration zu konsolidieren und zu bereinigen. Das erleichtert den Überblick, wo welche Daten liegen, und hilft, die Daten synchron zu halten. Gelingt das nicht, besteht die Gefahr, dass verschiedene Anwender mit unterschiedlichen Daten arbeiten. Dies kann zu Fehlern und Inkonsistenzen führen. Die Folge ist ein erhöhter Managementaufwand, der viel Zeit und Know-how in Anspruch nimmt.

Kontrolle via Datenmanagement

Das richtige Datenmanagement stellt eine einheitliche Datenübertragung sicher, beispielsweise bei der Migration von einer Cloud in eine andere. Das ist unerlässlich, um die Vorteile der Multi Cloud ausspielen zu können und Daten schnell und unkompliziert von einer Cloud in eine andere zu verschieben, etwa weil das Angebot dort besser oder günstiger ist.

Zudem gewährleistet es, dass Daten in der geforderten Schnelligkeit zur Verfügung stehen, wo sie benötigt werden – egal, wo sie abliegen. Außerdem hilft das Datenmanagement dabei, die Daten synchron zu halten, alle Prozesse über Infrastrukturen und Clouds hinweg zu vereinheitlichen und so eine hohe Datenqualität zu garantieren – egal, wie oft die Daten in der Vergangenheit verschoben, geklont, gesichert oder wiederhergestellt wurden.

Damit die Vorteile der Multi Cloud optimal genutzt werden können, ist es also nötig, neben der Ablage auch die Verwaltung von Daten übergreifend über verschiedene Cloud-Provider mit einer Lösung zu adressieren. Sowohl Unternehmen als auch Storage-Anbieter sollten deshalb in Zukunft vermehrt in diese Richtung denken und investieren.

Anwendungsszenario Datenbankmigration

Schauen wir dafür in die Praxis: Datenbanken zählen zu den häufigsten Anwendungen, die Unternehmen in die Public Cloud auslagern. Bei der Migration stehen Administratoren vor vielen Fragen, die sowohl den Storage als auch das Datenmanagement betreffen: Wie kann ich die Datenbank schnell umziehen, ohne dass die Produktivität leidet? Wie sichere ich die Datenbank ab, ohne den Zugriff zu beeinträchtigen? Kann ich Speicher skalieren, wenn die Datenmenge wächst? Wie verhindere ich, dass Daten in der alten Infrastruktur hängen bleiben? Und wie bekomme ich bestehende Applikationen in die Cloud?

Eine Möglichkeit, eine solche Migration problemlos durchzuführen, ist es, externe Berater mit ins Boot zu holen. Es gibt mittlerweile aber auch passende Lösungen. Im Idealfall lässt sich die Migration mit einem Lift-and-Shift-Ansatz durchführen. Bei der Lösung Cloud Volumes Service von Netapp wird beispielsweise die bestehende On-Premises-Architektur in die Public Cloud geschoben, ohne dass Applikationen neu gebaut werden müssen.

Administratoren können Daten schnell zwischen verschiedenen Standorten verschieben und synchronisieren. Dabei schützt Verschlüsselung den Datentransfer. Die Größe und Leistungsfähigkeit der benötigten Storage-Volumes lässt sich jederzeit ganz nach Bedarf anpassen. Zudem können NFS- und SMB-Dateisysteme auf demselben Volume laufen. Und Snapshots ermöglichen es, Daten jederzeit zu sichern und wiederherzustellen.

Peter Wüst, Senior Director Cloud Infrastructure and Cloud Data Services EMEA bei Netapp.
Peter Wüst, Senior Director Cloud Infrastructure and Cloud Data Services EMEA bei Netapp. (Bild: Netapp)

Fazit

Mit der Multi Cloud können Unternehmen bei jedem Public-Cloud-Anbieter die Services nutzen, die optimal ihren Anforderungen und Kostenvorstellungen entsprechen. Gerade große Firmen sollten daher zeitnah über eine Multi-Cloud-Strategie nachdenken. Hat man sich für eine Multi Cloud entschieden, ist es wichtig, neben dem Storage auch das Datenmanagement in den Blick zu behalten. Denn um eine effektive Multi-Cloud-Umgebung zu erhalten, benötigt es ein adäquates Datenmanagement, das sowohl die Ablage als auch die Verwaltung von Daten in einer differenzierten und komplexen Infrastruktur gewährleistet.

*Der Autor: Peter Wüst, Senior Director Cloud Infrastructure and Cloud Data Services EMEA bei Netapp.

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