DevOps-Trends im Jahr 2020

Multi-Cloud-Krieg und Ethos-Phase

| Autor / Redakteur: Sacha Labourey * / Stephan Augsten

Obwohl Hybrid- und Multi-Cloud-Ansätze nicht neu sind, werden sie im Jahr 2020 einen gesteigerten Wettbewerb und hohe Investitionen verursachen.
Obwohl Hybrid- und Multi-Cloud-Ansätze nicht neu sind, werden sie im Jahr 2020 einen gesteigerten Wettbewerb und hohe Investitionen verursachen. (Bild: thommas68 / Pixabay)

Die IT-Landschaft hat sich stark verändert. Zu den bemerkenswertesten Ereignissen 2019 zählten die Übernahmen von Red Hat durch IBM sowie die von Pivotal durch VMware. Außerdem haben AWS und Oracle mit rund 9 Billionen US-Dollar den gleichen Quartalsumsatz erreicht. Mit diesen Entwicklungen im Hinterkopf blicken wir nun auf die DevOps-Trends für 2020, dem Jahr des Multi- und Hybrid-Cloud-Krieges.

Neues Ziel: Public Cloud

Das neue Jahr setzt den Trend zur Public Cloud fort. Laut IDC werden die Ausgaben dafür weltweit bis 2023 auf nahezu 500 Milliarden US-Dollar anwachsen, eine halbe Billionen Dollar in nur vier Jahren! Eine derart erstaunliche Umsatzsteigerung bedeutet, dass die Anschaffungskosten für neue Workloads so gut wie irrelevant sind.

Cloud-Anbieter werden daher alle nötigen Mittel einsetzen, um ihren Marktanteil zu vergrößern. Ein einziger Prozentpunkt Marktanteil sollte in vier Jahren fünf Billionen Dollar wert sein – und wie viel in zehn Jahren? Diese Frage führt zu zwei interessanten Phänomenen: Der Hybrid- und der Multi-Cloud. Obwohl keines davon neu ist, werden beide 2020 gesteigerten Wettbewerb und hohe Investitionen verursachen.

Software vor Ort oder in diversen Clouds

Viele Anbieter haben erkannt, dass sie Entwicklern und operativer IT ein bestimmtes Abstraktionsniveau bieten müssen, damit diese Software problemlos vor Ort oder in unterschiedlichen Clouds laufen lassen können. Dadurch werden großartige Dinge möglich, beispielsweise eine reibungslose Migration zur Public Cloud und eine geringere API-Abhängigkeit von bestimmten Cloud-Anbietern. (Um eine höhere Verfügbarkeit zu erreichen, fordern einige Regulierungsbehörden, dass Unternehmen, statt in nur einer, gleich in mehreren Clouds verfügbar sein müssen.)

Fünf Kampfhähne aus den Disziplinen Cloud, Kubernetes und Rechenzentrum

Im Mittelpunkt dieses Wettbewerbs tummeln sich aller Voraussicht nach fünf Konzerne: Die drei großen Cloud-Anbieter Amazon, Google und Microsoft, sowie zwei Anbieter mit starker Expertise auf den Gebieten Kubernetes und Rechenzentren: VMware und IBM/Red Hat.

VMware hat mit der eigenen Tanzu-Strategie den großen Vorteil, dass sie einen Bus für vSphere und Kubernetes anbieten und ihren Kunden damit einen attraktiven Weg in die Cloud anbieten können. Red Hat hingegen hat keine derart ausgereifte und allumfassende Strategie, kann vielleicht aber das Management von IBM davon überzeugen, dass es sich lohnt, in diesen Bereich zu investieren.

Wachsender Software-Einfluss schafft neue Oligopole

Zum zweiten großen Thema für die IT-Landschaft wird 2020 eine aktive „Ethos“-Phase: Während vor zehn Jahren noch keines der fünf wertvollsten Unternehmen weltweit Software angeboten hat, ist inzwischen jedes Unternehmen in den Top 5 ein Software-Anbieter – Software erobert die Welt!

Mit dieser fulminanten Entwicklung geht eine wachsende Zahl an Oligopolen in sozialen Medien und im Cloud Computing einher. Diese Oligopole haben die Macht, unseren Alltag einschneidend zu beeinflussen. Ein offensichtliches Beispiel dafür ist die Debatte um externe Einflüsse auf die US-Präsidentschaftswahlen 2016 sowie die Rolle, die soziale Medien darin gespielt haben. Im Anschluss an die Wahlen forderten zahlreiche IT-Fachleute mehr Transparenz sowie eine Debatte darüber, wie und zu welchem Zweck ihre Expertise eingesetzt wird.

Im Wesentlichen fragen sie (sich): Helfe ich, die Welt zu verbessern, oder nicht? Diese Thematik hat in den letzten Monaten zusätzlich an Relevanz gewonnen – und die Debatte darum wird sich, im Vorfeld der erneut bevorstehenden US-Präsidentschaftswahlen, weiter verschärfen.

Sacha Labourey ist CEO und Gründer von Cloudbees.
Sacha Labourey ist CEO und Gründer von Cloudbees. (Bild: Cloudbees)

Zweifelsohne ist es gut, dass die Hauptakteure der digitalen Revolution ihre Rolle und Verantwortung reflektieren. Sind sie letztlich besser in der Lage, die Menschen zusammenzubringen, als es derzeit der Fall ist? Auch diese Frage wird 2020 weiter die Gemüter erhitzen.

* Sacha Labourey ist CEO und Mitgründer von CloudBees.

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