GFT-Studie zeigt steigendes Vertrauen in die Cloud

Investmentbanken verfolgen Fünfjahresplan im Cloud-Umfeld

| Autor: Elke Witmer-Goßner

Die Agilität und Ressourcenflexibilität des Cloud Computing hat nun auch die Banken überzeugt.
Die Agilität und Ressourcenflexibilität des Cloud Computing hat nun auch die Banken überzeugt. (Bild: gemeinfrei © dawnfu - Pixabay / CC0)

In den nächsten fünf Jahren wollen Investmentbanken die Nutzung der Public Cloud um mehr als die Hälfte steigern. Eine Mehrzahl ist von der Agilität und Ressourcenflexibilität des Cloud-Computing überzeugt und sieht die Notwendigkeit der Nutzung.

Banken nutzen die Private Cloud derzeit bereits in begrenztem Umfang (28 Prozent). Die Nutzung der Public Cloud hingegen ist mit 6 Prozent im Moment noch sehr gering ausgeprägt – oft findet gar keine Nutzung statt. Besonders zurückhaltend agieren dabei Banken in Europa. 44 Prozent aller Befragten geben zugleich an, in den nächsten 5 Jahren verstärkt Cloud-Lösungen einführen zu wollen. Dies zeigt eine globale Studie, für die GFT Technologies SE 32 Banken von Oktober 2017 bis März 2018 zur Einführung von Cloud Computing im Investment Banking befragt hat.

Bisher sorgte die Regulierungsproblematik für die größten Unsicherheiten. 90 Prozent der Befragten geben dies als Hürde für die Nutzung von Cloud-Lösungen an, gefolgt vom Datenschutz (72 Prozent) – vor allem durch die Datenschutz-Grundverordnung getrieben – sowie von Sicherheitsthematiken (70 Prozent). Viele Banken wünschen sich mehr Aufklärung und Informationen darüber, welche regulatorischen Anforderungen an Cloud-Lösungen im Investment Banking gestellt werden. Deshalb vollzieht sich der Wandel hin zur Cloud auch nur langsam.

Gerade für Investmentbanken wäre das Cloud Computing weit mehr als eine Möglichkeit, Kosten einzusparen. Drei Viertel der Befragten sind von der Agilität und Ressourcenflexibilität überzeugt und sehen dies als wichtigsten Treiber. Schließlich kann die Cloud-Nutzung auch die Entwicklung neuer, innovativer Anwendungen begünstigen. Die Möglichkeit Kosten zu senken, geben im Vergleich lediglich 50 Prozent als ausschlaggebend an. „Dieses Ergebnis spiegelt vor allem die Notwendigkeit wider, eine große und zugleich schwankende Datenverarbeitungsleistung zu gewährleisten. Das flexible und schnelle Hinzuschalten von Rechenleistung ist der Dreh- und Angelpunkt“, kommentiert Marika Lulay, CEO der GFT Technologies SE. Veränderte Anforderungen an die Rechenkapazitäten resultieren unter anderem aus der regulatorischen Berichterstattung wie MiFID II oder FRTB.

IT-Transformation innerhalb fünf Jahre

Vor allem Tier-2-Banken wollen ihre Zurückhaltung gegenüber Cloud-Lösungen schnellstmöglich ablegen und haben klare Wachstumspläne für die nächsten fünf Jahre. Dies ist auf eine Reihe von Faktoren zurückzuführen. So besitzen sie im Vergleich zu Tier-1-Banken keine so komplexen Legacy-Systeme und haben schlussfolgernd weniger Technologiebarrieren zu meistern. Im direkten Verhältnis sind sie zudem deutlich agiler. Einige zentrale Anwendungen wurden auch bereits in die Cloud migriert oder die Umsetzung findet aktuell statt. Erstaunlich ist darüber hinaus, dass teilweise sogar evaluiert wird, die internen Legacy-Systeme direkt in Cloud-native Systeme zu transformieren.

Die Studie zeigt also, dass viele Banken das Potenzial erkannt und sich die Transformation der Infrastruktur auf die Agenda geschrieben haben. Ein entscheidender Erfolgsfaktor bei der Transformation wird dabei die Zusammenarbeit mit internationalen IT-Dienstleistern sein, die sowohl die Cloud-Kompetenz besitzen, als auch die Finanzbranche verstehen. Im weltweiten Cloud-Markt dominiert Amazon mit rund 33 Prozent Marktanteil – das ist mehr als die nächsten drei größten Anbieter zusammen.

Mit Blick auf das Investment Banking führt jedoch Microsoft, dicht gefolgt von Amazon und Google. IBM ist der einzige weitere, namhafte Anbieter. Was die Nutzung der Cloud anbelangt, lag Software-as-a-Service (SaaS) bisher leicht vor Platform-as-a-Service (PaaS) und Infrastructure-as-a-Service (IaaS). Der präferierte Weg, die Anwendungen in die Cloud zu verlagern, wird mit der Neugestaltung der Anwendungen angegeben.

Ergänzendes zum Thema
 
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