7 Szenarien für Enterprise Service Bus und ein Gegenargument

Integrationsplattform oder Schnittstelle?

| Autor / Redakteur: Dirk Srocke / Florian Karlstetter

Je nach Anwendung empfehlen sich unterschiedliche Methoden beim Datenaustausch.
Je nach Anwendung empfehlen sich unterschiedliche Methoden beim Datenaustausch. (Bild: gemeinfrei / Pixabay)

Ob Anwendungen besser per direkter Schnittstelle oder per Integrationsplattform miteinander verbunden werden, lässt sich nicht pauschal beantworten. ERP-Anbieter proALPHA gibt Hilfestellung und beschreibt verschiedene Einsatzszenarien.

Sollen verschiedene Anwendungen miteinander kommunizieren, können sie das entweder auf direktem Wege tun oder über eine Integrationsplattform, mitunter auch Enterprise Service Bus (ESB) genannt. ProALPHA hat nun Pro und Contra beider Ansätze erläutert und typische Einsatzszenarien zusammengestellt.

Eine direkte Schnittstelle biete sich demnach bei stabilen Systemen an, die lediglich punktuell Informationen miteinander austauschen. Die serviceorientierte Architektur eines ESB sei dagegen aufwändiger zu programmieren, biete dafür jedoch auch weiterreichende Funktionen: Daten würden nicht nur weitergeleitet, sondern auch für das Zielsystem aufbereitet. Damit könne ein ESB zwischen verschiedenen Formaten übersetzen und auch fehlerhafte Daten korrigieren.

Bei folgenden sieben Einsatzfeldern lohnen sich Integrationsplattformen laut proALPHA:

1. In der Supply Chain

Nur noch die wenigsten Unternehmen fertigen alle Komponenten ihrer Produkte selbst. Damit die Produktivitätsgewinne einer Spezialisierung auch greifen, müssen Prozesse mit Lieferpartnern genauso nahtlos laufen wie die unternehmensinternen. Systembrüche entlang der vertikalen Supply Chain wirken wie ein Bremsklotz. Integrationsplattformen helfen, angrenzende Technologien lückenlos zu vernetzen.

2. In der Logistik

Lagerverwaltung, Intralogistik, Versand und Zollabwicklung: In diesen operativen Bereichen arbeiten viele Unternehmen mit Spezialanwendungen. Für nahtlose Material- und Warenflüsse müssen diese mit dem ERP-System Hand in Hand arbeiten. Um manuelle Doppeleingaben zu vermeiden, lohnt hier der Einsatz einer Integrationsplattform. Denn sie standardisiert die Daten und stellt diese unmittelbar den anderen Anwendungen bereit.

3. In der Fertigung

Daten aus der Produktion werden in zahlreichen anderen Arbeitsschritten benötigt, etwa in der Qualitätssicherung. Hier ist häufig Spezialsoftware im Einsatz. Anstelle einer eigens programmierten Schnittstelle lässt sich auch diese mittels ESB anbinden. Alle nötigen Teilestammdaten werden dann über diese Datendrehscheibe einfach repliziert, also verteilt. Denn die Teilestammdaten sind vielfach der eindeutige Schlüssel, über den alle Beteiligten wissen, dass sie über dasselbe reden.

4. In der Smart Factory

Viele der inzwischen gängigen „Industrie 4.0“-Szenarien basieren auf Sensor- und Maschinendaten. Sie vernetzen Werkstücke, Maschinen und Produktionssysteme. Eine Integrationsplattform verknüpft nicht nur alle modernen Systeme. Sie schlägt auch dort Brücken, wo es älteren Anlagen noch an geeigneten Anschlussmöglichkeiten fehlt. So gelangen Fertigungsbefehle aus der Produktionsplanung des ERP-Systems direkt zu einer Maschine. Im Gegenzug stellt diese Statusinformationen direkt vom Shopfloor für die Produktionsüberwachung und nachfolgende Arbeitsschritte bereit. Das ERP übernimmt in der Smarten Fabrik die Aufgabe einer Steuerungszentrale für die gesamte Produktion.

5. International

Wer im Ausland produziert, unterhält in der Regel mehrere Mandanten eines oder mehrerer ERP-Systeme. Die Pflege einheitlicher Stammdaten und der Zugriff auf Zeichnungen oder Stücklisten gestaltet sich da schwierig, Stichwort: Mastermandantenkonzept. Eine Integrationsplattform ermöglicht einen durchgängigen Daten- und Belegaustausch zwischen den Auslandstöchtern und der Zentrale. Ein möglicher Hebel, um die Kosten für die Wartung von Schnittstellen und andere Integrationsmaßnahmen zu senken.

6. Im E-Commerce

Kunde und Lieferant nutzen selten dasselbe IT-System. Und selbst wenn, sind die Systeme nie identisch konfiguriert oder auf dem gleichen Release-Stand. In der Auftragsannahme müssen Bestellinformationen daher stets neu eingegeben werden. Eine Integrationsplattform agiert hier wie ein Dolmetscher: Sie leitet nicht nur die Order aus dem Kundensystem an das ERP des Lieferanten weiter. Wer will, kann seinen Kunden über diesen Weg auch Einsicht in den Lagerbestand gewähren. Technische Großhändler profitieren davon ebenso wie Zulieferbetriebe für die Industrie.

7. Bei der Konsolidierung im Rechnungswesen

Ein Mittelständler wird schneller zum Konzern als oft vermutet. Da genügt schon eine Niederlassung im Ausland. Um die jeweiligen Rechnungslegungen zu konsolidieren, reichen für viele Unternehmen Basisfunktionen aus. Wenn es aber komplexer wird, ist Spezialsoftware gefragt. Anstatt Daten aufwendig über eine Schnittstelle zu schieben, ist es effizienter, die Datenbereitstellung zu automatisieren und der Konsolidierungslösung quasi direkten Zugriff auf die aktuellsten Geschäftszahlen zu gewähren.

Der Fokus von proAlpha liegt auf mittelstandsgerechten ERP-Systemen für Unternehmen aus den gängigsten Branchen - Fertigung, Handel und Dienstleistung – Zur Philosophie der in der DACH-Region tätigen proAlpha Gruppe gehört ein ganzheitliches Software-Konzept mit modularem Aufbau.

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