Noch ein Betriebssystem für die Cloud: alter Wein in neuen Schläuchen?

HP Cloud OS: OpenStack mit proprietären Erweiterungen

| Autor / Redakteur: Michael Matzer / Florian Karlstetter

HP bietet mit dem Cloud OS eine offene Cloud-Plattform auf Grundlage von OpenStack und - darauf aufbauend - eine Reihe an Erweiterungen an.
HP bietet mit dem Cloud OS eine offene Cloud-Plattform auf Grundlage von OpenStack und - darauf aufbauend - eine Reihe an Erweiterungen an. (© frank peters - Fotolia.com)

HP hat kürzlich ein "Betriebssystem" für Cloud Computing vorgestellt. Dieses "Cloud OS" führt die bisherigen Cloud-Angebote des Unternehmens in eine neue Infrastruktur und füllt die Lücken. Experten wie die von Saugatuck Technology bezweifeln jedoch, ob die proprietären Erweiterungen des OpenStack-Gerüsts für Cloud-Kunden attraktiv genug sind.

Bislang hat HP einiges an Komponenten für den Auf- und Ausbau einer Cloud zu bieten. Das HP CloudSystem dient als IaaS für eine Private Cloud, ohne jedoch eine Anfangsstufe bereitzustellen. Die HP Cloud Services liefern hingegen die Services einer Public Cloud, die von zahlreichen Partnern geliefert werden, meist aus der OpenSource-Community. Beide Angebote basieren auf OpenStack für die Cloud. Manche Kunden wollen jedoch weder das eine noch das andere, sondern beides, also eine Hybrid Cloud, oder gar eine Managed Cloud, die HP für sie betreiben soll.

Bill Veghte, Chief Operating Officer bei HP.
Bill Veghte, Chief Operating Officer bei HP. (Bild: HP)

Bill Veghte, der Chief Operating Officer bei HP, sieht dies ganz klar: "Die Kunden wollen die Hybrid Cloud." Aber sie sehen auch die Risiken: "die Bindung an nur einen Hersteller, einen komplizierten Einführungsplan, den Mangel an Fachwissen." Im Umkehrschluss heißt das für ihn: „Unternehmen brauchen Kontrolle über ihre Daten sowie flexible Service-Levels und Bereitstellungsmodelle für ihre Arbeitslasten.“ Hier komme HP mit seinem Cloud OS und dessen zahlreichen Services ins Spiel.

Das HP Cloud OS, eine offene und skalierbare Cloud-Plattform auf Grundlage von OpenStack, ist die Grundlage für eine, wie Veghte mehrfach betonte, "konsistente", auf offenen Standards basierende Architektur für Private, Public und Managed Clouds. Diese Offenheit soll den HP-Kunden größtmögliche Wahlfreiheit ("Choice") beim Einsatz von Cloud-Lösungen geben. Das dritte Stichwort in dieser Reihe ist "confidence", also Vertrauen.

Aber ist diese Offenheit wirklich der Fall, fragen sich die amerikanischen IT-Analysten von Saugatuck Technology in einer am 13. Juni veröffentlichten Analyse. Der Cloud-Markt hat sich ja mittlerweile stark weiterentwickelt, und Cloud-Angebote von Amazon Web Services (AWS), IBM, Microsoft, Google und seit kurzem auch VMware (Hybrid Services) ermöglichen es dem Unternehmenskunden, auf den es HP abgesehen hat, unter den preisgünstigsten Kombinationen auszuwählen.

Nach den Worten von Saar Gillai, SVP und General Manager für die HP Converged Cloud, werde HP so die "Lücke zwischen Private und Public Cloud überbrücken". Aber: "Ein weiteres Betriebssystem, egal wie gut es sein mag, kommt zu der Verwaltungslast des Server-Kunden hinzu", sagen Bruce Guptill, Mike West und Charlie Burns von Saugatuck - und verursacht somit zusätzliche Kosten, statt welche zu ersparen oder zu vermeiden.

Das sehen auch die Saugatuck-Analysten und fragen, ob HP sich und seinen prospektiven Kunden damit einen Gefallen tut, ein weiteres Cloud-"Betriebssystem" auf den Markt zu werfen. Es ist nämlich in seinen Erweiterungen des OpenStacks keineswegs offen und setzt sogar als Hardware-Plattform entweder das HP CloudSystem oder den Moonshot Server voraus. Letzterer komme von Haus aus mit dem Cloud OS, um so nach den Worten von Bill Veghte Großkunden, Managed Service/Cloud Providern und Value-added Resellern eine skalierbare Cloud-Plattform zu bieten.

"HP wird einen außergewöhnlich großen Ökosystem-Einfluss geltend machen und ihn skalieren müssen, um im Wettbewerb effektiv mithalten zu können", fordern die Saugatuck-Auguren. Immerhin: HP ist einer von nur acht Platinum-Sponsoren der OpenStack-Allianz und verfügt tatsächlich über entsprechend großen Einfluss.

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