Gelungener Einstieg in die digitale Transformation

Hosted Private Cloud – Experten als Partner auf Augenhöhe

| Autor / Redakteur: Holger Müller* / Elke Witmer-Goßner

Die Entscheidung zur Um- oder Neustrukturierung der IT-Systeme und IT-Betriebsmodelle hängt von vielen verschiedenen Faktoren und Fragen ab.
Die Entscheidung zur Um- oder Neustrukturierung der IT-Systeme und IT-Betriebsmodelle hängt von vielen verschiedenen Faktoren und Fragen ab. (Bild: Duncan Andison, Fotolia)

War die IT-Abteilung früher eine Blackbox für alle anderen Unternehmensbereiche und genoss einen Sonderstatus als Weichensteller für den Unternehmenserfolg, muss sie heute ihren Wertbeitrag zum Unternehmen und zu den Geschäftszielen deutlich zeigen.

Die zentrale Frage ist: „Make or buy?“. Wie können Dienste selbst erbracht werden oder ist es sinnvoller, sie auszulagern? Da viele Unternehmen noch davor zurückschrecken, kritische Systeme in die Public Cloud auszulagern, ist das Ergebnis derzeit meist eine Hosted Cloud, die die Flexibilität einer Public Cloud und die Sicherheitsstandards einer selbst betriebenen Private Cloud vereint. Wichtig ist hier, mit den richtigen Auswahlkriterien den passenden Provider zu finden, der als langfristiger Partner auf Augenhöhe berät und somit einen Mehrwert für das Unternehmen bringt.

Externe Partner bevorzugt

In Deutschland setzten fast zwei Drittel der Unternehmen bei der digitalen Transformation auf externe Partner.
In Deutschland setzten fast zwei Drittel der Unternehmen bei der digitalen Transformation auf externe Partner. (Bild: Crisp Research)

Eine aktuelle Studie des Marktforschungsunternehmens Crisp Research ergab, dass bereits 81 Prozent der befragten deutschen Unternehmen für die Umsetzung einer Industrie-4.0-Umgebung auf externe Partner zurückgreifen. Demnach lagert fast die Hälfte der Befragten bereits zwischen 20 und 80 Prozent auf externe Infrastruktur-Services aus. Dies hat seine Gründe: War die IT-Abteilung früher hauptsächlich mit dem IT-Betrieb und dem Support betraut, soll sie heute der Innovator im Unternehmen sein und ist aus den digitalisierten Geschäftsprozessen nicht mehr wegzudenken. IT ist geschäftskritisch geworden und Ausfälle können für das Unternehmen teuer werden. Zudem müssen Unternehmen mit der Zeit gehen und sich mit Ansätzen wie Digital Enterprise, Industrie 4.0 oder Internet of Things beschäftigen, um wettbewerbsfähig zu bleiben – Transformationsaufgaben, die Unternehmen oftmals nicht selbstständig stemmen können.

Der Einsatz externer Dienstleister in allen Bereichen der IT wird daher aus folgenden unterschiedlichen Gründen zunehmend interessant:

  • Zu viele Mitarbeiter sind im Bereich Daily Operations gebunden und fehlen für innovative Projekte, die als Business-Enabler einen Wettbewerbsvorteil versprechen.
  • Vor allem in Unternehmen, die noch mit Legacy Systemen arbeiten oder sich abseits der Ballungszentren befinden, fehlt oftmals das nötige Know-how.
  • Technologien wie Cloud Computing können von der eigenen IT-Abteilung oftmals nicht so umgesetzt werden, dass alle unternehmerischen und rechtlichen Anforderungen erfüllt sind.
  • Notwendige Prozesse und Erfahrungen sowie das erforderliche Personal fehlen, um Aufgaben, wie Konsolidierung der Systeme und IT-Standorte zu meistern.
  • Die IT ist Commodity und soll möglichst kostengünstig laufen. Der Betrieb der meisten Systeme allein erzeugt jedoch keinen Mehrwert.
  • Die Vergrößerung eines bestehenden Rechenzentrums ist an erhebliche Kosten gebunden (Energieversorgung, Klimatisierung, etc.) und meist sind eigene Raumkapazitäten ausgereizt.

Diesen Anforderungen kann mit Hilfe spezialisierter Dienstleister begegnet werden, die den Betrieb der IT ganz oder teilweise übernehmen. Auch hinsichtlich Schätzungen von Spezialisten, die davon ausgehen, dass allein der alltäglich IT-Betrieb zwischen 60 und 70 Prozent des Budgets ausmacht, erscheint ein Teil-Outsourcing sinnvoll. So wird die IT-Abteilung entlastet und kann sich wieder auf wichtigere Aufgaben konzentrieren.

Auslagern, ja. Aber was?

IT-Abteilungen stehen zunehmend unter Druck bei gleichem oder nur geringfügig höherem Budget immer umfangreichere Aufgabenspektren zu bewältigen.
IT-Abteilungen stehen zunehmend unter Druck bei gleichem oder nur geringfügig höherem Budget immer umfangreichere Aufgabenspektren zu bewältigen. (Bild: Capgemini)

Bei der Frage, welche Prozesse oder Dienste am ehesten ausgelagert werden können, herrscht noch Uneinigkeit. Auf der einen Seite gibt es Unternehmen, die sich vor allem vorstellen können, Commodity-Dienste wie E-Mail oder Storage auszulagern. Für sie steht im Vordergrund, dass diese Dienste nicht dazu beitragen, sich im Markt zu differenzieren. Daher sollten sie auch nicht die IT-Abteilungen belasten und möglichst kostengünstig ausgelagert werden. Anderer Meinung – wenn auch im Moment in Deutschland noch in der Minderheit – ist eine Gruppe, die in erster Linie Potenzial darin sieht, kritische Anwendungen auszulagern. Ihr Kernargument ist, dass der Betrieb dieser Anwendungen extrem komplex ist und ein hohes Maß an Know-how erfordert. Dies ist im eigenen Unternehmen oft nur schwer zu generieren. Daher sollten Fachleute mit entsprechendem Spezialwissen damit betraut werden.

Insbesondere Cloud-Angeboten kommt hier eine Sonderstellung zu: Sie sind relativ kostengünstig zu implementieren und lassen sich im Falle von Geschäftserfolgen schnell und beinahe unbegrenzt skalieren. Doch gerade in geschäftskritischen Bereichen, wie bei sensiblen Personaldaten, kommt für viele Unternehmen eine Public-Cloud-Lösung aus Compliance- und Sicherheitsgründen meist nicht infrage. Alternativ wäre hier eine Private Cloud denkbar, die jedoch in der Administration sehr aufwendig ist. Auch stellen das erforderliche Monitoring und die Sicherheit der Private Cloud die Unternehmen vor erhebliche Herausforderungen. Mithilfe des richtigen Dienstleisters kann jedoch auch hier der Einstieg gelingen.

Individuelle Bedürfnisse bedienen

Bei der Auswahl des „richtigen“ Dienstleisters sind mehrere grundlegende Faktoren zu beachten: Zunächst sollte er natürlich technologische Kompetenzen vorweisen und über Branchen- sowie Prozess-Know-how verfügen. Weiterhin sollte die Übergabe des IT-Betriebes an einen Service Provider immer als langfristige Partnerschaft ausgelegt werden. Daher ist es wichtig, sich auch über die Unternehmenskultur, -größe und -struktur des Dienstleisters zu informieren. Je besser dieser zum eigenen Unternehmen passt, desto besser ist die Grundlage für die Zusammenarbeit, denn Übereinstimmung schafft Verständnis für die individuellen Bedürfnisse. Der Provider kann so eine maßgeschneiderte Zielarchitektur konzipieren. Bei kritischen Systemen und komplexen heterogenen IT-Landschaften ist auch die Beratungskompetenz des Dienstleisters ein wichtiger Faktor, den es zu berücksichtigen gilt. Deutlich im Vorteil sind hier herstellerunabhängige Anbieter, da sie technologisch breiter aufgestellt sind und keinen vertraglichen Zwängen unterliegen, sondern dem Kunden auf Augenhöhe begegnen können.

Insbesondere beim Einsatz von Cloud-Lösungen ist die Frage nach dem Standort des Dienstleisters zu stellen. Mit der Aufkündigung des Safe-Harbour-Abkommens verbieten sowohl die entsprechenden EU-Richtlinien als auch das Bundesdatenschutzgesetz die Speicherung oder Verarbeitung von personenbezogenen Daten außerhalb der EU. Gerade aus technischen Gründen ist der Standort wichtig. Vor allem für Unternehmen, die extern betriebene IT-Niederlassungen im Ausland anbinden wollen, ist eine hochverfügbare und sehr breitbandige Internet-Anbindung wichtig. Rechenzentren in der Nähe von Frankfurt und damit des deutschen Internet-Knoten sind daher besonders beliebt.

Auch die Frage nach dem Support ist an den Standort des Anbieters gebunden. Bei Cloud-Lösungen spielen hier die garantierte Verfügbarkeit der Systeme, Support und Reaktionszeiten, die in den Service-Level-Agreements (SLAs) festgeschrieben werden, eine zentrale Rolle. Diese sind jedoch bei vielen Providern als starres Gerüst festgezurrt. Vor allem Unternehmen aus dem gehobenen Mittelstand müssen aber oft schnell und flexibel auf neue Situationen und veränderte Anforderungen reagieren und brauchen einen Dienstleister, der entsprechende Handlungsoptionen bietet. Hier können Provider wie Fritz & Macziol punkten. Die Service Levels sind entsprechend den Kundenbedürfnissen aufgestellt. Zwischen einfachem Service an Werktagen und Monitoring rund um die Uhr ist alles möglich.

Flexible Lösungen – die Hosted Private Cloud

Ist der richtige Dienstleister gefunden, kann an die Umsetzung von passenden Lösungen gedacht werden. Wie bereits beschrieben, schrecken viele Unternehmen noch vor Public-Cloud-Lösungen zurück, während andererseits für Private-Cloud-Lösungen das Know-how im Unternehmen fehlt. Als Lösung wird daher im Moment die Hosted Private Cloud favorisiert. Diese wird wie eine Public Cloud komplett vom Dienstleister betrieben, der dann auch die Sicherheit der Daten gewährleistet – Flexibilität wie in der Public Cloud, Sicherheit wie in der Private Cloud. Vorteil ist hierbei außerdem, dass der IT-Service ohne großen Aufwand für den Kunden die Plattform wechseln kann. So startet ein Unternehmen beispielsweise auf einer kleinen Shared-Plattform und steigt bei ersten Erfolgen auf eine dedizierte Plattform um.

Holger Müller, Fritz & Macziol.
Holger Müller, Fritz & Macziol. (Bild: Fritz & Macziol)

Es gilt das alte effizienter und besser zu tun sowie durch neue Technologien das Unternehmen zukunftsfähig zu machen, um auch in den kommenden Jahren wettbewerbsfähig zu bleiben. Dabei ist es wichtig, sich nach einem starken Partner umzusehen, der auf Augenhöhe berät, über das entsprechende Know-how und über passende Dienstleistungsangebote verfügt. Sowohl die Auswahl des Providers als auch die Entscheidung, was ausgelagert werden soll – kritische Systeme oder Commodity – muss im Vorfeld strategisch angegangen werden, damit bestmögliche Ergebnisse erzielt werden können.

Dienstleister, die beim Start in die digitale Transformation zur Seite stehen, bieten flexible Lösungen, um den unternehmensinternen und individuellen Herausforderungen gerecht zu werden. Entscheidend ist jedoch, dass Kunden nicht nur den Status quo an den Provider übergeben, sondern im Blick behalten, dass durch die Dienste ein echter Mehrwert geschaffen wird.

* Holger Müller ist Business Unit Manager IT Management & Betrieb bei Fritz & Macziol.

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