Social Business im Kontext von Cloud Computing

Flexible Ressourcen als Hebel für das Business

| Autor / Redakteur: Oliver Giering, Heiko Henkes, Experton Group / Florian Karlstetter

Viele Anbieter von Social Business Software stellen ihre Lösungen bereits über Software-as-a-Service-Modelle bereit, die zu jeder Zeit, an jedem Ort und – im besten Fall – Device-unabhängig zur Verfügung stehen.
Viele Anbieter von Social Business Software stellen ihre Lösungen bereits über Software-as-a-Service-Modelle bereit, die zu jeder Zeit, an jedem Ort und – im besten Fall – Device-unabhängig zur Verfügung stehen. (© Nmedia - Fotolia.com)

Social Business war auch im auslaufenden Geschäftsjahr 2014 ohne Zweifel eines der Trendthemen innerhalb der modernen IT-Welt. Die Implementierung von Software mit „Social“-Funktionalitäten, die dem User zum Teil ohnehin aus dem Privatleben bekannt sind (etwa Filesharing, Web-Conferencing, Chats), hält nun allmählich Einzug in die Unternehmenswelt.

Daraus können viele Mehrwerte entstehen, es entstehen allerdings auch viele Probleme und Unsicherheiten im Umgang mit diesem Trend. Der Social-Business-Gedanke geht hierbei über den reinen Social-Media-Kontext – mit welchem Social Business häufig verwechselt wird - hinaus; möchte er doch das Wissen und die Informationen der Mitarbeiter in einem Unternehmen und vor allem auch mit externen Parteien entlang der Supply- bzw. Value-Chain teilen und für eine lückenlose Kollaboration, die nicht zuletzt zunehmend zum Erfolgsfaktor wird, sorgen.

Ende des Jahres 2014 lässt sich somit feststellen: Die enormen Potenziale der Social-Business-Komponenten beispielsweise im Social-Analytics-Bereich oder die überaus vorteilhaften Kollaborationsmöglichkeiten einiger Social Enterprise Networking Suites (Intranet 2.0), sind in vielen Unternehmen erkannt und in ihrer Bedeutung eingeordnet. Die Umsetzung lässt jedoch noch zu wünschen übrig. Das gilt speziell für die individuelle Einführung (HR) und Integration in die IT-Landschaft. Ferner gilt es zu erörtern, welche Strategie notwendig ist, um die Effizienz – denn darum geht es im Kern des Social-Business-Modells – der eigenen Mitarbeiter und der Arbeit an sich, tatsächlich nachhaltig fördern zu können.

Cloud Computing, Mobility und Social Business als Taktgeber neuer Arbeitsweisen

Ähnlich zum Bereich des Mobile Enterprise heißt auch hierbei das geeignete Vehikel: Cloud Computing. Viele Anbieter von Social Business Software stellen ihre Lösungen bereits über Software-as-a-Service-Modelle bereit, die zu jeder Zeit, an jedem Ort und – im besten Fall - Device-unabhängig zur Verfügung stehen. Weshalb ist dies gerade im Bereich Social Business so bedeutungsvoll?

Es ist zu beachten, dass Social-Business-Konzepte auch neue Arbeitsweisen mit sich bringen, die starre Bürozeiten und ortsgebundene Präsens ad acta legen. Der wichtigste Aspekt ist jedoch daher infrastrukturunabhängige Kollaboration rund um einen Prozess bzw. das Teilen von Informationen respektive Wissen über ehemalige Grenzen hinweg. Zugleich spielt auch die kluge Interpretation vieler heterogener Datenpools eine entscheidende Rolle.

Durch die neuen Möglichkeiten Business-Software geräteunabhängig im Browser oder als native Anwendung / App mittels Breitbandanbindung zu nutzen, entstehen viele Vorteile: Der Mitarbeiter ist zum einen nicht mehr an sein Büro gebunden. Ob im Zug, zuhause im Garten oder direkt bei einem Kunden vor Ort, durch Mobile Enterprise bzw. Enterprise Mobility Management (EMM) im Hinblick auf das Management von Devices, Informationen und Anwendungen, erfahren Unternehmen und ihre Mitarbeiter derzeit einen gänzlich neuen Freiheitsgrad.

Zum anderen nutzen Social Business Tools, die sich über mobile Endgeräte abrufen lassen, auch den Vorteil der Aktualität: Meinungen respektive plötzliche Einfälle und situative Ideen, lassen sich am Ort des Entstehens bzw. zum Zeitpunkt des Entstehens einfangen und können über Cloud-Technologien geteilt werden. Das bringt den Mehrwert der Aktualität und die personenbezogene Aufnahme von Informationen. Inhalte und Wissen in einem Unternehmen und den angeschlossenen Netzwerken werden somit in Echtzeit immer häufiger zum Allgemeingut. Somit steigt also nicht nur die Informations- bzw. Datenflut, sondern es wird immer wichtiger auch professionelles Wissensmanagement zu betreiben.

Informelle Selbstbestimmung muss erhalten bleiben

Der zunehmende Einsatz von mobilen Geräten, eine Vernetzung von Menschen und Unternehmen sowie der Motivationsfaktor der Mitbestimmung und persönlichen Entfaltung bedingen jedoch in den meisten traditionellen Unternehmen neue Denkmuster. Kotter’s 8 Prozessschritte für einen erfolgreiches Change Management sind dennoch auch heute und in Verbindung mit aktuellen IT-Trendthemen noch bzw. mehr denn je von Bedeutung. Auf der technischen Seite wissen IT-Systeme anhand von Funkzellen und weiteren (sensorgetriebenen) Messwerten, was ein Individuum (etwa der Mitarbeiter oder aber auch die Zielgruppe) tut oder mit welchem System oder Maschine er gerade interagiert. Um diese Funktionalitäten nicht in ein Orwell’sches Big-Brother-Schreckensszenario zu verwandeln, müssen (kulturelle) Aspekte der Nutzung von mobilen Endgeräten und die Evaluationen der Absichten durch das Management und mit den Mitarbeitern abgestimmt werden. Die informelle Selbstbestimmung muss nämlich auch in der zukünftigen Welt erhalten bleiben.

Nichtsdestotrotz wird dezentrales Arbeiten in den kommenden Jahren im Zuge der Digitalisierung der Geschäftswelt stark zunehmen. Damit beispielsweise der Sales-Mitarbeiter kurz vor dem Kundentermin noch notwendige CRM-Informationen abrufen kann, muss die IT mitspielen. Flexible Cloud-Infrastrukturen bieten hierbei maximale Vorteile. Ein dynamisches Kapazitätsmanagement sorgt für die nötige Elastizität. Die IT „wächst und schrumpft“ in Abhängigkeit der Last oder auch den Anforderungen. Die oftmals vorhandene Bezahlung nach tatsächlichem Verbrauch, sorgt auch für Vorteile bei (sehr) kleinen und mittleren Unternehmen, die durch die sonst nötigen Anschaffungen von Hardware-Ressourcen klassischerweise vor finanziellen Problemen stehen. Gesteigerte Kostentransparenz bei reduzierten Risiken ist das Ergebnis.

Die richtige Auswahl des Cloud-Fundaments ist unumgänglich – Security darf nicht vergessen werden

Die Einführung von Social-Business-Lösungen, die auf Cloud-Computing-Fundamenten basieren, erfordern jedoch die ganzheitliche Evaluation der Auswirkungen der neuen IT bzw. Software. Zunächst einmal gibt es hierbei neben vielen Vorteilen auch Sicherheitsrisiken, die es zu evaluieren gilt.

Welche geschäftskritischen Daten von beispielsweise Social-CRM-Lösungen möchte (oder darf – Stichwort Datenschutz) man über Cloud-Computing-Ressourcen überhaupt speichern? Ist der eigene Betrieb über Private-Cloud-Infrastrukturen notwendig, oder lassen sich auch Public-Cloud-Konzepte verwirklichen? Wo genau betreibt der Social Business Vendor seine Produkte? Diese Punkte sind im Kontext von Social Business Software – die oftmals mit sensiblen Kundendaten und geschäftskritischen Informationen agieren – von äußerster Bedeutung.

Die gängigen Betriebsmodelle Private- und Public-Cloud, haben hierbei jeweils Vor- und Nachteile, die es zu beachten gibt und die mit den eigenen Zielen und Anforderungen konform sein müssen, um Erfolg zu versprechen. Ein wichtiger Vorteil von Public-Cloud-Modellen ist sicherlich der schnelle Einstieg in die Services, welche quasi per Knopfdruck (on Demand) zur Verfügung stehen. Die Kosten für Installation, Wartung und Betrieb sind bereits in den nutzungsabhängigen Kosten inkludiert. Zusätzliche Ressourcen bzw. User-Accounts lassen sich in vielen Fällen bereits schon monatlich hinzu- bzw. abbuchen.

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