Gastbeitrag von Huw Owen, Couchbase

Entwicklung einer Cloud-Strategie entlang moderner Datenanforderungen

| Autor / Redakteur: Huw Owen* / Florian Karlstetter

Daten sind das Herzstück stark interaktiver Unternehmen.
Daten sind das Herzstück stark interaktiver Unternehmen. (Bild: © Pavlo Vakhrushev - stock.adobe.com)

Daten sind das Lebenselixier des digitalen Geschäfts. Sie sorgen für Wettbewerbsvorteile und sind für nahezu alle Points-of-Engagement erforderlich: von der Rückverfolgung von Waren in Produktionslinien und der Optimierung von Lieferketten über das Erfassen von Lagerbeständen in einem Store bis hin zur Bereitstellung individualisierter Dienste für Kunden.

Vom mutigen neuen Ansatz über das Modewort der Branche bis hin zur Gründung vieler kritischer Dienste – die Cloud hat sich in relativ kurzer Zeit sehr stark entwickelt. Blickt man nur zehn Jahre zurück, so konzentrierten sich die Anforderungen der ersten Cloud-Anwender damals hauptsächlich auf zwei Aspekte: Einfachheit und Kosten. Diese Pionierunternehmen setzten üblicherweise einen kleinmaßstäblichen Integrated Stack von einem Cloud-Anbieter ein und nutzen ihn zum Hosten relativ einfacher Anwendungen, wie Back-ups oder Chat-Apps. Das hat problemlos funktioniert. Organisationen waren plötzlich in der Lage, Tools und Services zu entwickeln, die zuvor einfach nicht möglich waren, oder die nicht in dem Maßstab und zu den Kosten angeboten werden konnten, wie Organisationen dies benötigt haben.

Heute stehen Organisationen unter enormem Druck, hochkomplexe, in Echtzeit reaktionsfähige Anwendungen zu entwickeln. Tatsächlich gaben in einer kürzlich durchgeführten Studie zur digitalen Transformation 85 Prozent der IT-Führungskräfte an, dass sich die digitalen Veränderungen in ihrer Branche im letzten Jahr beschleunigt hätten. Als Reaktion darauf versuchen diese Unternehmen, ihre digitalen Angebote zu revolutionieren, wobei fast 90 Prozent der IT-Führungskräfte einräumen, dass sie in den nächsten zwölf Monaten digitale Dienste einführen oder akzeptieren müssen, an Relevanz zu verlieren. Der Datenbedarf dieser neuen Dienste ist riesig; von TV-Diensten, die mit massiven Bedarfsspitzen kämpfen, wenn die neueste Episode ausgestrahlt wird, bis hin zu Einzelhändlern, die Bestände aus mehreren zehn Millionen Produkten in Echtzeit aktualisieren müssen.

Während die Bestrebungen in Hinblick auf komplexere Anwendungen und Datennutzungen ständig wachsen, erkennen nun viele Organisationen, dass ihre alte Infrastruktur – ganz gleich, ob Cloud oder On-Premises – sie behindert, insbesondere, wenn es um die Frage geht, wie sie ihre Daten nutzen können.

Drei moderne Datenanforderungen

Daten sind das Lebenselixier des digitalen Geschäfts. Sie sorgen für Wettbewerbsvorteile und sind für nahezu alle Points-of-Engagement erforderlich: von der Rückverfolgung von Waren in Produktionslinien und der Optimierung von Lieferketten über das Erfassen von Lagerbeständen in einem Store bis hin zur Bereitstellung individualisierter Dienste für Kunden. Daten sind das Fundament aller Anwendungen in den extrem interaktiven Unternehmen von heute. Das Problem ist: Verlässt man sich auf eine einzige Cloud, kann es für moderne digitale Unternehmen schwer werden, die drei wichtigsten Anforderungen zu erfüllen:

1. Flexibilität: Zwar kann ein bestimmter Cloud-Anbieter zu einem spezifischen Zeitpunkt eine gute Wahl sein, eine Garantie, dass er den Kosten und dem Mittelbedarf des Unternehmens auf Dauer gerecht werden kann, gibt es allerdings nicht. Nicht alle Clouds sind gleich aufgebaut. Es kommt relativ häufig vor, dass Unternehmen bestimmte Daten oder Workloads im Sinne der Kostenoptimierung zwischen unterschiedlichen Clouds verschieben möchten. Dies wird unweigerlich zu einer Herausforderung, wenn Daten in einer Cloud „eingesperrt“ werden, weil der Anbieter es Nutzern absichtlich schwer macht, zu einer anderen Cloud zu migrieren. Wenn Unternehmen auf Anforderungen, wie Bedarfsspitzen, Veränderungen an Anwendungen oder langfristiges Wachstum reagieren müssen, möchten sie sicher sein, dass sie ihre Daten problemlos zu der Cloud oder dem On-Premise-System verschieben können, welches ihre Anforderungen am besten erfüllt.

2. Risikominimierung: Wenn es um die Anwendungsperformance geht, erwarten die meisten Nutzer heute extrem reaktionsschnelle Anwendungen – nicht selten mit Reaktionszeiten von unter einer Millisekunde. Selbst geringste Leistungsminderungen können Kunden frustrieren. Sollte es bei einem Cloud-Anbieter zu einem größeren Ausfall kommen, könnte das dazu führen, dass ein Service überhaupt nicht funktioniert und das könnte wiederum schwerwiegende Folgen für den Ruf der Organisation haben. Obwohl die Wahrscheinlichkeit eines solchen Ausfalls gering ist, bedeutet alleine schon die drohende Gefahr, dass viele Unternehmen in der Lage sein möchten, Workloads sehr kurzfristig von einem Cloud-Provider zum nächsten umleiten zu können.

3. Innovation: Unternehmen suchen ständig nach Wegen, wie sie einen höheren Nutzen aus ihren Daten generieren und Anwendungen und Dienste entwickeln oder so modifizieren können, um auf Kundenbedürfnisse, neue Bestimmungen oder ihren Wettbewerb zu reagieren. Beispielsweise versuchen immer mehr Unternehmen, Daten näher zur Edge zu verschieben, sodass mobile Anwendungen und IoT-Geräte Echtzeit- und „Offline-First“-Erfahrung bieten können. Eine zentralisierte Cloud-Architektur erfüllt normalerweise nicht die Anforderungen an die Speicherung und Verarbeitung von Daten auf diese Weise. Unternehmen haben erkannt, dass sie Daten nicht nur problemlos von einer Cloud zur anderen verschieben können müssen, sondern Daten auch von einem On-Premise-Deployment zu einer Cloud und zurück, und in zunehmendem Maße von einem Cloud- oder On-Premise-Deployment zu einem beliebigen Mobil- oder Edge-Gerät.

Anpassen oder scheitern – eine Strategie entwickeln, die hält, was sie verspricht

Immer mehr Unternehmen, die vor einem guten Jahrzehnt zur Cloud übergingen, passen ihre Cloud-Architektur heute im Sinne einer Cloud-neutralen oder Multi-Cloud-Strategie an. Sie unterstützen Anwendungen mit Datenbank-Technologie, die Anbieterübergreifend arbeitet, und wählen auch die beste Cloud für jede betriebliche Anforderung aus – was oftmals dazu führt, dass eine Kombination aus mehreren privaten und öffentlichen Clouds genutzt wird.

Ein Beispiel: Die Kosten der öffentlichen Cloud eines Unternehmens geraten langsam außer Kontrolle. Vor dem Hintergrund einer cloud-neutralen Strategie könnten die Organisationen ihre eigenen Datenzentren aufbauen und ihre Anwendungen in ihrer eigenen privaten Cloud ausführen, ohne zusätzlichen Aufwand. Gleiches gilt auch für eine neue Datenverordnung. Mit einem Multi-Cloud-Konzept hat ein Unternehmen die Möglichkeit, alle kompromittierten Daten und Workloads, ohne das Problem der Cloud-Bindung, in eine sichere On-Premise-Umgebung zu verschieben.

Doch obwohl die Multi-Cloud einige der modernen Datenanforderungen erfüllt, ist auch sie nicht ganz unproblematisch. Das offensichtliche Problem in einem vielfältigeren Umfeld ist die Frage, wie all diese Teile zusammengehalten werden können, damit Ihre Daten nicht isoliert werden. APIs können über Plattformen hinweg Zugriff auf Daten bieten. Oft geht dies allerdings zulasten von Leistung und Komplexität, was sich innovative, digitale Unternehmen einfach nicht leisten können.

Ein Weg, wie Unternehmen ihre Multi-Cloud-Einstellung anpassen, um diese Herausforderungen zu meistern, ist der Aufbau einer unabhängigen Datenschicht, die als Schaltzentrale dient und Anwendungen mit Daten versorgt, wann immer und wo immer sie diese brauchen.

Die Datenschicht arbeitet parallel zu einem Mix aus öffentlichen und privaten Clouds. Es spielt keine Rolle mehr, wo sich bestimmte Daten befinden – wenn ein Unternehmen das Profil eines Nutzers in verschiedenen Kanälen speichern möchte, kann es das. Beispielsweise könnte ein Endkunde den Suchlauf über eine mobile Anwendung beginnen, die auf einer öffentlichen Cloud-Infrastruktur gehostet wird. Er könnte dann zusätzliche Items hinzufügen und sie über die auf einer privaten Cloud basierenden Webseite des Händlers wieder verlassen. Schließlich könnte er digitale In-Store-Displays nutzen, die auf einem In-Store-Server laufen, um seine Click-and-Collect-Bestellung abzuschließen. Um eine reibungslose Kundenerfahrung zu gewährleisten, müssen diese Daten über all diese Infrastrukturen hinweg einheitlich sein.

Cloud ist eine Reise, kein Ziel

Huw Owen, Leiter EMEA & APJ bei Couchbase.
Huw Owen, Leiter EMEA & APJ bei Couchbase. (Bild: Couchbase)

Bei der Cloud-Architektur handelt es sich wie bei vielen unternehmerischen Aspekten um eine Reise, nicht um ein Ziel. Ständige Weiterentwicklung und Anpassung ist wichtig, um Stagnation und Ausfälle zu vermeiden. Unternehmen sind, um den sich ändernden Geschäftsanforderungen gerecht zu werden, mit der komplexen Realität der Entwicklung ihrer Cloud konfrontiert. Sie müssen in der Lage sein, Daten von ihren Clouds abzuziehen und bereitzustellen, wo immer sie gebraucht werden, möglichst in Echtzeit. Es geht nicht nur darum, die richtige Cloud für die aktuellen Anforderungen des Unternehmens auszuwählen, sondern auch darum, das richtige Datenmanagement zu unterhalten, um sicherzustellen, dass die Geschäftsziele der Cloud-Architektur nicht über den Kopf wachsen.

Der Autor: Huw Owen, Leiter EMEA & APJ bei Couchbase.

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