Vom Administrator zum Business Enabler

Die neue Rolle des DBA

| Autor / Redakteur: Pascal Poletto & Waldemar Pfeifer * / Stephan Augsten

Der Datenbankadministrator vereint mittlerweile mehrere Rollen: als Architekt, Entwickler und Wissensträger.
Der Datenbankadministrator vereint mittlerweile mehrere Rollen: als Architekt, Entwickler und Wissensträger. (Bild gemeinfrei: Campaign Creators / Unsplash)

Mit der Verlagerung von Datenbanken in die Cloud verlagert sich auch das Aufgabenspektrum des Datenbankadministrators: Er soll nicht mehr nur ein Datenbanksystem verwalten, sondern vielmehr als Wissensträger und Datenexperte fungieren, der in der Lage ist, auch mal ein Skript selbst zu schreiben.

Das Sammeln und Auswerten von Daten ist heute entscheidend für den Geschäftserfolg eines Unternehmens. Deshalb spielt auch der Datenbankadministrator (DBA) eine wichtige Rolle. Er trägt die Verantwortung für eine sichere Datenspeicherung sowie Abrufbarkeit zu jeder Zeit.

Durch die immer größere und sich wandelnde IT-Landschaft sowie die steigende Datenflut gehen Unternehmen dazu über, Datenbanken zunehmend in der Cloud zu hosten. Anbieter von On-Demand-Plattformen sind unter anderem Amazon Web Services, Microsoft Azure, Google Cloud und Datenbankhersteller wie Oracle oder MongoDB. Der jeweilige Service-Anbieter übernimmt automatisiert Bereitstellung, Installation, Updates sowie die Wartung.

Für den Datenbankadministrator fallen dadurch einige Routineaufgaben weg, was ihm wiederum Freiraum für Tätigkeiten verschafft, die er zeit- und ressourcentechnisch früher nicht bewältigen konnte. Er kann sich jetzt viel mehr um die Performance seiner Datenbank kümmern und verliert keine Zeit mehr bei roboterartigen Aufgaben wie Updates und Backups.

Verbesserung der Performance dank der Cloud

Bis vor wenigen Jahren war der klassische Datenbankadministrator rein für den Betrieb des Datenbanksystems verantwortlich. Er musste dafür sorgen, dass die Systeme aktuell sind und Installationen sowie Updates selbst vornehmen. Dadurch blieb kaum Zeit dafür, sich um die eigentliche Performance der Datenbank zu kümmern.

Durch die Cloud fallen Themen wie Patchmanagement, Monitoring, Backups, Infrastruktur und die Verfügbarkeit weg, was es den DBAs ermöglicht, sich auf relevantere Themen zu konzentrieren. Die Aufgabe besteht nun vor allem darin, den Überblick über die Cloud-Nutzung zu behalten – beispielsweise ob die Ressourcen für eine Cloud-Datenbank reichen und welche Parameter für die Bereitstellung zu setzen sind.

Um Benutzerrechte zu verwalten und den Datenbankservice zu skalieren, stehen ihm Management-Oberflächen zur Verfügung. Neben den vielen Vorteilen bringt das Hosting in der Cloud allerdings auch neue Herausforderungen mit sich.

Für die erforderliche Sicherheit sorgen

Die Ansprüche an die Sicherheit haben sich in den vergangenen Jahren aufgrund des digitalen Wandels und der DSGVO drastisch erhöht. Ein Datenbankadministrator ist dafür verantwortlich, Compliance und Datenschutz zu wahren und bei einem Datenbankausfall die Daten wiederherzustellen. Er muss dafür sorgen, dass niemand unerlaubt auf Daten zugreifen kann und dass sensible Daten auf Datenbankservern verschlüsselt sind.

Darüber hinaus sollte er sich überlegen, welche Sicherheitsmaßnahmen er voraussetzen möchte, um die Datenbank DSGVO-konform zu betreiben. Beispielsweise lässt sich über Policies regeln, welche Nutzergruppen auf welche Ressourcengruppen zugreifen können. Es ist auch möglich, Nutzern unterschiedliche Rollen einzuräumen und sie mehreren Gruppen zuzuweisen.

Da der Datenbankadministrator die Datenhoheit hat, muss er auch die dazugehörigen Prozesse verstehen und wissen, welche Sicherheitsstandards an welcher Stelle greifen, um zu kontrollieren, dass kein Unbefugter Zugriff auf sensible Daten erhält. Aufgrund dieser Anforderungen wird von ihm das Verständnis verlangt, wie Sicherheit, Datenschutz und die Compliance beim Datenbankbetrieb in der Cloud zusammenspielen.

Der Datenbankadministrator als Entwickler, Architekt und Wissensträger

Im Zuge der Digitalisierung werden Datenbankverwalter benötigt, die den technischen Wandel aktiv mitbegleiten. Ihre Aufgabe ist es nicht mehr nur, den Überblick zu behalten und die Datenbank zu überwachen, sondern auch zu handeln, wenn es notwendig ist. Es gibt unzählige Tools zur Verwaltung von Datenbanken, allerdings kann es vorkommen, dass in der ein oder anderen Situation das richtige Tool fehlt.

Ein DBA sollte deshalb mit Skripten bewandert sein, um diese in solchen Situationen selbst schreiben zu können. Auch im Hinblick auf den Datenbankbetrieb selbst – beispielsweise welche Komponenten wie den Datenbankbetrieb beeinflussen – benötigt der Datenbankadministrator breites Wissen. Nur so kann er herausfinden, warum eine Datenbank nicht optimal läuft, und aktiv Lösungsansätze erarbeiten sowie insgesamt eine passende Architektur aufbauen.

Letztendlich kann man deshalb sogar von einer Architektenrolle sprechen. Immerhin muss ein Datenbankadministrator in allen Bereichen Know-how besitzen und wissen, wie er alle Komponenten zusammensetzt, sodass ein reibungsloser Betrieb der Datenbank gewährleistet ist.

Erforderlich ist eine stetige Weiterbildung

Datenbankadministratoren sollten deshalb regelmäßig Schulungen erfahren und Konferenzen besuchen, um sich stetig fortzubilden und sich mit anderen Kollegen auszutauschen. Eine Möglichkeit bieten hier die herstellerunabhängigen Communities, die hinter jeder Datenbank stehen und den Wissensaustausch aktiv fördern.

Auf diese Weise können sich DBAs nicht nur Anregungen für ihren Alltag holen, sondern gemeinsam mit Kollegen innovative Ansätze für das eigene Unternehmen entwickeln. Auch Veranstaltungen wie beispielsweise die SQL-Server-Konferenz, der SQL-Saturday und auch das SQL-Camp bieten eine gute Chance, sich auf den aktuellen Stand zu bringen.

Vom Datenbankadmin zum wichtigen Treiber und Lenker

Cloud-Datenbanken machen Datenbankadministratoren alles andere als überflüssig – sie ermöglichen schlichtweg eine Verlagerung des Aufgabenbereichs. Dank der Verschiebung in die Cloud können sie sich auf Aufgaben wie die Diagnose und Optimierung der Datenbanken konzentrieren. Zunehmend müssen sie sich als eine treibende Kraft für den Wandel etablieren, denn sie sind oft die Schnittstelle zwischen Geschäftsführung und den Fachbereichsverantwortlichen.

Pascal Poletto
Pascal Poletto (Bild: Axians IT Solutions)

Im Idealfall vermittelt der Datenbankadministrator zwischen beiden Parteien, da er zum einen weiß, wie die Zukunft der Datenverarbeitung und -nutzung aussieht und zum anderen die gängigen datenzentrierten Geschäftsmodelle kennt. Er kann sich so als Vertrauensperson der Geschäftsführung und gleichzeitig Projektinitiator positionieren. Das erfordert allerdings ein tiefes und breites Fachwissen, das immer aktuell gehalten werden muss.

Waldemar Pfeifer
Waldemar Pfeifer (Bild: Axians IT Solutions)

* Die Autoren: Pascal Poletto ist Teamleiter Data Platform Solutions bei Axians IT Solutions, Waldemar Pfeifer arbeitet als Senior SQL System Engineer Collaboration Infrastructure bei Axians IT Solutions.

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