Cloud-Architektur sorgfältig planen

Die Multi-Cloud-Landschaft meistern

| Autor / Redakteur: Ralf Sydekum* / Florian Karlstetter

Aus mehreren Clouds bestehende Architekturen können das Management erschweren und die Nutzbarkeit bestehender Systeme beeinträchtigen. Daher gilt es, eine Cloud-Architektur sorgfältig zu planen.
Aus mehreren Clouds bestehende Architekturen können das Management erschweren und die Nutzbarkeit bestehender Systeme beeinträchtigen. Daher gilt es, eine Cloud-Architektur sorgfältig zu planen. (© Nmedia - stock.adobe.com)

Bei der Erstellung einer effizienten Cloud-Architektur entstehen viele komplexe Herausforderungen, auch in den Bereichen Steuerung und Richtlinien. Dabei gilt es, sich nicht im Detail zu verlieren, sondern Ziele bereits von Beginn an zu definieren.

Auf Basis einer klaren Vision kann die Cloud im unternehmerischen Umfeld enorme Chancen und Potenziale zur Erschließung neuer Geschäftsfelder eröffnen. Sie ermöglicht eine deutlich höhere Performance der Anwendungen, gleichzeitig bietet sie strenge Sicherheits- und Schutzmechanismen. Aktuelle „Cloud First“-Strategien erhöhen dabei deutlich die Innovationsfähigkeit und Gewinnspannen, wenn die cloudbasierten Lösungen zuvor eingehend überprüft wurden.

Der aktuelle State of Applications Delivery Report von F5 Networks stellte fest, dass der Anteil an weltweit tätigen Cloud-First-Unternehmen von 33 Prozent im Jahr 2016 auf 47 Prozent in diesem Jahr angestiegen ist. 32 Prozent der befragten Kunden gaben an, dass sie Lösungen für die öffentliche Cloud einsetzen, wobei 20 Prozent der Teilnehmer die Hälfte ihrer Apps in der Cloud betreiben und 86 Prozent Multi-Cloud-Architekturen besitzen.

Erfolgreicher Einsatz

Die Orchestrierung von Anwendungen muss jedoch exakt an die Geschäftsbedürfnisse angepasst werden. Mit den richtigen operativen Werkzeugen können Firmen auf jeder Cloud-Plattform Applikationen skalieren und bereitstellen, um die Performance durch größere Kontrolle, Flexibilität und Sicherheit zu verbessern. Unternehmen wie Salesforce, Workday und Deliveroo nutzen die Cloud bereits erfolgreich und verzeichnen großes Wachstum. Dies gelingt ihnen, indem sie durch hohe Agilität stetig in neue Geschäftsfelder eintreten. Auch BP setzt die Cloud ein, um die Erschließung von neuen Öl- und Gasvorkommen aus betrieblicher Sicht effizienter zu gestalten und dadurch eine schnellere Markteinführung zu erreichen.

Entscheidungsträger im IT-Bereich benötigen Dienste, die Anwendungen auf die gleiche Art und Weise bereitstellen, verwalten und schützen wie in einem Rechenzentrum. Die Vermeidung einer chaotischen Multi-Cloud-Expansion sowie die Vereinfachung der damit zusammenhängenden Komplexitäten ist unerlässlich, um feststellen zu können, welche Workloads für welche Umgebungen geeignet sind. Dies bedeutet, dass die von jedem Cloud-Anbieter bereitgestellten Anwendungs- und Sicherheitsfunktionen sowie Probleme durch mangelnde Sichtbarkeit und Kontrolle zu berücksichtigen sind.

Die Multi-Cloud-Welt

Die Entwicklung einer für die Geschäftstätigkeiten angemessenen Cloud-Architektur kann durchaus als gewaltige Aufgabe erscheinen. Die Überwindung der Angst vor Veränderungen ist daher von zentraler Bedeutung, um von der Multi-Cloud-Welt zu profitieren. Die große Herausforderung liegt darin, dass die Vielfältigkeit der Umgebungen häufig zu inkonsistenten Sicherheitsrichtlinien und Compliance-Risiken bei Anwendungen führt. Darüber hinaus können aus mehreren Clouds bestehende Architekturen das Management erschweren sowie die Nutzbarkeit und den Wert bestehender Systeme beeinträchtigen.

Zudem müssen Unternehmen Anwendungen und Dienste für Mitarbeiter sowie Kunden hinzufügen, obwohl die Applikationen im Rechenzentrum eigentlich konsolidiert werden sollen. Die Verwaltung unterschiedlicher Dienste in mehreren Clouds kann dabei aufgrund einer ineffizienten Ressourcenzuweisung sowie einer längeren Produkteinführungszeit schnell die Kosten erhöhen.

Typischerweise möchten Unternehmen einen Vendor-Lock-in durch proprietäre Architekturen vermeiden, sodass sie sich Alternativen wie Open-Source-Lösungen zuwenden. Mit branchenspezifischen Cloud-Lösungen lassen sich Anwendungen über private, öffentliche und vernetzte Clouds hinweg konsistent nutzen, ohne auf SSL sowie Sicherheits- und Zugriffssteuerung verzichten zu müssen.

Die Multi-Cloud bietet Unternehmen außerdem die Flexibilität, Anwendungen in einer Container-Umgebung auf einfachem Wege zu entwickeln, zu testen und zu skalieren. Bei korrekter Ausführung hochentwickelter „Gateway“-Technologien für Workload Discovery und effizienter Orchestrierung einer sichereren Verbindung zu Anwendungsdiensten können Multi-Cloud-Lösungen Unternehmen dabei unterstützen, von öffentlichen Ressourcen in der Cloud zu profitieren.

Eine Vision entwickeln

Ralf Sydekum, Technical Manager DACH F5 Networks.
Ralf Sydekum, Technical Manager DACH F5 Networks. (Bild: F5 Networks)

Höhere Flexibilität und Skalierbarkeit bei gleichzeitiger Senkung von operativen und Infrastrukturkosten sind wesentliche Gründe für die Migration von Anwendungen in die Cloud. In einer sich rasant entwickelnden und vernetzten Welt sollte es keine Einschränkungen mehr für die Nutzung von Apps geben.

Die Umsetzung ist keine leichte Aufgabe. Doch die zunehmende Verfügbarkeit von sicheren Cloud-Diensten und -Plattformen ermöglicht die Entwicklung einer Strategie mit konsistenten Richtlinien und Kontrollmechanismen, um eine schnellere Produkteinführung zu erreichen. Die heutige Multi-Cloud-Welt bietet vielfältige Möglichkeiten. Nun liegt es an den Unternehmen, diese für ihr weiteres Geschäftswachstum zu nutzen.

Der Autor: Ralf Sydekum, Technical Manager DACH F5 Networks

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