Effizientere Cloud-Prozesse und -Umgebungen

DevOps in der Cloud – das ist zu beachten

| Autor / Redakteur: Alex Fürst * / Stephan Augsten

Für DevOps in der Cloud müssen sich Unternehmen keinen Masterplan überlegen, kleine Meilensteine tun es auch.
Für DevOps in der Cloud müssen sich Unternehmen keinen Masterplan überlegen, kleine Meilensteine tun es auch. (Bild: Alexander Mils (instagram.com/alexandermils/) - Unsplash.com / CC0)

DevOps und Cloud sind zwei Trendthemen, die derzeit in vielen Branchen und Unternehmen diskutiert werden. Doch was ist bei der Kombination zu beachten, also wenn DevOps-Prozesse in der Cloud ablaufen?

DevOps ist nicht gleich DevOps. So sind beim Einsatz der entsprechenden Prozesse in der Cloud einige Punkte wichtig, die im eigenen Rechenzentrum keine oder nur eine geringe Rolle spielen. Der größte Unterschied liegt darin, dass in einer Cloud-Umgebung unbedingt entsprechende DevOps Tools einzusetzen sind. In einem herkömmlichen Rechenzentrum ist dies nicht so wichtig. Woran liegt das?

Die Vorteile von DevOps in der Cloud

Den größten Vorteil von DevOps-Prozessen in der Cloud bildet die mögliche Reduzierung der Kosten. Dies lässt sich jedoch nur erreichen, wenn eigene DevOps Tools zum Einsatz kommen. Wer DevOps-Prozesse in der Cloud genauso behandelt wie im eigenen Rechenzentrum, der setzt sie falsch ein. Das wäre so, als ob ein Rennauto nur dazu genutzt wird, um zum Bäcker um die Ecke zu fahren.

Für DevOps-Prozesse in der Cloud bedeutet das: Um sie richtig zu nutzen und den maximalen Mehrwert zu erhalten, sollten offene Lösungen verwendet werden. Die Cloud bietet nämlich keine Vorteile, wenn sie manuell verwaltet wird. DevOps Tools sind daher nötig, um den maximalen Mehrwert aus der dadurch möglichen Automatisierung zu erhalten.

Ein weiterer Vorteil liegt darin, dass ein Unternehmen innovative Services einfach entwickeln und ausprobieren kann. Ein Beispiel dafür bildet das Austesten eines neuen Workloads. Wenn das Unternehmen DevOps in der Cloud nutzt, ist das eine einfache und gut vorhersehbare Aufgabe. Dies erleichtert deutlich jede Aufgabe in Forschung und Entwicklung.

Die Schritte zur erfolgreichen Implementierung

Um DevOps in der Cloud erfolgreich einzuführen, sollten Unternehmen die folgenden Schritte durchführen. Am Anfang steht die Bereitstellung eines entsprechenden Supports, damit die Teams durch Best Practices lernen, wie sie die DevOps Tools optimal verwenden können.

Es gilt nämlich die gleiche Regel wie bei jeder neuen Technologie: Wer sie nicht versteht, wird sie nicht nutzen. Externer Support, Trainings und Zugang zu Entwicklungslabors in Kombination mit einer guten Strategie und einem angemessenen Zeitplan für die IT-Teams, wird daher den Geschäftserfolg deutlich unterstützen.

Der nächste Schritt basiert auf dem Standard-Motto von DevOps: Zusammenarbeit. Ein Unternehmen muss eine gemeinsame Mentalität besitzen, um die Vorteile wirklich zu erkennen. Die Cloud-Umgebung ist nämlich völlig anders als herkömmliche Server und jeder muss hier zusammenarbeiten, um die gemeinsamen Ziele zu erreichen. Nur damit lässt sich gewährleisten, dass es ein Framework für Collaboration gibt und damit auf selbstverständliche Weise eine bessere Umgebung erzeugt wird.

Der optimale Betrieb von DevOps-Prozessen

Wichtig ist dabei, mit relativ kleinen, überschaubaren Projekten zu starten und anschließend den DevOps-Betrieb schrittweise zu erweitern. Unternehmen brauchen keine sechs Monate oder ein ganzes Jahr, um die Vorteile von DevOps optimal zu nutzen. Es ist möglich, kleine Prozesse zu erstellen, mit denen innerhalb weniger Wochen erste Ergebnisse zu sehen sind.

Diese Lösungen lassen sich dann mit der Zeit ausbauen. Das bedeutet, es gibt schnell einen präsentierbaren Business-Mehrwert, wodurch sich IT-Teams auf die Entwicklung optimierter Services für die entsprechenden Bedürfnisse konzentrieren können.

Dabei sollten Unternehmen technische Standards bereitstellen, um der IT-Abteilung Richtlinien für die Problembehebung in der Cloud zu geben. Immer wieder wollen nämlich übermotivierte Mitarbeiter Probleme auf eigene Faust lösen. Aber ohne die korrekte Vorlage für den Umgang mit diesen Problemen beheben sie diese möglicherweise nicht auf die Art und Weise, wie es das Unternehmen möchte oder erwartet.

Die Best Practices für Unternehmen

Es gibt dabei zwei Best Practices für DevOps, die Unternehmen beachten sollten:

1. End-to-End Traceability

Hierunter versteht man umfassende Rückverfolgbarkeit. Ein Unternehmen muss also in der Lage sein, die Ursache jeder Änderung in der Cloud nachzuvollziehen. Dies hilft beim besseren Management der Cloud. Wenn jemand einen Fehler entdeckt, muss das Unternehmen verstehen können, welche in der Umgebung aktiven Code-Versionen verändert wurden und diesen Fehler verursacht haben.

Diese Aufgabe kann nicht ein einzelnes Tool erledigen, da es eine Vielzahl an Veränderungen gibt. Zudem muss das Unternehmen sicherstellen, dass entsprechende Metadaten in den Code eingefügt werden, um die Schritte nachvollziehen und rückverfolgen zu können.

2. Shift Left

Die Idee hinter Shift Left stammt aus dem IBM-Testzentrum und basiert auf der Erkenntnis, dass die Lösung von Problemen in der Produktion sehr teuer ist. Dabei kann es sich um Bugs, Ausfallzeiten oder Schwachstellen handeln. Sobald diese erst in der Produktion erkennbar werden, ist die Behebung der Fehlerursachen sehr aufwändig. Wenn man sich vorstellt, dass im Zeitablauf die Entwicklung auf der linken Seite und die Produktion auf der rechten Seite steht, wird die Bedeutung von Shift Left, also dem Verschieben nach links, deutlich.

Unternehmen müssen Probleme möglichst frühzeitig während der Entwicklung erkennen und beheben, damit möglichst wenig Folgekosten entstehen. Dies beeinflusst wiederum die Art und Weise, wie Unternehmen neuen Code planen, entwickeln, programmieren und anwenden sowie Änderungen in der Umgebung durchführen.

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Ausblick in die Zukunft

Alex Fürst
Alex Fürst (Bild: Rackspace)

In den kommenden ein bis zwei Jahren wird es einige Veränderungen im Bereich DevOps in der Cloud geben. So werden immer mehr Container genutzt und dies wird auch zu einer Konsolidierung der Landschaft für die Container-Orchestrierung führen. Derzeit kommen hauptsächlich drei verschiedene Systeme zum Einsatz, die künftig einfacher nutzbar oder standardisiert sind.

Zudem wird der Glaube abnehmen, DevOps sei ein eigenständiger Job im Unternehmen. DevOps-Spezialisten werden die gleichen Aufgaben erledigen, auch wenn sie nicht die gleiche Job-Bezeichnung haben, da das DevOps-Konzept auch in andere Positionen integriert wird. So entwickelt sich DevOps zum Standardweg für die Verwaltung von Cloud-Umgebungen.

* Alex Fürst ist Vice President DACH bei Rackspace.

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