Cloud Computing findet in Deutschland immer mehr Zuspruch. Besonders kleine Unternehmen sehen im flexiblen Mieten von Kapazitäten und Software Chancen, ihre Ressourcen mehr aufs eigentlich Business zu konzentrieren. Aber es gibt auch Fallstricke, wie diverse Cloud-Anbieter im ERP- und ECM-Markt zu berichten haben.
Obwohl die Nachfrage nach Software aus der Cloud ungebrochen ist: nicht alle Ausprägungen profitieren gleichermaßen.
Die Nachfrage nach Software aus der Cloud in Deutschland ist ungebrochen. Software-as-a-Service geht in der Software auf und verzeichnet 2015 nach Angaben des Bitkom im Vergleich zum Vorjahr ein Umsatzplus von 5,7 Prozent. PaaS und IaaS, die als IT-Services ausgewiesen werden, verzeichnen gemäß Bitkom ein Umsatzplus von 3 Prozent gegenüber 2014.
In absoluten Zahlen weiß dies die Experton Group. Im „Cloud Vendor Benchmark 2015“ erwarten deren Auguren 2015 ein Cloud-Marktvolumen von 9,2 Mrd. Euro in Deutschland. Davon fließen annähernd neun von hundert Euros der gesamten IT-Ausgaben in Cloud-Technologien, -Beratung und -Services. Erstmalig überflügeln demnach die Ausgaben für Cloud Services die Gesamtausgaben für Cloud-Technologien und Transformation (Beratungs- und Integrationsservices).
Die Wachstumstreiber
„Der digitale Wandel durch das Internet der Dinge beginnt bereits, unsere Wirtschaft fundamental zu verändern“, weiß Martin Hubschneider Vorstandsvorsitzender der CAS Software AG. „Die Treiber sind weltweite Vernetzung, der mobile Zugang zu Unternehmensinformationen jederzeit und überall und die Schlagworte des digitalen Wandels 'Industrie 4.0' und 'Mittelstand 4.0' .“ Seiner Ansicht nach werde es künftig Unternehmen geben, die auf den Aufbau einer eigenen IT-Landschaft verzichten und sich fast vollständig auf Cloud-Plattformen und einheitliche Arbeitsumgebungen verlassen. Das ist bereits bei zahlreichen Startups der Fall.
Diese Ausgangslage sorgt doch für eine recht gute Stimmung unter den deutschsprachigen Cloud-Anbietern. Alteingesessene ERP-Spezialisten wie SAP, Sage oder Infor haben sich seit mindestens zwei Jahren voll und ganz auf den Wachstumsmarkt Cloud eingestellt und ihre Softwaresuiten auf Online-Betrieb und -Nutzung sukzessive umgestellt. Bei diesem Prozess sind alle regelmäßig darauf gestoßen, dass die Cloud erstens in einem viel schnelleren Rhythmus tickt als das On-premise-Geschäft und dass zweitens die Erlöse noch lange auf sich warten lassen.
Wohl dem also, der einen langen Atem hat und warten kann, bis die Cloud-Abonnenten ihre Verträge regelmäßig verlängern. Luka Mucic, der Finanzvorstand von SAP, veranschaulichte 2014 in einem Diagramm: Für SAP rechnet sich der Cloud-Betrieb einer Kundenanwendung erst nach vier Jahren, dann aber besser als das bisherige Lizenzmodell. Das gilt vor allem für Unternehmensanwender. Kleinunternehmen, Selbständige und Privatanwender abonnieren einfach kostenlose Office-Programme von Google und preisgünstige Abos von Microsoft.
ZOHO: Eigententwicklungen ohne Medienbruch
Deshalb sind im Grunde nur prozessorientierte Cloud-Lösungen langfristig überlebensfähig. Das war auch Ende September auf der Messe IT & Business 2015 in Stuttgart wieder einmal zu beobachten. Vor allem CRM- und ERP-Anbieter lockten dort die Fachbesucher mit besonders großen Ständen zu sich. Der (noch) relativ kleine CRM-Anbieter ZOHO wusste sich gegen Branchenriesen wie Salesforce, SAP, aber auch gegen die rasch wachsende CAS Software aus Karlsruhe durchzusetzen: Sein Stand befand sich ganz vorne am Gang, und jeder Besucher musste an ihm vorbei.
Nach Angaben von ZOHO-Vertriebspartner René Söll ist ZOHOs Geschäftsmodell wie das vieler erfolgreicher Cloud-Anbieter global aufgestellt. „Die Entwicklung findet in Indien statt, die Rechenzentren werden regional genutzt, aber die Vertriebspartner agieren lokal.“ Bemerkenswert dabei ist, dass nach Sölls Angaben ZOHO jede Komponente vom CRM bis zur Lagerverwaltung selbst entwickelt und daher keinen Medienbruch in seiner Software aufweist.
CAS Software: mobile Endgeräte im Fokus
Martin Hubschneider, Vorstandsvorsitzender der CAS Software AG und stellvertretender Vorsitzender des Bundesverbandes IT-Mittelstand BitMi.
(Bild: CAS software)
Die CAS Software AG setzt derzeit ganz auf mobile Endgeräte. Sei es iPad, Android-Tablet oder Microsoft Surface 3 - überall läuft die ganz darauf ausgelegte xRM-Software der Karlsruher. Die Softwarevarianten versorgen sowohl mittlere Unternehmen (CAS Genesis 7) als auch kleine Unternehmen (CAS PIA). „Die Nachfrage nach unseren cloudbasierten Lösungen ist besonders bei kleinen und mittleren Unternehmen sehr erfreulich und nimmt stetig zu“, erklärt Martin Hubschneider, der stellvertretende Vorsitzende des Bundesverbandes IT-Mittelstand BitMi.
Stand: 08.12.2025
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„Die CAS investiert erheblich in die Sicherheit und die Flexibilität von Cloud-Lösungen. Dabei bieten wir den Kunden die umfassende Wahlfreiheit zwischen einer vertrauenswürdigen Cloud Plattform 'Software hosted in Germany' oder einer Private Cloud auf seinen eigenen Rechnern oder dem Rechenzentrum seiner Wahl.“ Vertrauliche Mitarbeiter- und Kundendaten sind nach seiner Meinung in sicheren, deutschen Clouds gut aufgehoben.
Sage: von der einzelnen Anwendung zur Lösungs-Plattform
Sage ist ein internationaler ERP-Anbieter. „Das Cloud-Geschäft spielt für Sage eine maßgebliche Rolle und entwickelt sich überaus rasant“, weiß Rainer Downar, Executive Vice President Central Europe der Sage Group, zu berichten. „So wuchs unser wiederkehrender Umsatz mit Software-Abonnements, zu denen auch Cloud-Angebote gehören, im letzten Geschäftsquartal weltweit um 34 Prozent.“ Um dieses Wachstum zu erreichen, habe Sage in den vergangenen zwei Jahren sein Portfolio massiv ausgebaut. Heute biete Sage Lösungen für die Bereiche Buchhaltung, Personalwirtschaft, Lohnabrechnung und das Kundenmanagement aus der Cloud an. „Mit Sage One und Sage Office Online haben wir zwei starke Produkte für kleine und mittelständische Unternehmen im Angebot.“ Sage X3 Cloud werde 2016 im gehobenen Mittelstand die Sage-Angebotspalette komplettieren.
IFS Applications: individuelle Cockpits und Sprachsteuerung
Peter Höhne, VP Sales & Marketing Zentraleuropa bei IFS.
(Bild: Fotostudio KLAUS GRUBER / IFS / Matzer)
Peter Höhne, Vice President Sales & Marketing bei IFS Deutschland, sieht sein Unternehmen in einem „umkämpften ERP-Markt agieren“, es sei aber technisch und organisatorisch gut aufgestellt, um sich gegen den Wettbewerb zu behaupten. „Die Lobbys, also individuellen Cockpits, und die Sprachsteuerung von Apps kommen gut an.“ Die Cloud tue sich in Deutschland weiter schwer, IFS habe aber international mit Microsoft Azure einen großen Partner gewonnen. Dieser dürfte im Cloud-Geschäft auch hilfreich sein, wenn es darum geht, IoT-Apps von Kunden zu realisieren.
Eine IFS Lobby ist ein individuell anpassbares Cockpit, das die erwünschten Kenngrößen auf einen Blick anzeigt - natürlich auch in der Cloud.
(Bild: IFS)
Zudem sehen Analysten wie Gartner IFS als führend im Bereich Mobile Workforce Management und Field Service Management an. Die entsprechenden IFS-Lösungen sind alle Cloud- und Mobile-basiert.