Leitfaden für die Umsetzung einer hybriden IT-Infrastruktur

Der Weg zum Hybrid Enterprise

| Autor / Redakteur: Andreas Hartl * / Florian Karlstetter

Hybride Clouds erfordern klare Konzepte – Sechs Punkte, worauf bei der Umsetzung einer hybriden IT-Infrastruktur zu achten ist.
Hybride Clouds erfordern klare Konzepte – Sechs Punkte, worauf bei der Umsetzung einer hybriden IT-Infrastruktur zu achten ist. (© Dmitry - Fotolia.com)

Es gibt gute Gründe, warum Unternehmen ganz genau überlegen sollten, welche Anwendungen sie in die Cloud verlagern möchten und welche nicht. Dazu gehören etwa technische Einschränkungen, Sicherheitsbedenken, limitierte finanzielle Möglichkeiten und Performanceprobleme.

Das führt dazu, dass heute viele Unternehmen eine hybride IT-Infrastruktur einsetzen, also Anwendungen gleichzeitig in lokalen Rechenzentren sowie in Private- und Public-Cloud-Umgebungen hosten.

Für IT-Abteilungen bringt die Cloud neben all ihren Vorteilen (ständiger Zugriff auf Daten von überall, standortübergreifende Zusammenarbeit in Echtzeit und die kontinuierliche Synchronisation mobiler Geräte) auch große Herausforderungen – vor allem, wenn die Ansprüche der Mitarbeiter an die Cloud-Optionen steigen. Technologische Innovationen sind für Unternehmen daher keine Option mehr, sondern ein Muss – auch bei der Netzwerkinfrastruktur. Deshalb lohnt es sich, in eine hybride IT-Infrastruktur zu investieren. Diese fünf Schritte können als Leitfaden dienen:

1. Vorbild Technologie-Unternehmen

Ob Tech-Unternehmen oder nicht – technologische Trends können allen Unternehmen helfen, sich von der Konkurrenz abzuheben oder einen Wettbewerbsvorteil zu erzielen. Dementsprechend muss sich jedes Unternehmen für eine bestimmte digitale Strategie entscheiden. Erfolgreich umgesetzt kann sogar ein neues Geschäftsmodell entstehen.

Der Schlüssel zum digitalen Erfolg liegt darin, die Anwendungsmöglichkeiten neuer Technologien sowie die aktuellen Herausforderungen der Firma und Branche zu (er)kennen – und gegebenenfalls eine hybride IT-Infrastruktur zuzulassen. Gleichzeitig bedeutet eine Investition in neue Technologien immer auch eine Investition in eine Generation von Mitarbeitern, die mit Technologie aufgewachsen sind.

2. Technologie als Enabler einsetzen

Anwendungsperformance und weitere technische Grundvoraussetzungen sind heute gleichbedeutend mit Geschäftserfolg. Daher sollten Unternehmen Technologie immer im Hinblick auf ihre eschäftlichen

Ziele einsetzen – also um Ressourcen global und standortunabhängig zu nutzen, Betriebskosten zu reduzieren und die Produktivität der Mitarbeiter zu maximieren. Manchmal funktioniert das, indem Anwendungen selbst entwickelt und passgenau zugeschnitten werden. In anderen Fällen müssen Unternehmen bestehende Lösungen oder die entsprechenden Lizenzen kaufen – und sie so implementieren, wie es für die Effizienz der Lösung am sinnvollsten ist, auch wenn das zu einer Hybrid-Struktur führt.

3. Mitarbeiterorientierung

Technologie nur um der Technologie Willen einzusetzen ist ein Fehler. Unternehmen müssen eine Technologie-Vision entwickeln, die sich an dem orientiert, was Mitarbeiter verstehen, schätzen und erwarten. Nur so werden neue Technologien intern akzeptiert. Unternehmen mit hybrider IT-Infrastruktur brauchen daher die notwendigen Einblicke in und Kontrolle über die eingesetzten Technologien, um Performance-Probleme zu entdecken und zu lösen, bevor Mitarbeiter etwas merken. Denn: Sind sie mit den bestehenden IT-Lösungen unzufrieden, suchen sich die Mitarbeiter Alternativen und lassen eine „Schatten-IT“ entstehen, die die Infrastruktur noch komplexer und vor allem unübersichtlicher macht.

Ergänzendes zum Thema
 
Weitere Infos zu hybriden IT-Infrastrukturen im eBook "Hybride Clouds erfordern klare Konzepte"

4. Umgang mit der Schatten-IT

Consumer-IT entwickelt sich schneller als Business-IT – nicht umsonst sind etwa Google Docs und Dropbox auch im Unternehmen weit verbreitet. Schatten-IT ist Teil einer hybriden Infrastruktur und wird es wohl auch immer bleiben. Unternehmen müssen sich darauf einlassen, statt dagegen anzukämpfen. Will eine Business Unit etwa einen Cloud-Dienst nutzen, den die IT nicht anbietet, muss dies über ein gemeinsames Budget und einen gemeinsam gewählten Dienstleister geschehen. Denn: Letztendlich ist jeder CIO trotz Schatten-IT für die Governance im ganzen Unternehmen verantwortlich und braucht Transparenz über die gesamte IT.

Andreas Hartl, Regional Vice President DACH bei Riverbed.
Andreas Hartl, Regional Vice President DACH bei Riverbed. (Bild. Riverbed)

5. Geschäftserfolg im Fokus

CEOs und CFOs interessieren sich wenig für die Art der IT-Infrastruktur – es sei denn, es gibt Probleme, die sich in irgendeiner Weise auf den Geschäftserfolg auswirken. Die Kontrolle über kostenintensive Anwendungen zu verlieren, bedeutet in der Regel Umsatzverlust; egal, ob durch Ausfallzeiten bei der Webseite, weniger Produktivität, versteckte Kosten oder Ineffizienz.

Verstehen Unternehmen die Herausforderungen einer hybriden IT-Infrastruktur, dann wissen sie auch, wie sie den Geschäftserfolg verbessern können und IT-Performance in einen Wettbewerbsvorteil verwandeln. Die hybride IT-Infrastruktur kann immer als Indikator für die „Gesundheit“ eines Unternehmens angesehen werden.

* Dere Autor Andreas Hartl ist Regional Vice President DACH bei Riverbed.

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