Cloud-Lizenzierung auch für On-Premises Applikationen

Der schnelle Einstieg in Richtung Cloud

| Autor / Redakteur: Ansgar Dodt* / Florian Karlstetter

Gemalto Sentinel unterstützt neue Vertriebswege und Bezahlmodelle über die Cloud.
Gemalto Sentinel unterstützt neue Vertriebswege und Bezahlmodelle über die Cloud. (Bild: Gemalto)

Durch die Cloud werden viele neue Services möglich. Einer der für Softwareanbieter wichtigsten Services, die durch die Cloud ermöglicht wird, sind flexible, gebrauchsabhängige Lizenzierungen, denn sie verspricht auch Anbietern von klassischen On-Premises-Anwendungen einen schnellen Einstieg in die Cloud.

Neben sozialem und mobilem Internet, Big Data und dem IoT ist Cloud Computing derzeit einer der wichtigsten Trends. Verständlich, dass die Zahl der Software-Anbieter, die die Cloud für Software as a Service (SaaS) nutzen wollen, ebenfalls wächst. Nahezu täglich erscheinen neue Statistiken über das Wachstum von Cloud und SaaS. So prognostizierte IDC zuletzt, dass der Markt für Cloud-Software bis zum Jahr 2019 auf einen Wert von 112,8 Milliarden Dollar wachsen wird – und damit fünfmal so schnell wie der von konventionell vertriebener Software.

Auch lohnt sich ein Blick aus der Entwicklungsperspektive: Eine aktuelle Umfrage von Gemalto unter Softwareherstellern ergab, dass mehr als 65 Prozent der neuen kommerziellen Software-Applikationen speziell für die Cloud entwickelt wird – und diese Zahl wird weiter zunehmen. Aus Sicht der Endverbraucher berichtet IDC, dass 91 Prozent der Ausgaben für neue Applikationen für SaaS ausgegeben und 34 Prozent der subsituierenden Applikationen als Service vertrieben werden.

Auf der anderen Seite berichtet IDC, dass mehr als 80 Prozent der „Global 2000“ Unternehmen immer noch über 70 Prozent ihrer IT-Systeme vor Ort betreiben. Für Software-Publisher bedeutet das: Obwohl Cloud-basierte Designs deutlich an Zugkraft gewonnen haben, wird Software On-Premises neben Cloud-basierten Servicemodellen noch immer genutzt. Daher werden noch für eine ganze Weile Mischformen die Produktportfolios der Software-Industrie dominieren: eine Kombination aus On-Premises und SaaS.

Warum gehen Software-Publisher in die Cloud?

Die große Mehrheit der Softwareentwicklungsanbieter suchen nach neuen Absatzchancen. Sie sehen sie als Möglichkeit, in neue Marktsegmente vorzustoßen und gleichzeitig die Time-to-Market ihrer Produkte zu beschleunigen. Softwarehersteller wollen ihre Betriebsprozesse vereinfachen und bieten Kunden Self-Services an, um die allgemeine Benutzerfreundlichkeit zu verbessern. Darüber hinaus wollen sie nachverfolgen, wie ihre Software genutzt wird. Dies gewährt ihnen wertvolle Einblicke für künftige Geschäfts- und Produktentscheidungen.

Traditionelle Software-Hersteller mit On-Premises-Produkten haben das Potenzial Service-basierter Angebote bereits erkannt. Die Herausforderung besteht für sie nun darin, ihr Unternehmen so umzuwandeln, dass sie weiterhin alle Bedarfe abdecken und gleichzeitig die Vorteile von Cloud- Software nutzen können.

Neue Erwartungen der Endverbraucher

Die Cloud weckt anwenderseitig nämlich nicht nur neue Erwartungen, was die unmittelbare Verfügbarkeit bei Bestellung betrifft. Es verändern sich auch die Erwartungen, wie Software künftig verpackt, kontrolliert und gewartet wird. So wird die Softwarenutzung zunehmend mit Anwendern statt mit Geräten verknüpft, nutzungsbasierte Geschäftsmodelle sind stark im Kommen und eine hohe Transparenz zwischen Softwarehersteller und Kunde ist erforderlich. Alle diese Faktoren bedeuten eine enorme Herausforderung für diejenigen Softwarehersteller (ISVs), die bislang nur herkömmliche Bezahl- und Lizenzierungsmodelle installiert haben.

Kostenersparnis durch Cloud-Nutzung

Laut ICD erwarten Käufer von der Cloud-Nutzung eine höhere Kosteneffizienz. Zudem erwarten sie Services, die schneller einsetzbar sind und mehr Selbstbedienung ermöglichen. ISVs müssen ihren Käufern daher einen Standard-Produktkatalog mit nutzungsbasierten Bezahlungsmodellen anbieten, der ihnen eine bedarfsgerechte Skalierung nach oben oder unten ermöglicht. Einfach ausgedrückt: Cloud-Angebote müssen den Nutzern helfen, Geld zu sparen und die Effizienz zu steigern. Es scheint zwar simpel, doch einen Umzug in die Cloud kann für einen klassischen ISV mit unbegrenzt lizenzierten On-Premises-Produkten schwierig zu bewältigen sein.

Gleichermaßen herausfordernd kann es für diejenigen ISVs sein, die ein SaaS-Produkt oder-Unternehmen erworben haben und nun parallel zur unbefristet lizenzierten On-Premises-Software einen Cloud-Service anbieten. Aus Sicht der Funktionalität mag es Überschneidungen geben, aber Softwarehersteller müssen ihren Kunden entsprechende Auswahl und Flexibilität bieten. So könnte beispielsweise jedes Softwareprodukt sowohl als physisches oder downloadbares On-Premises-Package mit unbefristeter Lizenz wie auch als cloudbasierter Abo-Service mit nutzungsbasiertem Pay-as-you-go-Bezahlmodell angeboten werden. Die wesentliche Herausforderung für Softwarehersteller ist es, dies alles mit angemessenem Aufwand unter einen Hut zu bekommen.

Cloud-angebundene Lizenzlösung für On-Premises-Software

Mit der steigenden Nutzung von SaaS müssen traditionelle Softwareanbieter ihr Angebot zumindest auf ein SaaS-ähnliches Bereitstellungsmodell umstellen. Einige Anbieter haben diese Umstrukturierung bereits abgeschlossen, viele weitere sind mittendrin. Allerdings zeigte die Gemalto-Umfrage "State of Software Monetization", dass immerhin einer von vier befragten Anbietern die Kosten und die Komplexität des Transformationsprozesses in Richtung Cloud als untragbar empfindet. 26 Prozent glauben, dass es unmöglich ist, ihre gegenwärtige On-Premises-Software als Service zur Verfügung zu stellen. Doch zum Glück lässt sich der Weg dorthin zumindest mit einer Cloud-angebundenen Lizenzierung vergleichsweise einfach beschreiten.

Die Vorteile einer Cloud-angebundenen Lizenzierung

Sie ist ideal für Unternehmen, die bereits SaaS anbieten, aber auch für Anbieter von On-Premises-Lösungen. Mit der Ergänzung ihres traditionellen Portfolios um Cloud-basierte Bereitstellungsmodelle können sie ihre Marktreichweite erhöhen, Geschäftsabläufe optimieren und dadurch die Endnutzererfahrung verbessern.

Die Cloud bietet Software-Anbietern, die ihre Kundenservice optimieren wollen, Potenzial für echte Ausdifferenzierung und Innovation. Cloud-Lizenzierung ermöglicht es, das Geschäftsmodell flexibel umzuwandeln und sofort neue Möglichkeiten zur schrittweisen Umsatzerhöhung zu eröffnen.

Durch die Nutzung von Cloud-angebundenen Lizenzierungen können Software-Hersteller diverse Preismodelle von Abonnements bis hin zu Pre-Paid oder Post-Paid anbieten und ihre Kunden proaktiv über ihren Lizenzstatus informieren. Auch lassen sich Features oder Module automatisch erweitern, aktualisieren, aktivieren oder deaktivieren – und das quasi in Echtzeit. Traditionelle ISVs mit On-Premises-Software, die eine Cloud-angebundene Lizenzierung nutzen, müssen sich nicht mehr um virtualisierte Umgebungen kümmern. Denn Cloud-angebundene Lizenzierungen ermöglichen eine präzise Lizenzverfolgung genau dort, was Einnahmeausfälle verhindert und ein unterbrechungsfreies Nutzererlebnis garantiert.

Die Cloud-Lizenzierung verbessert das Kundenerlebnis, sowohl aus Sicht der Durchsetzung durch die Abschaffung von Hardware-Tokens, als auch in Sachen Nutzungsperspektive, da Kunden nun Features à la carte erwerben können. Am schnellsten und einfachsten kann man Kunden eine Cloud-angebundene Lizenzierung mit On-Premises-Software anbieten, wenn man sich die speziell hierfür entwickelte Technologie zunutze macht.

Die Gemalto-Lösung

So bietet beispielsweise die Lösung Sentinel Cloud von Gemalto die Vorteile einer Cloud-angebundenen Lizenzierung, sowohl für On-Premises-Software, als auch Cloud-basierte Services mit einer einzigen Back-Office-Plattform. Die Preisgestaltung ist nutzungsbasiert und ermöglicht neue Geschäftsmodelle für On-Premises-Applikationen, sodass sich auch kleinere Kunden eine solche Lösung leisten können, da die Kosten wachstumsabhängig sind. Die verbrauchsbasierte Lizenzierung beruht auf der Featurenutzung und/oder der Menge der gespeicherten Daten, der Transaktionsdaten und der Bearbeitungszeit, um damit den Anforderungen der Nutzer an die Preisgestaltung gerecht zu werden.

Es handelt sich hierbei um ein komplettes Cloud-Service-Angebot, das sowohl die Berechtigungsmanagement- als auch die Cloud-Lizenzierungskomponente umfasst. Beide Komponenten werden über die Cloud in einem echten mandantenfähigen SaaS-Modell bereitgestellt. Profitieren können davon Software-Publisher, die ihre Software On-Premises oder über die Cloud bereitstellen: Die Bereitstellungszeit wird deutlich reduziert, eigene IT Infrastruktur wird nicht benötigt und Upgrades können reibungslos über die Cloud durchgeführt werden, ohne das Nutzererlebnis zu stören.

Mit Sentinel Cloud wird die Durchsetzung oder Lizenzierung über die Cloud angeboten und das Berechtigungsmanagement wird On-Premises mit Sentinel LDK oder Sentinel EMS durchgeführt. Damit können Software-Anbieter ihre Lizenzierung durch eine Kombination aus der Cloud, Hardware-Keys (Dongles) oder Software-Keys verwalten. Dieser Cloud-basierte Ansatz für die Software-Monetarisierung aller Produkte – egal ob als Service oder zur Installation On-Premises – bietet folgende Mehrwerte:

  • Die Einführung von konsumbasierten Geschäftsmodellen, um neue Geschäftsfelder zu gewinnen und wettbewerbsfähig für On-Premises- und Cloud-basierte Anwendungen zu bleiben.
  • Verknüpfung von Lizenzen und Berechtigungen mit Nutzern statt Geräten – für mehr Mobilität und ein besseres Nutzererlebnis
  • Remote-Freischaltung von Lizenzen, um den Kundensupport zu verbessern und die Marketing- und Vertriebsaktivitäten zu beschleunigen
  • Detaillierte Informationen aus dem Tracking der Feature- und Produktlevel-Nutzung, um Produkt- und Geschäftsentscheidungsprozesse voranzutreiben
  • Bereitstellung von Software in vollständig virtualisierten Umgebungen zum Schutz vor Vervielfältigung oder Missbrauch
  • Die lokale Installation von Lizenzservern reduziert IT-Kosten und verkürzt die Zeit bis zur Umsetzung.

Ansgar Dodt ist VP Sales und Geschäftsführer bei Gemalto in München.
Ansgar Dodt ist VP Sales und Geschäftsführer bei Gemalto in München. (Bild: Gemalto)

Mit gemischten Produktportfolios, die die Software-Industrie künftig dominieren, verschwimmen die Grenzen zwischen On-Premises- und Cloud-Lizenz-Nutzungen, wie wir sie heute kennen. Angesichts der sich wandelnden Kundenwünsche wird von Softwareanbietern künftig erwartet, eine Cloud-ähnliche Nutzererfahrung auch für On-Premises-Anwendungen bereitzustellen. In einem solchen Szenario müssen sie ihre Hybrid-Produktportfolios einfach und effektiv gestalten können. Es mag wie eine schwierige Aufgabe erscheinen, doch mit der richtigen Planung und den richtigen Tools kann jedes Software-Unternehmen einen Cloud-basierten Ansatz zur Software-Monetarisierung seiner Produkte einschlagen.

* Ansgar Dodt ist VP Sales und Geschäftsführer bei Gemalto in München

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