Strategiewechsel

Der BWL-Blick auf den Cloud-Einsatz

| Autor / Redakteur: Götz Piwinger* / Elke Witmer-Goßner

Mittelständische Firmen sollten sich Vorteile und Nutzen, Chancen und Risiken eines Wechsels in die Cloud genau durchrechnen.
Mittelständische Firmen sollten sich Vorteile und Nutzen, Chancen und Risiken eines Wechsels in die Cloud genau durchrechnen. (Bild: Cirquedesprit, Fotolia)

Der Umstieg auf Cloud-Computing ist Teil der sogenannten „Digitalisierung“. Dieser Begriff überlappt sich mit den Schlagworten „Industrie 4.0“ oder „Internet of Things (IoT)“. Für nahezu jedes Unternehmen ist der Umstieg – gerne auch „Transformation“ genannt – auf automatisierte, skalierbare Prozesse unausweichlich.

Skalierbarkeit ist das neue Erfolgsgeheimnis: Es muss uns gelingen, unsere Produkte und Lösungen als Service zu definieren, um diese dann in automatisierte Bestell- und Einkaufsprozessen einzubetten.

In ihren Afa-Listen befinden sich PCs, Server, Infrastruktur und Software unterschiedlicher Hersteller. Es ist jedes Mal nervig, wenn der Support für ein Produkt ausläuft (Windows XP), wenn die Hardware erneuert werden muss, weil die neue Software mehr Leistung benötigt, oder wenn die neue Office-Version her muss, weil ihre Geschäftspartner Dateien in neuen Formaten verwenden. Der Einsatz verschiedenster Produkte ist in der historischen Entwicklung des Unternehmens begründet. Für die meisten Systeme wird eine Wartungs- oder Servicegebühr von 5 und bis 20 Prozent des Anschaffungspreises erhoben.

IT-Beschaffung und -Betrieb

Die materiellen IT-Kosten gliedern sich also in Investitionen und Servicegebühren. Im Leasingfall können beide Positionen zusammenfallen. Auch Leasing ist ein investitionsähnlicher Vorgang, weil Leasing-Laufzeiten, Rückkaufswerte und bedarfs-unscharf – also nicht zeit- bzw. nutzungsorientiert – beschafft werden. Beispiel: Beschäftigt das Unternehmen drei Praktikanten und zwei freiberufliche Mitarbeiter für drei Monate, benötigen diese je einen PC und fünf Softwarelizenzen. Diese Ressourcen müssen eingekauft werden. Besser wäre es, die Systeme nur für drei Monate mieten zu können. Und zwar per Knopfdruck (Self-Service). Hier setzt das „einfache“ Cloud-Computing an. Es ist heute leicht möglich, sich Standard-Software, wie Microsoft-Office, CRM etc. bedarfsgerecht aus der Cloud zu mieten.

Aus betriebswirtschaftlicher Sicht ändern sich die Verfahren wie folgt: Rückstellungen und Abschreibungen für Hardware und Software entfallen. Die Kosten verlagern sich in regelmäßige Mietzahlungen. Im Vergleich muss die bisherige Verfahrensweise in Vollkostenrechnung dagegen gehalten werden. Controller rechnen also so: Aktuell wird die Hard- und Software etwa alle drei Jahre erneuert oder erfährt ein Upgrade. Hinzu kommen Installationskosten, Pflege-, Wartungs- und Reisekosten sowie Servicegebühren. Der hausinterne Support, der Beschaffungsvorgang, die Haftungsreduktionskosten, Programmieraufwendungen für Schnittstellen, Datensicherungsverfahren sowie der Betrieb des Serverraumes. Außerdem stehen permanente Personalkosten zur Diskussion, die für die Aufrechterhaltung des IT-Betriebs benötigt werden. Wird IT-Beschaffung und -Betrieb vereinfacht, bleibt mehr Energie fürs Kerngeschäft. Das bringt Effizienz.

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