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Strategiewechsel

Der BWL-Blick auf den Cloud-Einsatz

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Dabei gilt auch hier: Die Bildungsprojekte für Mitarbeiter sollten ebenfalls mit „digitalen“ Methoden erfolgen– also mit teilautomatisierten Prozessen, die der Individualität und dem Kompetenzprofil jedes einzelnen Beschäftigten Rechnung tragen. Und dabei gleichzeitig inhaltlich kompetent und sympathisch vermittelt werden. Dieses „Marketing nach innen“ ist ein wesentlicher Faktor für den Erfolg des Vorhabens. Betriebswirtschaftlich sind diese Aufwendungen dadurch zu rechtfertigen, dass eine gute Digital-Bildung der Beschäftigten die Effektivität des Kerngeschäftes entscheidend verbessert. Hierfür halten Spezialisten, wie beispielsweise die ML Gruppe schlanke Lösungen parat. Der Weg zur Digitalisierung besteht also aus den zwei Gleisen: Prozessuale und menschliche Kompetenz.

Risiken und Gefahren

Bei allen Vorteilen, die unser Beispiel „Cloud-Lösungen statt IT-Beschaffung und -Betrieb“ mit sich bringt, von der Haftungsreduktion über Liquidität und bessere Geschäftschancen: Einige Risiken sollte man im Vorfeld auf jeden Fall ausschließen.

So gilt insbesondere beim Datenschutz: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser! Man sollte darauf achten, dass der SaaS-Anbieter dem deutschen Datenschutzgesetz unterliegt und nicht ungefragt Daten an Dritte weitergeben kann. Dazu müssen Unternehmenssitz und Serverstandort in Deutschland sein. Wichtig ist auch, dass die Mehrheitsgesellschafter keine US-Bürger oder -Firmen sind. Wem das zu kompliziert ist, orientiert sich am Original German Cloud Zertifikat. Damit werden Anbieter auf Herz und Nieren für Datenschutz und Datensicherheit überprüft. Außerdem sollten Ende-zu-Ende Verschlüsselungen selbstverständlich vorhanden sein. Auch diese am besten als Non-US-Produkt.

Die zweite Gefahr: Man begibt sich in Abhängigkeit nur eines Anbieters (Vendor Lock). Wenn man sich für einen Anbieter entscheidet, entscheidet man sich für eine längere Partnerschaft. Was aber, wenn der Anbieter in Insolvenz gerät oder wenn man aus anderen Gründen wechseln will? Dann muss es möglich sein, die Firmendaten auf ein anderes System zu portieren. Hierbei ist nicht nur auf Standard-Schnittstellen zu achten. Man sollte es beim Pilotprojekt einfach auch mal ausprobieren.

Cloud-Verwaltung und Schattencloud – die dritte Gefahr! Mitarbeiter sollten nur Cloud-Dienste nutzen dürfen, die von der Geschäftsleitung freigegeben sind. Dies bedarf Änderungen in den Arbeitsverträgen. Damit den Abteilungen für alle Belange Cloud-Dienste zur Verfügung stehen, kann ein eigenes Cloud-Warenhaus eingerichtet werden. Damit bleiben die Nutzungen und Abrechnungen kontrollierbar, zudem gibt es damit ein Single Sign-On für alle Anwendungen. Schließlich will man genau wissen, welche Dienste wie oft genutzt wurden.

Fazit

Betriebswirtschaftlich ist es sinnvoll, mit dem Umstieg auf Cloud-Technologie in die Welt der Digitalisierung einzusteigen. Apps statt Software und Services statt Produkte. Für die Kalkulation der Investition gibt es mittlerweile gute Modelle, vor allem auch bei der Personalentwicklung. Eine Delle in der Gewinnkurve während der Umstellung lässt sich nicht umgehen. Die günstige Zinsentwicklung wirkt sich positiv auf die Förderprogramme der KfW für die Finanzierung des Transformationsprozesses aus. Somit kann die zusätzliche Liquidität für die nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit, auch in mehreren Stufen, eingesetzt werden. Der Einstieg via Cloud Computing in die Welt der digitalen Unternehmen erfolgt durch spezielle Personalbildung und technisch-organisatorische Prozesse.

Götz Piwinger, German Cloud.
Götz Piwinger, German Cloud.
(Bild: German Cloud )

* Der Autor Götz Piwinger ist Gründer der Initiative German Cloud für Cloud-Sicherheit und Datenschutz im Mittelstand.

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