Microsoft Office 2019 für Unternehmen verfügbar

Cloud-Skeptiker sind mit älteren Versionen besser dran

| Autor: Elke Witmer-Goßner

Wer nicht sofort in die Microsoft-Cloud wechseln will, ist auf lange Sicht mit gebrauchter Software bei Office, Betriebssystem und Server gut beraten.
Wer nicht sofort in die Microsoft-Cloud wechseln will, ist auf lange Sicht mit gebrauchter Software bei Office, Betriebssystem und Server gut beraten. (Bild: © Stefan Körber - stock.adobe.com)

„Ein wertvolles Update für Kunden, die noch nicht bereit für die Cloud sind“ nennt Microsoft seine neueste Version der Büroanwendung. Seit vergangener Woche können Unternehmen Microsoft Office 2019 über das Volumenlizenzportal erwerben.

Die neue On-Premise-Version richtet sich an Nutzer, die nicht oder noch nicht bereit sind, ein Office-365-Abonnement abzuschließen. Office 2019 enthält die wichtigsten Funktions-Updates, die Cloud-Anwender in den letzten drei Jahren bereits durch monatliche Updates erhielten. Wie gewohnt sind Word, Excel, PowerPoint und Outlook im Programmumfang enthalten. Unter macOS ist zusätzlich OneNote dabei, unter Windows auch Access, Publisher, Visio und Project. OneNote können Windows-Anwender als optionale Funktion installieren.

Wesentliche Neuerungen sind Animations-Features, 4K-Videoexporte, Morph- und Zoom-Funktionen für cineastische Präsentationseffekte in PowerPoint 2019; neue Formeln und Diagramme zur Datenanalyse sowie weitere Pivot-Tabellen in Excel 2019; und beispielsweise Vorlesefunktionen für Word 2019 bzw. Outlook 2019. Die Windows-Version von Office 2019 wird nur noch unter Microsoft Windows 10, den Windows Servern 2016 und 2019 sowie macOS Sierra und höher ausgeführt. Die Betriebssysteme Windows 7 und 8.1 werden dagegen nicht mehr unterstützt. Und auch das ist neu: Microsoft will nur noch sieben Jahre Support auf die neue Office-Version anbieten, wie Björn Orth, Geschäftsführer des Softwarehändlers Vendosoft GmbH, erfahren hat. Nach offiziellen Statements bietet Microsoft für Office 2019 keine 10-jährige Unterstützung wie für die meisten seiner Software-Produkte an. Stattdessen soll es eine fünfjährige Mainstream-Unterstützung geben plus zwei weitere Jahre Extended Support. Damit endet der erweiterte Support 2026 – nur ein Jahr nach dem für Office 2016.

Frage nach der Sinnhaftigkeit wird laut

Im neuen, speziellen Angebot für „Cloud-Verweigerer“ erkennt Orth Anzeichen, dass sich die Cloud nicht in dem Ausmaß durchsetzt, wie ihn Microsoft propagiert. Man sei sich bewusst, dass jeder Kunde an einem anderen Punkt bei der Einführung von Cloud-Services stehe, schwurbelt der Software-Riese in der offiziellen Erklärung. Für Orth ist dies ein Eingeständnis, dass die Cloud vor allem in kleinen und mittelständischen Unternehmen noch längst nicht den Siegeszug angetreten hat, wie ihn Microsoft und auch andere Cloud-Größen gerne hätten. Das spiegele sich auch in der Entwicklung des Gebrauchtsoftwaremarktes wieder: „Unsere Kunden kommunizieren ganz klar ihre Skepsis gegenüber Cloud-Angeboten“, was nicht selten von fehlenden infrastrukturellen Gegebenheiten rühre, so Orth. Diese Einschätzung teilt auch Vendosoft-Vertriebsexpertin Joyce Studier: „Es fehlt in vielen Gebieten an der notwendigen Bandbreite.“ Erst letzte Woche, so sagt sie, sei auf dem DILK 2018, dem deutschen IT-Leiterkongress in Düsseldorf, wieder klar geworden, dass Medien und Software-Anbieter das Thema Cloud heißer kochen als ihr potenzielles Klientel. „In den Workshops wurde intensiv darüber diskutiert“, berichtet sie. „Viele der IT-Verantwortlichen sehen die enormen Kosten sowie die fehlende Infrastruktur als Hemmschuh.“

Für den Software-Händler und Microsoft-Partner Orth stellt sich generell die Frage, warum sich Unternehmen überhaupt auf die neue Version einlassen sollten – zumal Microsoft die Preise für Office um etwa 10 Prozent anheben wird: „Firmen, die von einer Vorgängerversion wie Office 2010 oder 2013 upgraden wollen, sind mit Office 2016 bestens beraten“, sagt er. Tatsächlich kommt die 2016er Büroanwendung deutlich günstiger als Office 2019, enthält alle Sicherheits-Updates und garantiert ein Produkt, das den Kinderschuhen entwachsen ist und somit zuverlässig läuft. Wer auf die Features der neuesten Version nicht verzichten will und auf Office 2019 setzt, muss gegebenenfalls zeitgleich auf Windows 10 upgraden, um die Software installieren zu können.

Gebrauchte Software hat Zukunft

Orth rät daher tatsächlich langfristig zu gebrauchten Windows-Lizenzen, die bei Vendosoft ebenfalls erhältlich sind: Rund 30 Prozent könne man gegenüber der neu erworbenen Version sparen, wobei sich die gebrauchte in keiner Weise von neuer Software unterscheide. Wenn demnächst – wie von Microsoft angekündigt – auf Office 2019 noch der Exchange Server 2019, Skype for Business 2019, SharePoint 2019 und der Project Server 2019 folgen, hat Vendosoft ebenfalls die jeweils deutlich günstigere Alternative in Form gebrauchter Software im Angebot.

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