Flexera 2021 State of the Cloud Report Cloud-Initiativen setzen IT-Budgets unter Druck

Redakteur: Elke Witmer-Goßner

Die Cloud hat in Sachen Migration und Adoption nach dem Sprint im letzten Jahr an Tempo nichts verloren. Multi-Cloud-Strategien, größere Workloads und ein unvermindert hohes Tempo bei der Cloud-Migration fordern weitere Investitionen.

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Die Covid-19-Pandemie nahm im vergangenen Jahr Einfluss auf die globale Cloud-Nutzung durch Unternehmen und deren Ausgabenmanagement.
Die Covid-19-Pandemie nahm im vergangenen Jahr Einfluss auf die globale Cloud-Nutzung durch Unternehmen und deren Ausgabenmanagement.
(Bild: © Creativa Images - stock.adobe.com)

Die Cloud-Nutzung, angetrieben durch die Covid-19-Pandemie werde auch in diesem Jahr dazu beitragen, das geplante IT-Budget zu übersteigen. Davon gehen 90 Prozent der für den „State of the Cloud Report 2021“ befragten Unternehmen aus. Die Umfrage im Auftrag von Flexera unter 750 Anwendern weltweit zeigt, dass Cloud-Initiativen weiterhin einen hohen Stellenwert für Unternehmen haben.

Aufgrund der Corona-Epidemie wird die Cloud-Nutzung in Unternehmen noch stärker als geplant vorangetrieben.
Aufgrund der Corona-Epidemie wird die Cloud-Nutzung in Unternehmen noch stärker als geplant vorangetrieben.
(Bild: Flexera)

In den nächsten zwölf Monaten etwas mehr als die Hälfte aller Workloads in der Cloud ausgeführt werden. Das spiegelt sich auch in der Erwartungshaltung der Mitarbeiter wider. Knapp 60 Prozent der Cloud-Anwender stufen die Optimierung und kontinuierliche Migration von Workloads als eine der wichtigsten Aufgaben ein. IT-Verantwortliche wollen aber gleichzeitig auch die Kosten der Cloud besser kontrollieren können, denn rund dreiviertel der Unternehmen messen den Erfolg ihrer Cloud-Migration an der Kosteneffizienz und der Höhe der Kosteneinsparungen durch die Cloud.

„Bei der Geschwindigkeit, mit der sich Unternehmen derzeit in Richtung digitale Transformation bewegen, wird es wichtig, die Cloud fortwährend auf ihren unternehmerischen Mehrwert zu prüfen“, erklärt Jim Ryan, Präsident und CEO von Flexera. Die Prioritäten und Herausforderungen hätten sich seit dem letzten Jahr dahingehend verschoben, jetzt praktische Lösungen für das Management der Cloud-Sicherheit und zur Optimierung der IT-Ausgaben zu finden.

Die wichtigsten Ergebnisse des „State of the Cloud Report 2021“ im Überblick:

Die Mehrheit der befragten Unternehmen nutzt Hybrid Cloud oder Multi-Cloud und damit mehr als einen Cloud-Anbieter. Durchschnittlich pro Unternehmen sind rund drei Public Clouds sowie drei Private Cloud im Einsatz.
Die Mehrheit der befragten Unternehmen nutzt Hybrid Cloud oder Multi-Cloud und damit mehr als einen Cloud-Anbieter. Durchschnittlich pro Unternehmen sind rund drei Public Clouds sowie drei Private Cloud im Einsatz.
(Bild: Flexera)

Multi-Cloud etabliert sich als feste Strategie in Unternehmen: Die Mehrheit (92 %) nutzt mehr als einen Cloud-Anbieter. Auch die Kombination aus Public und Private Clouds (Hybrid Cloud) gehört mit 80 Prozent (2020: 87 %) zur Best Practice von Unternehmen. Auch die Anzahl der verwendeten Clouds hat sich erhöht. Statt jeweils zwei Clouds wie 2020 kommen nun durchschnittlich pro Unternehmen rund drei Public Cloud sowie drei Private Cloud zum Einsatz.

Unternehmen nutzen am ehesten die Plattformen und Services der führenden Cloud-Anbieter AWS, Microsoft Azure und Google. Die Google Cloud machte zum dritten Mal in Folge den größten Wachstumssprung.
Unternehmen nutzen am ehesten die Plattformen und Services der führenden Cloud-Anbieter AWS, Microsoft Azure und Google. Die Google Cloud machte zum dritten Mal in Folge den größten Wachstumssprung.
(Bild: Flexera)

Die Cloud-Ausgaben steigen weiter: Fast ein Drittel der Unternehmen (31 %) gibt pro Jahr mehr als 12 Millionen US-Dollar für die Public Cloud aus. Zu den drei führenden Cloud-Anbietern gehören Amazon Web Service (AWS) (77 %), Microsoft Azure (73 %) und Google Cloud (47 %). Google verzeichnete dabei erneut das größte Wachstum im Vergleich zu 35 % im Vorjahr und 19 % in 2019.

Fast ein Drittel der Unternehmen (31%) gibt pro Jahr mehr als 12 Millionen US-Dollar für die Public Cloud aus.
Fast ein Drittel der Unternehmen (31%) gibt pro Jahr mehr als 12 Millionen US-Dollar für die Public Cloud aus.
(Bild: Flexera)

PaaS (Platform-as-a- Service) bleibt auf Wachstumskurs: Die am häufigsten genutzten Services sind Data Warehouse (54 %), relationale Datenbank als Service (DBaaS) (50 %) sowie Container-as-a-Service (45 %) zur schnellen Bereitstellung, flexiblen Skalierung und höheren Effizienz der ausgeführten Workloads. Viel Potenzial versprechen zudem Services rund um Machine Learning/KI (46 %), Disaster-Recovery-as-a-Service (DRaaS) (45 %) und Edge Services (43 %), die sich jedoch noch in der Testphase befinden.

Zentralisierter Ansatz bei der Cloud Governance: Dreiviertel der Unternehmen verfügen bereits über ein eigenes Cloud-Teams oder ein „Center of Excellence“ (CoE), das vor allem für die Nutzung von Cloud, IaaS und PaaS sowie die IT-Ausgaben verantwortlich ist (54 %). Mehr als die Hälfte der Unternehmen (63 %) setzt zudem bei der Public Cloud auf Managed Service Provider (MSP).

Sicherheit ist die größte Herausforderungen: Dieses Thema bleibt für Unternehmen weiter sehr wichtig (81 %), dicht gefolgt von Cloud-Ausgabenmanagement (79 %) und Governance (75 %). Den meisten Unternehmen fehlt zudem der transparente Einblick in ihre IT-Assets, was insbesondere bei der Cloud-Migration Probleme bereitet. Hier bereiten insbesondere das Application Dependency Mapping (51 %), die technische Machbarkeitsprüfung (48 %) und der Kostenvergleich von Cloud und On-Premises (44 %) Kopfzerbrechen.

Initiativen zur Kostensenkung sowie die Umsetzung von DevOps: Diese Aufgaben treiben den Einsatz von Containern voran. Docker wird von 53 %, Kubernetes von 48 % der Unternehmen genutzt. Viele Unternehmen setzen zudem auf Container-as-a-Service-Angebote, darunter AWS ECS/EKS (51 %), Azure (43 %) und Google Kubernetes Engine (31 %).

Veränderte Nutzung bei Configuration Management Tools: Zur Standardisierung und Automatisierung setzen Unternehmen vor allem auf Terraform (36 %) und Ansible (31 %). Chef und Puppet folgen mit jeweils 29 % bzw. 27 %.

Über den Report

Für den zum zehnten Mal in Folge veröffentlichten Jahresbericht „State of the Cloud Report“ (ehemals Rightscale State of the Cloud Report) befragte Flexera im vierten Quartal 2020 insgesamt 750 Technologieexperten zur Einführung von Cloud Computing in ihren Unternehmen. Zu den Teilnehmern zählen technische Führungskräfte, Manager und IT-Fachexperten aus Unternehmen unterschiedlicher Größe und Branchen, darunter Technologieservices, Software, Finanzdienstleistungen, Telekommunikation, Bildung, Regierung und Gesundheitswesen.

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