Unterbrechungsfreier Zugang zu Daten und Anwendungen

Cloud-Datenmanagement – Herausforderung und Chance zugleich

| Autor: Florian Karlstetter

Veeam über den Status quo beim Cloud-Datenmanagement: Herausforderungen, Kosten, Vorteile.
Veeam über den Status quo beim Cloud-Datenmanagement: Herausforderungen, Kosten, Vorteile. (© Yanawut - stock.adobe.com)

Im letzten Jahrzehnt ist das Datenvolumen explodiert und steigt ständig weiter an: Eine Studie von IDC und Seagate prognostiziert, dass die weltweite Datenmenge bis 2025 auf 175 Zettabyte ansteigen wird. Unternehmen müssen diese Daten verwalten und schützen, egal, wo sie gespeichert sind. Welche Herausforderungen dabei zu meistern sind, hat Veeam im „Cloud Data Management Report 2019“ untersucht.

Schlechtes Datenmanagement kommt Unternehmen teuer zu stehen: bis zu 20 Millionen US-Dollar jährlich. Computerausfälle sind ein weiteres Risiko - hier beziffert Veeam in seinem Report den Schaden allein für deutsche Firmen auf rund 41 Millionen Euro. Eine weitere Erkenntnis des Cloud Data Management Report 2019: Knapp drei Viertel (73 Prozent) der Unternehmen können die Erwartungen der Anwender auf unterbrechungsfreien Zugang zu Daten und Anwendungen nicht erfüllen. In Deutschland fällt dieser Wert zwar mit 61 Prozent etwas geringer aus, zeigt aber trotzdem, dass mehr als die Hälfte der deutschen Unternehmen hier noch Optimierungsbedarf haben. Um dieses Manko aus der Welt zu schaffen setzen Unternehmen vermehrt auf intelligentes Datenmanagement, oft auch Hybrid Cloud-Technologie, um so eine bessere und wirtschaftliche Nutzung ihrer Daten zu sichern.

Investition in neue Technologien

Unternehmen setzen vermehrt auf die Leistungsfähigkeit moderner Technologien - Cloud, Hybrid Cloud, Big Data, künstliche Intelligenz (KI) und Internet of Things (IoT) - und investieren hier auch kräftig: 2019 wollen sie dafür im Schnitt 41 Millionen US-Dollar investieren, in Deutschland sogar 43 Millionen US-Dollar, dies entspricht in etwa 38 Millionen Euro.

Das Thema Datenschutz ist dabei eine zentrale Voraussetzung für Investitionsschutz, allerdings haben nur 37 Prozent Vertrauen in die Zuverlässigkeit ihrer aktuellen Backup-Lösungen, in Deutschland sind es sogar nur 34 Prozent. Lediglich 20 Prozent sichert und repliziert kontinuierlich geschäftskritische Anwendungen. Demzufolge sehen Führungskräfte den Handlungsbedarf: Mehr als die Hälfte wollen intelligentes Datenmanagement und Multi-Cloud-Lösungen unternehmensweit einsetzen, um diese Anforderungen zu erfüllen – auch in Deutschland.

„Daten sind heute wichtiges Firmenkapital. Unternehmen müssen aufwachen und jetzt Maßnahmen ergreifen, um ihre Daten zu schützen“, mahnt Ratmir Timashev, Mitbegründer und Executive Vice President (EVP) für Vertrieb und Marketing bei Veeam. „Firmen müssen sich fragen, ob ihre Geschäftsdaten immer verfügbar sind und ihre Daten effizient managen, damit sie jederzeit gewinnbringend nutzbar sind. Das ist kein Luxus, sondern wirtschaftliche Notwendigkeit. Denn dann erschließen Daten neue Geschäftspotenziale und Wettbewerbsvorteile.“

Regionale Unterschiede

Die Vorteile durch den Einsatz digitaler Technologien sind quantifizierbar und werden von den Befragten im Schnitt mit 124 Millionen Dollar Mehrumsatz [pro Unternehmen] beziffert – in Deutschland mit gut 112 Millionen Euro (126 Millionen US-Dollar). Allerdings ergeben sich global Unterschiede in der Digitalisierung: 41 Prozent der japanischen und 48 Prozent der brasilianischen Unternehmen bezeichneten ihr Datenmanagement als ausgereift, verglichen mit gut 25 Prozent in Frankreich und Deutschland sowie nur 11 Prozent in Großbritannien. Auch die geplanten Investitionen in intelligentes Datenmanagement liegen bei japanischen und brasilianischen Unternehmen in den nächsten 12 Monaten mit durchschnittlich 105 Millionen Dollar bzw. 73 Millionen Dollar deutlich über entsprechenden Investitionsplänen etwa in Großbritannien (14 Millionen Dollar), China (17 Millionen Dollar) oder den USA (38 Millionen Dollar). Damit drohen einige große Volkswirtschaften den digitalen Anschluss zu verlieren.

Dazu Timashev: „Es ist wichtig, dass Unternehmen die digitalen Grundlagen schaffen, um ihre Daten intelligent zu verwalten und ihre Zukunft zu sichern. Das erfordert eine enge Zusammenarbeit zwischen IT und Fachbereichen, um digitale Kompetenzen auszubilden und die kulturellen Veränderungen anzugehen.“

Roadmap zu einem intelligenteren Unternehmen

Laut der Veeam-Studie haben zahlreiche Firmen den Weg zu einer intelligenteren Organisation bereits eingeschlagen. Sie nutzen Technologien wie Cloud-Datenmanagement und künstliche Intelligenz, um in Echtzeit einen Überblick über geschäftliche Leistungsdaten zu erhalten und entsprechend auf diese Erkenntnisse zu reagieren. Die Umfrage brachte vier gemeinsame Erfolgsfaktoren zutage, die eine intelligente Organisation ausmachen: Cloud, Kompetenz, Kultur und Vertrauen.

  • 1. Cloud: Cloud-Datenmanagement ist eine Schlüsselkomponente für intelligentes Datenmanagement. Drei Viertel der Unternehmen nutzen Software-as-a-Service (SaaS); viele nutzen die Cloud für Backup und Wiederherstellung, 51 Prozent nutzen Backup-as-a-Service (BaaS), 44 Prozent Disaster Recovery-as-a-Service (DRaaS).
    Ähnlich in Deutschland: 73 Prozent der befragten Organisationen nutzen SaaS-Plattformen, 56 Prozent nutzen Cloud Backup und 50 Prozent DRaaS.​
    Damit erkennen Führungskräfte die Vorteile eines Multi-Cloud- beziehungsweise hybrid-basierten Ansatzes: Sie nennen insbesondere Kosten, Zuverlässigkeit, Flexibilität und Datensicherheit in der Cloud als Gründe für den Einsatz.
  • 2. Kompetenz: Gezielte Aus- und Weiterbildung der digitalen Fähigkeiten von Mitarbeitern ist essentiell, damit diese neue Technologien und Analyseergebnisse gewinnbringend nutzen können. Neun von zehn Unternehmen bewerten die digitale Kompetenz ihrer Mitarbeiter als erfolgsentscheidend für die Zukunft.
  • 3. Kultur: Ebenso wichtig ist eine Unternehmenskultur, die neuen Technologien gegenüber offen und aufgeschlossen ist, damit sich Mitarbeiter mit dem Unternehmen weiterentwickeln können. Rund zwei Drittel der Befragten sind der Auffassung, dass ihre Unternehmenskultur und die Akzeptanz für digitale Technologien offener werden muss.
  • 4. Vertrauen: Unternehmen müssen Vertrauen in die digitalen Fähigkeiten ihrer Organisation und die Zuverlässigkeit ihrer Datenbasis schaffen. Derzeit hat nur ein Viertel der Befragten weltweit vollstes Vertrauen in die Fähigkeiten ihrer Organisation, die digitalen Herausforderungen zu meistern; in Deutschland liegt dieses Vertrauen bei gerade einmal 14 Prozent.

Der Veeam Cloud Data Management Report 2019 zeigt also deutlichen Handlungsbedarf. Ausgangspunkt ist eine leistungsfähige digitale Basis, die dafür sorgt, dass Daten zuverlässig gesichert und jederzeit verfügbar sind. Dann können Unternehmen neue digitale Initiativen umsetzen, die das Potenzial von Cloud-Datenmanagement nutzen, um betriebliche Wertschöpfung und Wettbewerbsvorteile zu steigern.

Der Veeam Cloud Data Management Report 2019

Veeam hat Vanson Bourne, ein führendes Marktforschungsunternehmen aus der Technologiebranche, beauftragt, die Studie zu entwickeln und durchzuführen. Vanson Bourne hat im Frühjahr 2019 eine Online-Befragung bei 1.575 IT-Entscheidern (ITDMs/IT-Decision Makers) in 13 Ländern durchgeführt, darunter Australien, Brasilien, China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, Mexiko, Niederlande, Russland, Naher Osten und die USA. Zum Veeam Cloud Data Management Report 2019.

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