Cisco Global Cloud Index

Cloud Computing sorgt für rasant steigenden Datenverkehr

| Redakteur: Florian Karlstetter

Im Jahr 2021 läuft 95 Prozent des Datenverkehrs aus der Cloud, sagt Cisco und belegt dies mit zahlreichen Zahlen.
Im Jahr 2021 läuft 95 Prozent des Datenverkehrs aus der Cloud, sagt Cisco und belegt dies mit zahlreichen Zahlen. (Bild: gemeinfrei (yunabirch / pixabay) / CC0)

Immer mehr Unternehmen und auch Privatanwender setzen auf Cloud-Anwendungen, das hat naturgemäß auch Auswirkungen auf den weltweiten Datenverkehr. Laut Cisco Cloud Index erreicht der weltweite Cloud-Rechenzentrumsverkehr im Jahr 2021 insgesamt 19,5 Zettabyte (ZB).

Gemäß der Studie von Cisco tragen sowohl B2C- als auch B2B-Anwendungen zum Wachstum von Cloud Services bei. Während bei Konsumenten Video-Streams, soziale Netzwerke und Internetsuche zu den beliebtesten Cloud-basierten Apps gehören, dominieren bei Unternehmensmitarbeitern ERP-, Collaboration- und Analyse-Lösungen.

Der von Cisco prognostizierte Traffic in Höhe von 19,5 Zettabyte (ZB) im Jahr entspräche einer Steigerung von 6,0 ZB im Vergleich zum Jahr 2016 und damit dem 3,3-Fachen mit einer jährlichen Wachstumsrate von 27 Prozent. Weitere Zahlen: In drei Jahren wird der Cloud-Traffic 95 Prozent des gesamten Datenverkehrs ausmachen, im Vergleich zu 88 Prozent 2016, so Cisco.

IoT und Sicherheit als Wachstumstreiber

Die zunehmenden IoT-Applikationen wie intelligente Autos, Smart Cities, vernetztes Gesundheitswesen und digitale Versorgung erfordern hochskalierbare Server- und Speicher-Lösungen, um die neuen und erweiterten Anforderungen an Rechenzentren zu erfüllen. 2021 wird es 13,7 Milliarden IoT-Verbindungen geben, im Vergleich zu 5,8 Milliarden 2016, so die Studie.

In der Vergangenheit stellten Sicherheitsbedenken ein größeres Hindernis für die Cloud-Nutzung dar. Verbesserungen bei der Steuerung von Rechenzentren und Datenkontrolle reduzieren das Risiko für Unternehmen und schützen Kundeninformationen besser. Neue Sicherheitsfunktionen in Verbindung mit konkreten Vorteilen durch Cloud Computing wie Skalierbarkeit und Effizienz spielen eine wichtige Rolle für das Cloud-Wachstum.

Hyperscale-Rechenzentren verdoppeln sich

Der zunehmende Bedarf an Rechenzentrums- und Cloud-Kapazitäten hat zur Entwicklung hochskalierter Public Clouds auf Basis von Hyperscale-Rechenzentren geführt. Die Cisco-Studie sagt voraus, dass es 2021 weltweit 628 Hyperscale-Rechenzentren geben wird (2016 waren es noch 338). Das entspricht fast einer Verdoppelung.

Weitere Prognosen: In drei Jahren befinden sich in Hyperscale-Rechenzentren

  • 53 Prozent aller Server von Rechenzentren (2016: 27 Prozent)
  • 69 Prozent der Rechenleistung von Rechenzentren (2016: 41 Prozent)
  • 65 Prozent der gespeicherten Daten von Rechenzentren (2016: 51 Prozent)
  • 55 Prozent des gesamten Datenverkehrs von Rechenzentren (2016: 39 Prozent)

„Das Wachstum von Anwendungen in Rechenzentren explodiert geradezu in dieser neuen Multi-Cloud-Welt“, sagt Petra Schmietendorf, Director Software & Cloud bei Cisco Deutschland. „Die vorhergesagte Steigerung erfordert weitere Innovationen, insbesondere in den Bereichen Public, Private und Hybrid Clouds.“

Weitere Erkenntnisse aus dem Cisco Global Cloud Index

  • 2021 werden 94 Prozent der Workloads und Server-Instanzen in Cloud-Rechenzentren verarbeitet, die restlichen 6 Prozent in herkömmlichen Rechenzentren.
  • Sämtliche Workloads und Server-Instanzen in Rechenzentren werden sich von 2016 bis 2021 mehr als verdoppeln (um das 2,3-Fache), Cloud-basierte Workloads und Server-Instanzen werden sich im gleichen Zeitraum fast verdreifachen (um das 2,7-Fache).
  • Die Dichte von Workloads und Server-Instanzen in Cloud-Rechenzentren lag 2016 bei 8,8 und steigt 2021 auf 13,2. Bei herkömmlichen Rechenzentren steigt die Dichte im gleichen Zeitraum von 2,4 auf 3,8.

Big Data und IoT treiben Datenexplosion voran: Weltweit wird sich die Menge an gespeicherten Daten in Rechenzentren fast verfünffachen, von 286 Exabyte (EB) 2016 auf 1,3 ZB 2021 (auf das 4,6-Fache mit einem jährlichen Wachstum von 36%).

Der Bereich Big Data wird um fast das 8-Fache wachsen, von 25 auf 403 EB. Er umfasst 2021 dann 30 Prozent aller in Rechenzentren gespeicherten Daten, im Vergleich zu 18 Prozent 2016.

Die Menge an gespeicherten Daten auf Geräten wird 2021 mit 5,9 ZB 4,5-mal höher sein als die in Rechenzentren abgelegten Daten.

Vorwiegend aufgrund des IoT wird die Gesamtmenge an erzeugten Daten (die nicht unbedingt gespeichert werden) 847 ZB 2021 erreichen, 2016 waren es 218 ZB. Damit werden über 100-mal mehr Daten erzeugt als gespeichert.

Anwendungen tragen zum Datenwachstum bei

  • 2021 wird Big Data für 20 Prozent (2.5 ZB jährlich, 209 EB monatlich) des Datenverkehrs in Rechenzentren verantwortlich sein, verglichen mit 12 Prozent (593 EB jährlich, 49 EB monatlich) 2016.
  • 2021 wird Video Streaming für 10 Prozent des Datenverkehrs in Rechenzentren verantwortlich sein, verglichen mit 9 Prozent 2016.
  • 2021 wird Video für 85 Prozent des Datenverkehrs von Rechenzentren zu Anwendern verantwortlich sein, verglichen mit 78 Prozent 2016.
  • 2021 wird die Internetsuche für 20 Prozent des Datenverkehrs in Rechenzentren verantwortlich sein, verglichen mit 28 Prozent 2016.
  • 2021 werden soziale Netzwerke für 22 Prozent des Datenverkehrs in Rechenzentren verantwortlich sein, verglichen mit 20 Prozent 2016.

Zuletzt prognostiziert Cisco dann noch, dass SaaS im Jahr 2021 das beliebtestes Cloud-Service-Modell sein wird und nennt in diesem Zusammenhang weitere Zahlen:

  • 2021 werden 75 Prozent (402 Millionen) aller Cloud-Workloads und -Server-Instanzen SaaS-basiert sein, im Vergleich zu 71 Prozent (141 Millionen) 2016 (23% jährliche Wachstumsrate).
  • 2021 werden 16 Prozent (85 Millionen) aller Cloud-Workloads und -Server-Instanzen IaaS-basiert sein, im Vergleich zu 21 Prozent (42 Millionen) 2016 (15% jährliche Wachstumsrate).
  • 2021 werden 9 Prozent (46 Millionen) aller Cloud-Workloads und -Server-Instanzen PaaS-basiert sein, im Vergleich zu 8 Prozent (16 Millionen) 2016 (23% jährliche Wachstumsrate).

Über die Studie

Im Rahmen der Studie umfasst Cloud Computing Plattformen, die einen ständigen, bedarfsgerechten Netzwerkzugriff auf konfigurierbare Ressourcen (z.B. Netzwerke, Server, Speicher, Anwendungen und Dienste) ermöglichen. Diese können mit minimalem Verwaltungsaufwand oder Interaktionen mit Service Providern schnell bereitgestellt und freigegeben werden. Bereitstellungsmodelle umfassen Private, Public und Hybrid Clouds. Cloud-Rechenzentren können sowohl von Service Providern als auch von privaten Unternehmen betrieben werden.

Die Hauptunterschiede zwischen Cloud-Rechenzentren und traditionellen Rechenzentren liegen in den Bereichen Virtualisierung, Standardisierung, Automatisierung und Sicherheit. Cloud-Rechenzentren bieten im Vergleich zu herkömmlichen Rechenzentren eine höhere Leistung, eine höhere Kapazität und eine einfachere Verwaltung. Virtualisierung dient als Katalysator für die Konsolidierung von Hard- und Software, eine stärkere Automatisierung und einen integrierten Sicherheitsansatz.

Der Cisco Global Cloud Index (2016-2021) sagt das Wachstum und die Trends des globalen Datenverkehrs im Rechenzentrum und in der Cloud voraus. Die Studie dient als ergänzende Quelle zu bestehenden IP-Netzwerkverkehrsstudien wie dem Cisco Visual Networking Index und bietet Erkenntnisse zu neuen Trends, die sich auf Rechenzentren und Cloud-Architekturen auswirken. Die Prognose gewinnt zunehmend an Bedeutung, da Netzwerke und Rechenzentren bei der Bereitstellung von Cloud-Diensten immer enger miteinander verknüpft werden.

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