Fluch oder Segen? BYOC als eine neue Form der Schatten-IT

"Bring your own Cloud" treibt CIOs den Angstschweiß auf die Stirn

| Autor / Redakteur: Dr. Dietmar Müller / Florian Karlstetter

Folgt auf "Bring your own Device" nun "...your own Cloud"? Der Versuch einer Abgrenzung und Definition.
Folgt auf "Bring your own Device" nun "...your own Cloud"? Der Versuch einer Abgrenzung und Definition. (© lassedesignen - Fotolia.com)

Da hat er ja ein Fass aufgemacht! Seit der eWEEK-Redakteur Chris Preimesberger Anfang des Jahres nach dem Hype um "Bring your own Device" (BYOD) den Trend "Bring your own Cloud" (BYOC) voraussagte laufen die Blogmühlen im Internet heiß: Kann das funktionieren? Darf das funktionieren? Oder ist das vielleicht längst Realität?

Dabei haben die IT-Verantwortliche vorzugsweise im deutschen Mittelstand den BYOD-Wahnsinn noch gar nicht verdaut, viele winden sich ob der vielen privaten Handys im Unternehmen nach wie vor schmerzverzerrt – der Gedanke an fremde Clouds, die ans Firmennetzwerk andocken, lässt sie nun endgültig nach dem Notarzt rufen.

Für sicherheitsbewusste Chief Information Manager (CIOs) muss BYOC wie die Ankündigung eines Nuklearschlags klingen. Preimesberger dagegen mag darin lediglich einen neuen Marketing-Slogan erkennen, den er zudem für ziemlich smart hält – und der zum Aufbau einer neuen Marktnische führen könnte.

Das Konzept hinter BYOC

Wie soll diese aussehen? Nun, BYOC beschreibt ein Konzept, in dem Mitarbeiter ihre persönlichen Clouds für andere Mitarbeiter öffnen, so dass gemeinschaftlich an Projekten gearbeitet werden kann. Neudeutsch spricht man von "Collaboration". Das brächte dem Unternehmen jede Menge Vorteile, da die Mitarbeiter viel produktiver als bislang vorgehen könnten. Zudem, so die Vorstellung Preimsbergers, sollen die Grenzen zwischen öffentlicher und privater Cloud verschwinden. Cloud sei Cloud, so die sehr amerikanische Vorstellung des geschätzten Kollegen.

Preimesberger sieht als gewissenhafter Redakteur aber natürlich auch neue Probleme entstehen, allen voran den von Standards und Sicherheit. Im Netz wurden zudem von unzähligen Kommentatoren verschiedene potentielle Krisenherde ausfindig gemacht: Wie sollte man etwa verhindern, dass unternehmenskritische Daten in exotische Clouds verschoben werden, die dem CIO möglicherweise nicht einmal bekannt sind? Das wäre das Horrorszenario eine wildgewordenen Schatten-IT.

Längst Realität

Ein Horrorszenario, das in so manchem Unternehmen längst Realität sein dürfte. Auf Abteilungsebene finden sich bestimmt hier und da Skizzen, Tabellen und Powerpoint-Präsentationen, die gewitzte Jungmanager "auf die Schnelle" und natürlich ohne langwierige Genehmigung durch die IT-Abteilung mal eben in Dropbox oder einen anderen populären Dienst geschoben haben, um dem Kollegen XY ein Problem eindrücklich vor Augen zu führen oder seine Meinung einzuholen. So gesehen bildet BYOC ein stückweit die heutige Arbeitswelt ab, ob dem CIO das nun gefällt oder nicht.

Und selbst wenn der CIO über die verschiedenen Clouds informiert ist, in die seine lieben Kollegen die eine oder andere Information geschoben haben – wie soll er die damit einhergehende zunehmende Komplexität der IT-Landschaft sinnvoll verwalten? In der Regel ist er bereits vollauf damit beschäftigt, die von ihm selbst genehmigten beziehungsweise aufgesetzten Dienste und Services unter Kontrolle zu halten. Dann auch noch ein Dutzend "privater" Clouds von Mitarbeitern?

Diese Mitarbeiter können zudem Fehler machen, sie sind in der Regel keine ausgebildeten Techies. Es ist also wahrscheinlich, dass die eine oder andere Information versehentlich an einem anderen Zielort landet. Oder sonstwie "verloren" geht.

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