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Unangenehme Nebeneffekte, aber auch Vorteile
Hinzu kommt, dass diese privaten Clouds in der Regel über den Firmenrechner angesteuert werden. In der Folge nimmt die Bandbreite immer weiter ab – ganz ohne dass der CIO die genaue Ursache dafür erkennen könnte.
Im Übrigen ist die Vorstellung, dass die Collaboration durch BYOC verbessert würde, eine eher wacklige Angelegenheit. Es ist keinesfalls ausgemacht, dass die "mitgebrachten" Clouds von allen Mitarbeitern angesteuert werden können. Wer keinen Account für Dropbox und Co. hat, bleibt draußen. Handelsübliche Collaboration-Lösungen erfüllten den Zweck weitaus besser da unproblematischer.
Diese Nachteile von und Hemmnisse für BYOC sind nach Meinung vieler aber nicht so gravierend, als dass sie die Vorzüge von BYOC überwögen. Davon gibt es einige:
- Mitarbeiter werden agiler. Flexibel können Sie – ohne auf das grüne Licht der IT-Abteilung warten zu müssen – gemeinsam an einem Projekt arbeiten. Und zwar von überall aus. Der Workflow wird vergleichsweise wenig gestört.
- Die Kosten für die Nutzung privater Clouds werden dem Unternehmen in der Regel nicht in Rechnung gestellt. Falls doch, sind diese marginal. Collaboration-Suites gehen dagegen richtig ins Geld.
- Sollten einmal Daten verloren gehen, sind sie immer noch im Unternehmen. Fremde können sie nun einsehen, aber sie sind zumindest nicht weg.
- BYOC bezeichnet einen Trend, der tatsächlich stattfindet. Anstatt den Kopf in den Sand zu stecken sollte der CIO diese Form der Schatten-IT akzeptieren und versuchen, die beschatteten Mitarbeiter ins Boot und unter den Schirm gemeinsamer Compliance-Vorgaben zu bringen.
Gerade letzterer Punkt aber ist knifflig: Mitarbeiter, die aktiv BYOC betreiben – und deren Zahl ist Legion, wie uns die Analysten von Techconsult eindrücklich erklärt haben -, wollen sich eben nicht mit sperrigen Compliance-Regeln auseinandersetzen, sondern schnell und unkompliziert die Cloud nutzen. Wie also die Bedürfnisse der Mitarbeiter befriedigen ohne als böser Bube dazustehen? In vielen Diskussionen im Netz zum Thema hat sich eine Antwort herauskristallisiert: Bauen Sie eine Private Cloud für das Unternehmen auf! Statt auf Amazon und Dropbox können die Mitarbeiter dann "mal eben" diese anzapfen.
Für den IT-Manager bietet diese Strategie einige Vorteile:
- Allen voran ist hier die Sicherheit zu nennen. Daten und Informationen verbleiben in der eigenen Wolke und werden von der eigenen Firewall beschützt. Hacker, Wirtschaftsspione und neugierige staatliche Stellen müssen draußen bleiben.
- Auf eine unternehmenseigene Private Cloud können wirklich alle Mitarbeiter zugreifen, keiner muss außen vor bleiben.
- Sie können Ihre Cloud flexibel skalieren und damit auf Wachstum (oder auch das Gegenteil) reagieren.
- Ein integrierter Self-Service wird ihnen viel Arbeit abnehmen – Mitarbeiter können ganz flexibel Ressourcen buchen und wieder abgeben. Das macht Sie und das gesamte Unternehmen weitaus agiler als bisher.
Fazit
Ähnlich wie BYOD ist BYOC ein Trend, der anwendergetrieben ist und sich verselbstständigt hat. Als sicherheitsbewusster IT-Verantwortlicher bleibt ihnen nichts anderes übrig, als darauf zu reagieren. Der Aufbau einer Private Cloud scheint ein probates Mittel zu sein, Schatten-IT in Form von Nutzung öffentlicher Clouds durch Mitarbeiter zu unterbinden. Tatsächlich wurde das Problem bereits von diversen Anbietern erkannt: Sie offerieren Unternehmen Clouds, die von Mitarbeitern ganz ähnlich wie Dropbox genutzt werden können. Allerdings drängt die Zeit: Schatten-Clouds sind ein Phänomen, das geradezu viral um sich greift. Sie müssen schnellstmöglich handeln, wenn Sie die Verbreitung Ihrer unternehmenskritischen Daten im Netz verhindern wollen.
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