IoT-Plattform von Microsoft

Azure IoT Edge jetzt allgemein verfügbar

| Autor / Redakteur: Michael Matzer / Nico Litzel

Eine DJI-Drohne fliegt über Farmland.
Eine DJI-Drohne fliegt über Farmland. (Bild: Microsoft / DJI)

Microsoft hat die IoT-Plattform Azure IoT Edge allgemein verfügbar gemacht. Die als Open Source Software auf GitHub bereitgestellte IoT-Plattform, die sich seit einem Jahr in Erprobung befand, ist zum General Availability (GA) Release um weitere Funktionen erweitert worden.

Azure IoT Edge umfasst alle Komponenten, von der Cloud über die Erfassungs-Hardware bis zur Edge-Logik, um auf diese Weise nicht nur kleine Unternehmen wie etwa Farmen (mit MS FarmBeats) zu unterstützen, sondern auch sehr große Unternehmen, die weltweit tätig sind. Die Entwicklung von Apps soll ebenso leicht und flexibel sein wie das Deployment von Apps in den Endgeräten bzw. an der Peripherie.

Das Deployment erfolgt auf Moby, jener Plattform, auf der Docker-Container aufsetzen. Docker-basierte Module brauchen nicht geändert zu werden. Neben Moby ist die kostenlose und quelloffene Azure IoT Edge Runtime ebenso notwendig wie eine Instanz des Azure IoT Hub, um Peripheriegeräte (wie Sensoren oder Drohnen) zu provisionieren und zu verwalten. Zusätzlich benötigt es zertifizierte Hardware. Soweit der Kern. Der spezifische Nutzen für den jeweiligen Anwender liegt in den Edge Modules. Wenn der Nutzer diese nicht selbst entwickelt, so kann er welche auf dem Azure Marketplace abonnieren.

Damit Unbefugte keine Drohnen in einen Flughafen steuern können oder dergleichen, hat Microsoft großen Wert auf die Absicherung der gesamten Infrastruktur gelegt. Der Device Provisioning Service (DSP) der Plattform ist so tief mit Azure IoT Edge integriert, dass kein Nutzer mehr für die Provisionierung von neuen Endgeräten mehr nötig ist. Dies können mehrere zehntausend Geräte sein, etwa Sensoren auf einer Farm oder in einer Industrieanlage.

Schutz durch Abstraktion

Damit die Daten und die Logikeinheit eines Endgeräts geschützt sind, schirmt der Security Manager die Hardware durch Abstraktion ab. Auf der Ebene der Abstraktion können OEMs beispielsweise Hardware Secure Modules (HSM) integrieren. Diese sorgen mit hochsicheren Verschlüsselungsmechanismen für eine vertrauenswürdige Absicherung des jeweiligen Geräts. Den Schlüssel hat nur der befugte Nutzer, etwa ein Admin oder CSO.

Um alle Endgeräte auf einmal mit einem neuen Update versorgen zu können, erlaubt es der Service für Automatic Device Management, anhand der (im IoT Hub) vorliegenden Metadaten neue Edge-Module auf beliebig viele Endgeräte zu verteilen. Wird ein Endgerät, das die passenden Metadaten oder Tags aufweist, einer „Flotte“ hinzugefügt, lädt der ADM-Service die passenden Edge-Module herunter und versetzt das Peripheriegerät in den korrekten Betriebszustand.

Sam George demonstriert den Drohnen-Einsatz auf seiner Build-Keynote.
Sam George demonstriert den Drohnen-Einsatz auf seiner Build-Keynote. (Bild: Microsoft)

Schon vergangenen Monat hat Microsoft auf seiner Build-Konferenz die Integration mit den KI-Services auf Azure sowie die Unterstützung für Kubernetes angekündigt. Zu den Partnern gehören zudem der Drohnenhersteller DJI sowie Qualcomm als Anbieter eines KI-Entwicklungsbaukastens. Mit dem Qualcomm Snapdragon Neural Processing Engine (NPE) SDK laufen die Machine-Learning-Algorithmen direkt im Endgerät, was schneller und sicherer als die Cloud-Verarbeitung ist.

Breite Sprachunterstützung

VSCode erlaubt die Nutzung vielfältiger Ressourcen und Sprachen.
VSCode erlaubt die Nutzung vielfältiger Ressourcen und Sprachen. (Bild: Microsoft)

Dass neue Apps für die verstärkte Nutzung des Azure IoT Edge Products ausschlaggebend sind, liegt auf der Hand. Microsoft will mit dem aktuellen Release die Entwickler mit besonders breiter Sprachunterstützung ansprechen. Sie sollen Edge-Module mit C#, C, Node.js, Python und Java programmieren können. Wenn sie den Code-Editor VSCode aus MS Visual Studio nutzen, können sie die Schritte Programmieren, Testen, Debuggen und Deployen in den Code packen. Mit MS Visual Studio Team Services können sie den gesamten Lebenszyklus eines Edge-Moduls abbilden.

VSCode in den Visual Studio Team Services VSTS.
VSCode in den Visual Studio Team Services VSTS. (Bild: Microsoft)

Wie bereits angekündigt investiert Microsoft fünf Milliarden US-Dollar in IoT Edge. Die Liste der Anwender und Partner, die im Blog zur GA-Ankündigung aufgezählt werden, belegt ein lebhaftes Interesse an IoT Edge und die Nützlichkeit der neuen Technologie. Schwergewichte wie der Energieversorger Schneider Electric sind ebenso darunter wie Kleinunternehmer im Smart Farming. Die meisten Services, die man benötigt, sind kostenlos, wie ein Blick in die Preisliste zeigt.

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