Der deutsche Mittelstand setzt laut jüngster Studien nach einer vergleichsweise langen Phase des Abwartens doch mehrheitlich auf die Cloud, gerne sogar auf Multi-Cloud-Umgebungen. Wie konnte das passieren? Wie kam es zu diesem Umdenken?
Verbreitung von Hybrid Clouds nimmt in Deutschland immer mehr Fahrt auf, obwohl Sicherheitsbedenken noch nicht vollendes ausgeräumt sind.
Die Verbreitung von Hybrid Clouds nimmt in deutschen Unternehmen in einem Umfang zu, der Experten überrascht. Wie IDC in seiner Studie „Hybrid Cloud in Deutschland 2015/16“ feststellt, nutzen oder implementieren inzwischen rund sechs von zehn Unternehmen Cloud Services. Zusätzlich planen und beschäftigen sich 26 Prozent mit der Thematik. Waren lange Jahre die Großunternehmen die Vorreiter bei der Cloud-Nutzung, so hat der Mittelstand inzwischen deutlich aufgeholt. Damit sind Cloud-Services in den IT Sourcing-Strategien der meisten Unternehmen fest verankert.
Unter den Cloud-Nutzern und Planern bleiben Private Cloud-Umgebungen (57 Prozent) aktuell die bevorzugte Variante in Deutschland. Rund ein Drittel setzt inzwischen auf Hosted Private Clouds, die Verbreitung von Public Clouds steigt auf 27 Prozent. Werden die Planungen in die Tat umgesetzt, werden im Jahr 2017 nahezu drei von vier Unternehmen Hosted Private Clouds und mehr als 60 Prozent Public Clouds nutzen. Die Entscheidung „Make or Buy“ fällt also immer öfter zugunsten externer Cloud-Anbieter aus.
Verbreitung von Hybrid Clouds nimmt immer mehr Fahrt auf
Die Befragungsergebnisse zeigen auch, dass die Verbreitung von Hybrid Clouds im Vergleich zum Vorjahr um rund ein Drittel, konkret von 15 auf jetzt 20 Prozent gestiegen ist. Zusätzlich planen 57 Prozent der befragten Unternehmen den Aufbau hybrider Cloud-Umgebungen innerhalb der kommenden 24 Monate. Der Bedarf an Hybrid Clouds ist also groß.
Wie kam es zu diesem Wandel? Schließlich galt der deutsche Mittelstand bis vor kurzem als geradezu Cloud-resistent. Der IDC-Analyst Matthias Zacher führt diese Entwicklung vorrangig auf ein deutlich größeres und besseres Angebot an Lösungen zurück, als wir sie in den vergangenen Jahren gesehen haben: „Die aktuelle Situation lässt sich in einem Satz zusammenfassen: Kleine und mittlere Unternehmen in Deutschland finden immer mehr passende Cloud-Angebote. Das bedeutet im Einzelnen: Im Segment SaaS finden das Marketing oder der Finanzbereich einfach zu bedienende und überschaubare Lösungen. Die Lösungen sind funktional, immer auf dem neusten Stand sowie einfach und kostengünstig zu beziehen.“
Doch die vielen neuen Angebote haben auch ihre Tücken, und zwar nicht nur für die Anwenderunternehmen, gibt Zacher zu bedenken: „ Hier müssen die interne IT oder langjährige Partner bzw. Systemhäuser häufig passen. Viele SaaS-Anbieter sind in der Lage, selbst oder über Partner spezifische Funktionen anzubieten. IaaS und PaaS bieten flexibel Ressourcen beziehungsweise Plattformen ohne große Anschubfinanzierung und Investitionskosten. Die Gesamtkosten müssen selbstverständlich durchgerechnet werden. IT-Betrieb und Modernisierung der IT können, da wo erforderlich, flexibler und effizienter umgesetzt werden.“
Sicherheitsbedenken noch nicht vollends ausgeräumt
Und was ist mit den altbekannten und stets im Vordergrund stehenden Sicherheitsbedenken? Auch hier sieht Zacher etwas in Bewegung, doch ganz aus der Welt ist das Problem keineswegs: „Die Diskussion um IT-Sicherheit ist gereift. Das bedeutet, die Unternehmen gehen das Thema pragmatisch an, beispielsweise mit unterschiedlichen Datenspeicherorten oder Verschlüsselung. Die Frage des Datenschutzes bzw. der Rechtsräume ist allerdings nicht umfassend geklärt bzw. mitunter intransparent. Hier müssen KMU auf Transparenz bestehen bzw. eindeutige Klarheit einfordern.“
Auch Heiko Henkes, Director Advisor bei der Experton Group, sieht große Fortschritte bei der Absicherung von Clouds: „Es liegen immer mehr Informationen zum Datenschutz beziehungsweise zu den wirklich erlaubten Diensten nach Branchen vor. Das BSI erarbeitet hier aktuell in weiteres Dokument für die Behörden, die ja bekanntermaßen im Public Sektor sehr hohe Anforderungen haben.“
Doch nicht nur das: „Andere Branchen erkennen auch immer häufiger den Mehrwert und die Zunahme von Sicherheit durch den erhöhten Reifegrad und vor allem auch eine Wartungsfreiheit. Vorbehalte wie die Aufgabe von Kernkompetenzen in Branchen werden durch APIs und Cloud-Ökosysteme und deren Attraktivität für Nischenanbieter sukzessive ausgeräumt.“
Die zunehmende Standardisierung durch (Hyper) Converged-Systems und deren Preisverfall seien weitere Faktoren, die die Cloud-Nutzung erleichterten. Henkes Fazit: „Anwender erklimmen sowohl auf der Verständnisebene als auch auf der Technologieebene kontinuierlich weitere Stufen in die Wolken.“
Stand: 08.12.2025
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Cloud Nutzung im Kontext der Schatten-IT
Aber Henkes, macht noch einen weiteren gewichtigen Grund für die verstärkte Cloud-Nutzung aus: Die Fachabteilungen setz(t)en die Cloud gerne mal am CIO vorbei ein – was diesen zu einem Strategiewechsel zwinge: „Die Zunahme der Cloud Nutzung im Kontext der Schatten-IT drängt auch Skeptiker in die Cloud und zur Bereitstellung von IT as a Service (ITaaS).“
Diese Entwicklung zeichnete sich bereits 2014 ab: In einer Umfrage des Beratungshauses Centracon AG unter über 200 IT-Managern erklärte lediglich jeder siebte (!) IT-Verantwortliche, im Unternehmen würden keine Personal Cloud Services wie Dropbox genutzt werden. Die IT-Verantwortlichen drückten damals schon ihren großen Unmut darüber aus. Die Hälfte von ihnen sah in der Nutzung solcher Services ein hohes oder sogar geschäftskritisches Risiko. Die CIOs mussten also Handeln: Damals plante die Hälfte der Firmen in den nächsten zwei Jahren den Einsatz eigener Cloud-Plattformen, über die Mitarbeiter Dokumente archivieren und teilen können. Und genauso ist es gekommen.
Der Siegeszug von Apps
Gekommen sind auch Apps – und zwar in Massen. Sie stellen oft den Dreh- und Angelpunkt in der Kommunikation von Unternehmen mit dem Kunden dar, wie Thorsten Hansen, Cloud Managed Services Sales Leader bei den IBM Global Technology Services, zu berichten weiß. Und in der Regel würden diese Apps, etwa mit Produktinformationen oder Kontaktmöglichkeiten, aus der Cloud heraus angeboten. „Das birgt viele Vorteile. Unternehmen können dadurch beispielsweise schnell und einfach auf Nachfrageschwankungen reagieren, etwa wenn eine App zu einem Event besonders stark genutzt wird“, so der Cloud-Experte.
Seiner Erfahrung nach hat zudem nicht nur das Angebot an Cloud-Lösungen stark zugenommen, sondern auch das Wissen der Anwender um deren Vor- und Nachteile. Viele Sicherheitsfragen seien mittlerweile geklärt, die Firmen behielten in der Regel weiterhin ihre sensiblen Daten intern, während andere, nicht so brisante Daten heutzutage viel schneller in die Cloud verlagert würden als noch vor einigen Jahren. Bekannte CRM-Angebote as a Software oder auch Office aus der Cloud hätten hier eine Bresche geschlagen – sie werden seit Jahren in vielen Firmen mit großem Erfolg genutzt. Diese positive Erfahrung erhöht nach Beobachtung von Hansen die Akzeptanz neuer Einsatzszenarien.