Future Cloud Infrastructure

Wie die Cloud das Business agil macht

| Autor / Redakteur: Thomas Gierich* / Elke Witmer-Goßner

Agilität in der IT fördert die geschäftliche Entwicklung vieler Unternehmen.
Agilität in der IT fördert die geschäftliche Entwicklung vieler Unternehmen. (Bild: gemeinfrei © Lerey Eric / Pixabay)

Ohne agile IT kein agiles Business. Basis dafür ist eine moderne Cloud-Infrastruktur, die flexibel auf alle Anforderungen reagieren kann – ohne Barrieren zwischen Private und Public Cloud.

Unternehmen müssen dynamisch und schnell agieren, um der Geschwindigkeit im Markt etwas entgegenzusetzen. So verkürzen sich in vielen Branchen die Produktlebenszyklen. Gleichzeitig steigt die Variantenvielfalt, denn die Kunden verlangen Individualität trotz Massenproduktion. Parallel dazu sinkt die Menge der hergestellten Einzelstücke einer Serie.

Diese Entwicklung verlangt agile Prozesse, die schnell ablaufen und flexibel auf neue Entwicklungen reagieren. In den meisten Unternehmen bedeutet dies zusätzliche Anforderungen an die IT. Wenn neue Verkaufskanäle bedient werden und Kundenreaktionen für die Produktentwicklung ausgewertet werden sollen, reicht bei vielen Firmen die bisherige Software-Ausstattung nicht mehr aus. Die geschäftliche Entwicklung vieler Unternehmen wird durch die mangelnde Agilität in ihrer IT gebremst.

Altsysteme mit Beharrungsvermögen

Zwar ist Modernisierung und Vereinheitlichung der IT ein Dauerbrenner in Unternehmen, doch bewährte, aber längst veraltete Legacy-Systeme haben ein großes Beharrungsvermögen. Hinzu kommt, dass sich die Agilität in der Informationstechnologie fortsetzt. Auch hier gibt es eine schnelle Abfolge aus technologischen Trends und neuen Einsatzbereichen – von modernen Kommunikations- und Kooperations-Werkzeugen bis hin zu Verfahren wie Machine Learning oder Robotic Process Automation. Zudem ist in vielen Unternehmen ein Graubereich aus SaaS-Lösungen entstanden, die Fachbereiche in Eigenregie bestellt haben. Sie sind einfach zu bedienen und arbeiten oft effizienter als die vorhandenen Anwendungen.

In vielen Unternehmen hat dies zu einer wenig befriedigenden Situation geführt: Sie nutzen eine „hybride Multi-Cloud“, die häufig aus verschiedenen On-Premise-Systemen, Private und Public Clouds besteht. Oft setzt sich allein der Cloud-Bereich in einer IT-Organisation aus SaaS-Anwendungen mehrerer Anbieter sowie unterschiedlichen Infrastruktur- und Plattform-Lösungen zusammen. Diese Systeme sind kaum noch unter einen Hut zu bringen. Die Cloud erfüllt nicht das Versprechen, die Agilität des Business zu steigern.

Die Unternehmensberatung Gartner hat in einem aktuellen Bericht zur Infrastruktur-Strategie festgestellt, dass zu viele Firmen eine Zwei-Säulen-IT in Kauf nehmen. Sie betrachten die Public Cloud als separaten Teil in ihrem IT-Betrieb aus Hybrid/Multi-Cloud. Dadurch erschweren sie die effektive Automatisierung und Synchronisierung der Prozesse und Daten. Der digitale Fortschritt bleibt aus, die unterschiedlichen Anforderungen von Vorstand und Management einerseits sowie IT-Organisation und Entwicklern andererseits werden nicht berücksichtigt.

„Versäulung“ der IT verhindert Agilität

Führungskräfte und Mitarbeiter erwarten problemloses und effizientes Bereitstellen von IT-Services. Die IT möchte eine Palette an optimalen Lösungen, um Workloads an die jeweils geeignete Stelle zu verschieben. Die Entwickler schließlich legen Wert auf aktuelle Entwicklungsumgebungen und Geschwindigkeit bei Tests und Releases. Dies stellt die gesamte IT-Infrastruktur vor Herausforderungen. Wechselkosten, unterschiedliche Abrechnungsmodelle, die Integration in die bestehenden Systeme und nicht immer völlig übereinstimmende Technologien werden zur Hürde.

Der Autor Thomas Gierich (6.v.l.) und sein Team „Future Cloud Infrastructure“ bei T-Systems.
Der Autor Thomas Gierich (6.v.l.) und sein Team „Future Cloud Infrastructure“ bei T-Systems. (Bild: T-Systems)

Agilität in der IT lässt sich auf diese Weise nicht erreichen. Die Verwaltung der schwach integrierten Silos erfordert einen hohen Aufwand an Personal, Arbeitszeit und Rechenleistung. Der übliche Ratschlag in dieser Situation: Eine strategische Gesamtlösung, bei der entweder nur die Public Cloud oder nur die Private Cloud eingesetzt werden. Doch die vollständige Vereinheitlichung der IT ist meist unmöglich. Gründe dafür gibt es viele: Legacy-Systeme sind nur in sehr langfristiger Perspektive abzulösen. Neue technologische Trends wie Industrial IoT oder die Blockchain dagegen entstehen ausschließlich in der Public Cloud. Hinzu kommen Compliance-Anforderungen, die den Einsatz der Private Cloud festschreiben.

Aus Sicht der Geschäftsführung wirkt es, als befände sich die Firma in der Falle. Als bleibe ihr nichts weiter übrig, sowohl Altsysteme fortzuschreiben als auch permanent neue Cloud-Tools hinzu zu buchen. Die Komplexität der IT steigt ständig, die „Versäulung“ nimmt zu statt ab. Ein Perspektivenwechsel kann helfen: Die Unternehmen sollten die hybride Multi-Cloud ganzheitlich in den Blick nehmen und als übergeordnete Meta-Anwendung behandeln.

Alle Clouds unter einer Verwaltungsschicht

Dann fällt auf, dass eine übergeordnete Verwaltungsschicht fehlt. Sie sollte Technologien anbieten, die Workloads flexibel zwischen Public und Private Cloud, verschiedenen Infrastrukturanbietern und Rechenzentren hin und her verschieben können. Damit das funktioniert, müssen Anwendungen und die Private Cloud auf eine Weise integriert werden, die sie nicht von der Public Cloud unterscheidet. Sie sollte den Nutzerkomfort typischer Public-Cloud-Anwendungen für die Private Cloud und idealerweise auch für On-Premise-Systeme anbieten.

Gefragt ist letztlich eine „Future Cloud Infrastructure“ (FCI) – so der Name einer neuartigen Cloud-Lösung von T-Systems. Sie baut innerhalb der Unternehmen Barrieren zwischen einzelnen Cloud-Betreibern und Rechenzentren ab. Dabei richtet sich das neue Framework nicht nur auf die bestehende Infrastruktur, auch neue private und öffentliche Cloud-Anwendungen sind jederzeit integrierbar.

Thomas Gierich, T-Systems International GmbH.
Thomas Gierich, T-Systems International GmbH. (Bild: T-Systems)

Diese Vielfalt ist das Ergebnis eines ganzen Bündels von Technologien wie Open Stack, Azure-Stack oder VMware. Sie arbeiten nach Bedarf im Hintergrund der Private Cloud, sodass ein Übergang zwischen öffentlich und privat in beiden Richtungen möglich ist. Workloads werden flexibilisiert und können mit der FCI zu niedrigen Kosten von der einen Cloud in die andere verschoben werden. Alle Endanwender, aber auch die IT-Mitarbeiter profitieren stark von dieser Vereinfachung. Die bisherigen IT-Silos werden „entsäult“ und das Unternehmen nutzt eine einheitlich wirkende Cloud.

* Der Autor Thomas Gierich ist verantwortlich für den Bereich International Sales Consulting Future Cloud Infrastructure, T-Systems International GmbH.

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de/ (ID: 46226407 / Allgemein)