Definition: Weltweite Infrastruktur für AWS-Dienste Was sind AWS Local Zones?

Von zeroshope

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Der Begriff AWS Local Zones bezeichnet ein Konzept des Mutterkonzerns Amazon, eine Infrastruktur für die eigenen Services überall auf der Erde aufzubauen. Die Dienste sollen möglichst nahe an den Nutzern bereitgestellt werden – Stichwort: niedrige Latenzzeiten.

Mit AWS Local Zones möchte der US-Konzern Amazon eine weltweite Infrastruktur für latenzempfindliche Anwendungen aufbauen.
Mit AWS Local Zones möchte der US-Konzern Amazon eine weltweite Infrastruktur für latenzempfindliche Anwendungen aufbauen.
(Bild: gemeinfrei © Gerd Altmann / Pixabay )

AWS Local Zones („regionale Bereiche“) ist die Bezeichnung für ein Konzept von Amazon für die eigene Tochterfirma, die auf Web Services spezialisiert ist. Die Buchstaben AWS sind als Kennzeichnung für das entsprechende Unternehmen deshalb im Namen enthalten.

Der Plan sieht derzeit vor (Stand Juli 2022), weltweit in 33 Städten in 27 Ländern eine eigene Infrastruktur aufzubauen, um AWS Services wie z.B. Rechen- und Speicherdienste möglichst nahe an den Nutzern bereitstellen zu können. Es ist auf diese Weise möglich, sie mit einer geringen Latenz auszuspielen. Dies unterscheidet die AWS Local Zones zugleich von den Availability Zones des Hauses. Diese zeigen nur an, dass bestimmte Services verfügbar sind, legen aber nicht den Schwerpunkt auf die Optimierung der Latenzen.

Weltweiter Ausbau der AWS Local Zones erfolgte erst 2022

Die Local Zones waren allerdings lange ein Konzept, das nur in den USA praktische Anwendung fand. Hier gab es 17 Standorte in Städten wie Boston, Chicago, Dallas, Las Vegas und Los Angeles. Erst 2022 erfolgte der weltweite Ausbau. Der Plan sah für Europa die folgenden Standorte vor:

  • Amsterdam
  • Athen
  • Berlin
  • Brüssel
  • Helsinki
  • Kopenhagen
  • München
  • Oslo
  • Prag
  • Warschau
  • Wien

Europa wird dabei in drei Bereiche aufgeteilt: Nord, West und Zentral. Die neuen Standorte werden dabei bestehenden Anlagen zugeordnet, die Amazon ursprünglich für andere Zwecke errichtet hatte. Frankfurt am Main ist der „Mutter-Standort“ für Europa-Zentral, Stockholm für Europa-Nord und Paris für Europa-West.

Bildergalerie

Diese Services können über die AWS Local Zones beispielsweise bereitgestellt werden

  • Elastic Compute Cloud,
  • Elastic Block Store,
  • Virtual Private Cloud,
  • Relational Database Services,
  • FSx,
  • Elastic Load Balancing.

Unternehmen wie Netflix, Mindbody, Ubitus oder Couchbase zählen zu den Nutzern der AWS Local Zones. Der Anbieter zitiert dabei das letzte Haus mit den Worten, die Latenzzeit für die NoSQL-Datenbanken habe sich durch die Nutzung der Offerte um 80 Prozent verringert.

Abrechnungsmodelle für die AWS Local Zones

Die AWS Local Zones können auf drei Arten abgerechnet werden:

  • 1. On-Demand: Die Nutzung wird nach Stunden bepreist.
  • 2. Spot-Instances: Nicht genutzte Kapazitäten werden den Nutzern zur Verfügung gestellt. Das Risiko dabei ist, dass es keine freien Ressourcen gibt. Im Gegenzug sinkt der Preis deutlich. Amazon spricht von möglichen Einsparungen von bis zu 90 Prozent im Vergleich mit On-Demand.
  • 3. Saving Plans: Kunden verpflichten sich zu einer vorher ausgehandelten Mindestnutzung, die in Stunden ausgedrückt wird. Der Vertrag läuft ein oder drei Jahre. Auch wenn die ausgehandelte Zeit unterschritten wird, muss sie wie ausgemacht bezahlt werden. Im Gegenzug bietet Amazon Rabatte im Vergleich mit dem On-Demand-Modell. Dem US-Konzern zufolge sollen so hohe Preisnachlässe möglich sein, man munkelt zwischen 60 und 70 Prozent.

Für die Abrechnung ist allerdings zu berücksichtigen, dass die Kosten wesentlich ebenfalls davon abhängen, welche Services konkret ausgespielt werden. Der Aufwand ist für Amazon nicht für alle Dienste identisch hoch, weshalb es Schwankungen gibt. Da gerade in Europa die Standorte neu oder sogar noch im Aufbau befindlich sind, können diese zudem möglicherweise nicht alle Services (problemlos) ausspielen.

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