Definition: Windows-Rechner aus der Cloud Was ist Windows 365?

Windows 365 ist die Produktbezeichnung einer Desktop-as-a-Service-Lösung von Microsoft, mit der sich Windows-Umgebungen auf beliebige Endgeräte streamen lassen. Voraussetzungen für die Nutzung des Cloud-PC-Services sind eine Internetverbindung und ein HTML5-tauglicher Webbrowser resp. ein kompatibler Remote-Desktop-Client.

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Der „Cloud PC“ von Microsoft: Windows 365 streamt die Windows-Umgebung inklusive personalisierte Apps.
Der „Cloud PC“ von Microsoft: Windows 365 streamt die Windows-Umgebung inklusive personalisierte Apps.
(Bild: gemeinfrei© Gerd Altmann / Pixabay )

Unter der Produktbezeichnung Windows 365 bietet das US-amerikanische Unternehmen Microsoft eine Desktop-as-a-Service-Lösung (DaaS-Lösung) an. Kunden erhalten Zugriff auf Cloud-PCs mit Windows-Betriebssystem. Die Windows-Umgebungen mit ihren Einstellungen, Programmen und Daten lassen sich auf beliebige Endgeräte streamen und von dort aus nutzen.

Die virtuellen Cloud-PCs laufen als Service in der Business-Cloud Azure von Microsoft und sind über das Internet von überall aus erreichbar. Nutzer der Cloud-Rechner können Software auf den Rechnern installieren und ihre Windows-Umgebung personalisieren. Verfügbar ist das für Unternehmen gedachte Windows 365 seit dem 2. August 2021. Es liegt in zwei Versionen als Windows 365 Business für kleine und mittlere Unternehmen mit bis zu 300 Mitarbeitern und als Windows 365 Enterprise für große Unternehmen mit beliebig vielen Mitarbeitern vor. Das Betriebssystem auf den Cloud-Rechnern ist Windows 10. Zukünftig wird auch Windows 11 verfügbar sein.

Die virtuellen Windows-Desktops lassen sich von Endgeräten wie PCs, Laptops, Tablets oder Smartphones mit Betriebssystemen wie Windows, Linux, macOS, Android oder iOS aufrufen. Voraussetzungen für das Streaming der Windows-Umgebungen sind eine Internetverbindung mit ausreichender Bandbreite und ein Webbrowser mit HTML5-Unterstützung. Alternativ zum Browser lässt sich der von Microsoft für mehrere Betriebssysteme bereitgestellte Remote-Desktop-Client verwenden. Erreichbar ist der Service über die Webseite windows365.microsoft.com.

Windows 365 ist in Teilen mit dem Remote-Desktop-Service Azure Virtual Desktop von Microsoft vergleichbar, ist aber weniger komplex und hat ein anderes Preismodell. Für Windows 365 sind keine speziellen VDI-Kenntnisse (Virtual Desktop Infrastructure) notwendig. Die Flexibilität ist im Vergleich zu Azure Virtual Desktop geringer. Windows 365 hat ein Abonnement-Preismodell. Die monatlich anfallenden Kosten sind von der Anzahl der Nutzer und den gebuchten Leistungsmerkmalen der Cloud-Rechner wie Anzahl der Prozessoren, Arbeitsspeicher und Datenspeicher abhängig.

Technische Basis und Funktionalität von Windows 365

Windows 365 wird auf Microsofts Azure-Plattform produziert. Die technische Basis stellt Azure Virtual Desktop zur Verfügung. Das Windows-Betriebssystem wird von Microsoft auf dem aktuellsten Stand gehalten und regelmäßig aktualisiert oder gepatcht. Das Betriebssystem, die Programme, die Daten und die Einstellungen der PCs sind vollständig in der Cloud gehostet. Über das Internet lassen sich die personalisierbaren Windows-Umgebungen auf beliebige Endgeräte streamen. Lokale Zubehörgeräte wie Mikrofone, Kameras oder Drucker lassen sich bei Bedarf für den Cloud-PC verwenden. Aktuell läuft auf den Rechnern das Betriebssystem Windows 10. Zukünftig wird auch Windows 11 verfügbar sein. Administratoren verwalten die bereitzustellenden Desktops über das Microsoft 365 Admin Center.

Die Anwender greifen auf ihre Windows-Desktops über die Webseite windows365.microsoft.com zu. Die Desktops lassen sich mit beliebigen Webbrowsern mit HTML5-Unterstützung oder mit dem für verschiedene Betriebssysteme wie Windows, iOS, Android oder macOS bereitgestellten Microsoft-Remote-Desktop-Client verwenden. Im Vergleich zum Webbrowser bietet der Client einige Möglichkeiten und Features mehr.

Die verfügbaren Editionen von Windows 365 und die wählbaren Ausstattungsmerkmale der virtuellen Rechner

Ursprünglich war Windows 365 auch für Privatanwender vorgesehen. Aktuell ist die DaaS-Lösung nur für Unternehmen verfügbar. Für die unterschiedlich großen Unternehmen bietet Microsoft derzeit diese zwei Editionen an:

  • Windows 365 Business für Unternehmen mit bis zu 300 Mitarbeiter.
  • Windows 365 Enterprise für große Unternehmen mit beliebig vielen Mitarbeitern.

Die Editionen sind in die Pakete Basic, Standard und Premium eingeteilt. Je nach Paket erhält das Unternehmen unterschiedliche Rechnerausstattungen. Es sind die Anzahl der virtuellen Prozessorkerne, die Größe des Arbeitsspeichers und die Größe des Datenspeichers wählbar. Verfügbar sind Cloud-PCs mit einer bis 16 vCPUs, mit zwei bis 16 Gigabyte Arbeitsspeicher und mit 64 bis 512 Gigabyte Datenspeicher. Neben dem Betriebssystem Windows 10 sind weitere Microsoft Anwendungen wie Teams oder Microsoft 365 vorinstalliert. Zur Nutzung sind entsprechende Lizenzen notwendig. In der Business-Edition sind abhängig von dem gewählten Paket Begrenzungen des zulässigen Netzwerkverkehrs eingerichtet.

Sicherheitsaspekte von Windows 365

Microsoft legt hohen Wert auf die Sicherheit der Cloud-PCs und ihrer Daten. Der Service folgt dem sogenannten Zero-Trust-Prinzip. Administratoren haben zahlreiche Kontrollfunktionen über die virtuellen Rechner. Die über das Internet zwischen den Cloud-Rechnern und den Endgeräten der Anwender übertragenen Daten sind vollständig verschlüsselt. Da Microsoft keine Kenntnis über die verwendeten Schlüssel der auf den Cloud-PCs gespeicherten Daten hat, hat Microsoft keinen Zugriff auf diese Daten. Zur Anmeldung und die Authentifizierung bei Windows 365 lässt sich die Multifaktor-Authentifizierung (MFA) einsetzen.

Die Vorteile durch den Einsatz von Windows 365

Der Einsatz von Windows 365 und der cloud-basierten Desktops bietet für Unternehmen zahlreiche Vorteile. Anwender erhalten Zugriff auf ihre Arbeitsplatzumgebung von überall und von beliebigen Endgeräten aus. Die Performance der Cloud-PCs ist unabhängig von der Leistungsfähigkeit des lokalen Endgeräts. Sämtliche Daten sind in der Cloud gespeichert und nicht dezentral auf den Anwendergeräten abgelegt. Die Cloud-PCs sind nach der initialen Einrichtung durch den Administrator direkt nutzbar und müssen nicht installiert und gestartet werden.

Auf dem Endgerät ist für das Streaming der Windows-Umgebung keine spezielle Software notwendig. Es genügt ein Webbrowser mit HTML5-Unterstützung. Für die Unternehmen ist die Verwaltung der Arbeitsplatzumgebungen stark vereinfacht. Die Rechner sind mit wenigen Klicks eingerichtet und abgesichert. Spezielles Fachwissen für virtuelle Desktop-Umgebungen ist nicht notwendig. Weitere Vorteile von Windows 365 sind:

  • verschiedene Editionen für kleine und mittlere Unternehmen und für große Unternehmen verfügbar,
  • für beliebig viele Mitarbeiter einsetzbar,
  • wählbare Ausstattungen hinsichtlich virtueller CPUs, Arbeitsspeicher- und Datenspeichergröße,
  • personalisierbare Desktop-Umgebungen,
  • einfache Skalierbarkeit der Desktops und Anwendungen,
  • nutzerabhängiges Pricing ohne Investitions- oder Einmalkosten,
  • transparente und einfach planbare Kosten,
  • Monats- oder Jahresabonnementmodelle verfügbar,
  • Umsetzung des Zero-Trust-Prinzips,
  • Verschlüsselung der gespeicherten und der übertragenen Daten,
  • Einsatz der Multifaktor-Authentifizierung (MFA) möglich,
  • Schutz vor Datenverlust oder Gerätediebstahl,
  • nahtlose Integration anderer Microsoft-Anwendungen und -Services,
  • von Microsoft auf dem aktuellsten Stand gehaltenes Betriebssystem (Windows 10 oder Windows 11).
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