Definition: Performance Monitoring als Qualitätssicherung

Was ist Performance Monitoring?

| Autor / Redakteur: Blue Floyd / Florian Karlstetter

Wie Performance Monitoring hilft, Probleme früh zu erkennen.
Wie Performance Monitoring hilft, Probleme früh zu erkennen. (Bild: gemeinfrei (geralt / pixabay) / CC0)

Performance Monitoring ist der Fachbegriff für die Auswertung wichtiger Kennzahlen. Monitoring-Lösungen existieren für sehr viele Bereiche - etwa im Verkauf, bei der Nutzung von Software oder auch für die Leistungsbewertung von Festplatten.

Generell bezieht sich Monitoring auf die Überwachung von Aktivitäten. Der englische Begriff "Performance" lässt sich in etwa mit "Leistung" übersetzen. Im Alltag findet Performance Monitoring in unzähligen Bereichen Anwendung: Neben Hardware und Software auch im Handel und Marketing.

- Hardware

Festplatten in Serverumgebungen arbeiten 24/7. Ausfälle sind bei einer hinreichend großen Anzahl an Festplatten daher unvermeidbar. Durch kontinuierliches Performance Monitoring erfahren Analytiker, ob die eingesetzten Datenträger noch bei voller Leistung arbeiten, ob in einem bestimmten Cluster ein Ausfall droht oder andere anormale Verhaltensweisen zu verzeichnen sind.

- Software

In komplexeren Softwareumgebungen stellt Monitoring-Software Lösungen bereit, um auf Probleme zu reagieren. Je komplexer der Aufbau einer Infrastruktur, desto schwerer lässt sich ein Performance-Problem von Menschen lokalisieren. Mithilfe von Application Performance Monitoring finden Fachtechniker etwa heraus, ob bestimmter Code nicht optimiert ist oder Flaschenhälse bei Server-Client-Strukturen existieren (wie etwa in Cloud-Umgebungen).

- Handel

Veröffentlicht ein Unternehmen eine neues (physisches oder digitales) Produkt, möchte es über die Verkaufszahlen informiert werden. Anders lassen sich Erfolg und Misserfolg nicht voneinander trennen. Performance Monitoring wird im Handel eingesetzt, um Verkaufszahlen zu messen, Umsatz und Gewinn festzuhalten oder demografische Daten über die Käuferschichten zu sammeln und so Produkte zu optimieren.

- Marketing

Welche Art von Marketing funktioniert und welche nicht? Mit geeigneten Lösungen, die oftmals browserbasiert und damit standort- und plattformunabhängig arbeiten, lassen sich wichtige Daten wie Conversion-Raten, Click-Through-Werte und weitere Kennzahlen visualisieren. Die gewonnenen Daten können vom Werbetreibenden eingesetzt werden, um Kampagnen zu aktualisieren und zu verbessern.

Unabhängig vom Einsatzbereich ist das Kernziel von Performance Monitoring daher immer der Gewinn von Informationen.

Welchen Zweck hat Performance Monitoring?

Unternehmen nutzen Performance Monitoring, um einerseits zu überprüfen, ob selbstgesteckte Ziele erreicht werden (etwa im Handel und Marketing). Andererseits dient Performance Monitoring im Hardware- und Software-Segment dazu, die Funktion und Leistung von Geräten und Applikationen regelmäßig zu überwachen und gegebenenfalls einzuschreiten. Manuell werden letztere Tätigkeiten nicht mehr ausgeführt. Stattdessen übernehmen Computer diese Aufgaben. Werden bestimmte, vorher definierte Grenzpunkte überschritten, kann die Software Alarm schlagen und damit etwa Administratoren eines Netzwerks informieren.

Performance Monitoring dient somit in hohem Umfang dazu, eine Qualitätssicherung durchzuführen - sowohl intern als auch extern für Kunden von Unternehmen beispielsweise. Komplexe Netzwerkstrukturen, wie sie etwa im Cloud-Computing erforderlich sind, würden sich ohne Hilfe von Computern nicht überwachen lassen. Erst verlässliches Monitoring aller Schnittstellen sowie beispielsweise Netzwerk-Traffic stellt langfristig sicher, dass alle Systeme so laufen wie geplant. Da sich Software dieser Art frei konfigurieren lässt, kann Performance Monitoring in jedem Unternehmen in irgendeiner Art und Weise sinnvoll eingesetzt werden.

Performance Monitoring im Cloud-Umgebungen

Speziell in Cloud-Umgebungen bietet Performance Monitoring viele Vorteile für Anwender. So erlaubt geeignete Software etwa die Früherkennung von Fehlern, die sich negativ auf das Erlebnis von Endkunden auswirken könnten. Drohen Software- oder Ressourcenengpässe, kann eine leistungsstarke Monitoring-Software so früh Bescheid geben, dass die Nutzer der Cloud von den Auswirkungen der Fehler weitgehend verschont bleiben. Langfristig sorgt dies für geringere Ausfallraten und damit ein besseres Kundenerlebnis bei der Nutzung dieser überwachten Cloud-Umgebung - und damit sehr wahrscheinlich für mehr Umsatz des Cloud-Betreibers.

Weiterhin ist Performance Monitoring ein wichtiges Instrument, um die tatsächlichen Anwendungsverläufe "hinter den Kulissen" zu verstehen. In Pilot-Tests neuer Projekte werden im Voraus immer Annahmen getroffen, die auf der verwendeten Hard- und Softwaregrundlage basieren. In der Realität verhalten sich Anwendungskomponenten meist aber nicht so wie prognostiziert. Durch das Monitoring lässt sich besser herausfinden, was tatsächlich geschieht. Aus der Diskrepanz zwischen Erwartungshaltung und Realität lassen sich dann Fehlerbehebungen durchführen und Erfahrungen für zukünftige Projekte in der Cloud sammeln.

Abschließend sind starke Lösungen für Performance Monitoring dazu in der Lage, skaliert zu werden. Lösungen für Privatkunden (wenngleich selten benötigt) existieren ebenso wie Produkte für sehr große Konzerne. Diagnosen über die erwartete und tatsächliche Performance lassen sich so sehr einfach an den echten Bedarf anpassen. Dies reduziert Kosten: Kleinere Start-ups etwa müssen nicht in extrem umfangreiche Lösungen investieren, sondern können mit passenden Paketen starten. "Das beste" Performance Monitoring in Form einer Software gibt es daher auch nicht, da bedarfsgerecht zwischen allen in Frage kommenden Lösungen entschieden werden sollte.

Public, Private, Hybrid & Co.: Definitionen rund um Cloud Computing

Definitionen rund um Cloud ComputingAlle relevanten Schlagworte aus dem Bereich Cloud Computing finden Sie auch gut erklärt in unseren Definitionen. Ganz im Sinne eines kleinen, aber feinen Glossars lesen Sie hier leicht verständliche Erklärungen zu den wichtigsten Begriffen. Als Service für Sie haben wir die hier erklärten Begriffe in allen unseren Beiträgen auch direkt mit den zugehörigen Lexikoneinträgen verlinkt. So können Sie die wichtigsten Begriffe direkt dort nachschlagen, wo sie im Text auftauchen.  

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Folgen eines mangelhaften Performance Monitorings

Warum Performance Monitoring heute praktisch unverzichtbar ist, wird deutlich, wenn der Verzicht auf jene Lösungen als Alternative angenommen wird. Ein Beispiel hilft dabei, dies zu verstehen: Kunden agieren mit Web-Applikationen oder Daten, die in einer Cloud-Umgebung gespeichert sind. Anstelle von sofortigen Rückmeldungen müssen alle Kunden ab dem späten Vormittag mit kurzen Antwortzeiten leben. Jede Aktion, die auf einer Web-Oberfläche ausgeführt wird, dauert einige Sekunden. Hintergrund dieses Performancenachteils ist offenbar die deutlich steigende Last, die dann auftritt, wenn in Deutschland allmählich die Büros von Mitarbeitern besetzt werden. Als Resultat dieses Engpasses werden alle Nutzer eine negative Erfahrung erleben und früher oder später den Dienst kündigen.

Cloud-Betreiber wissen um diese Schwachstellen natürlich Bescheid. Allerdings sind gerade komplexe Cloud-Umgebungen beispiellos in ihrer Tiefe. Viele Komponenten sind stark fragmentiert, es entstehe eine sehr heterogene IT-Landschaft beim Cloud-Betreiber. Die Überwachung dieser Dienste ist daher nur mit individuell zugeschnittenen Lösungen für das Performance Monitoring machbar. Sobald diese Analysen getroffen wurden, ist eine Bearbeitung der gefundenen Schwachstellen in der Regel auch in Echtzeit möglich. Es steht also niemals ein Ausfall eines Cloud-Dienstes zu befürchten. Performance Monitoring macht die Arbeit mit einer Cloud nicht schwieriger, sondern deutlich einfacher - und ist somit ein Wettbewerbsvorteil. Unternehmen, die darauf verzichten, werden über kurz oder lang von der Konkurrenz abgehängt.

Das Zeitalter von Big Data stellt außerdem immense Anforderungen an Speicherkapazitäten und Rechenleistung von Servern. Auch Big Data wäre nicht denkbar, ohne permanentes Performance Monitoring im Hintergrund zu betreiben.

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