Salesforce macht seine CRM-Plattform zur flexiblen Arbeitsumgebung für Menschen und KI-Agenten. So stellt AIforce Salesforce-Daten, Geschäftslogik und Workflows direkt in Claude, Slack und Salesforce Lightning bereit. Enterprise AI Harness, Salesforce Guardian und das CRM-Reasoning-Modell Koa sollen den Einsatz von Enterprise AI sicherer, kontextbezogener und skalierbarer machen.
Auch in diesem Jahr eröffnete die Dreamforce eine Erlebniswelt für neue Lösungen rund um Enterprise AI, Agentforce und künftige Zusammenarbeit in Unternehmen.
(Bild: Salesforce)
Salesforce-Nutzern soll es künftig leichter fallen, die bislang sieben KI-Agenten in Agentforce sowie die tiefer liegenden Funktionen der Enterprise AI Plattform wie etwa Mulesoft oder Tableau, individuell zu nutzen und mitzugestalten. Wie Salesforce-CEO Marc Benioff in seiner Keynote auf der Dreamforce 2026 sagte, werden die Ergebnisse, die der Anwender von Salesforce erwartet, nicht mehr in die Formate von Browsern und dergleichen eingespeist. Vielmehr kann der Anwender diejenigen Anzeigekomponenten, in die er bereits investiert hat, verwenden, um individuell damit arbeiten zu können: Anthropic Claude, Slack und Salesforce Lightning.
AIforce bringt Salesforce-Funktionen direkt zu Menschen und Agenten
„AIforce bedeutet: Man kann etwas in Salesforce erledigen, ohne eine Salesforce-Anwendung zu öffnen“, erläutert Peter Wüst, Senior Vice President Solution Engineering bei Salesforce, gegenüber CloudComputing-Insider. „Die Arbeit kann dort stattfinden, wo man ohnehin gerade ist – zum Beispiel in Slack oder Claude oder einer anderen Umgebung. Salesforce wird von dort aus zugänglich.
Dabei lässt sich auch die Oberfläche selbst durch Nutzer individuell gestalten. Statt sich durch vorgegebene Seiten, Felder und Menüs zu klicken, beschreibt man kurz, was man braucht. AIforce erstellt daraus direkt eine passende, interaktive Oberfläche innerhalb der jeweiligen Umgebung. So bekommt jeder genau die Informationen angezeigt, die für die eigene Arbeit wichtig sind – wie, wo und wann man sie braucht.“
Claudeforce bringt Salesforce direkt in das Sprachmodell
Claudeforce erlaubt, Salesforce-Daten und -Funktionen direkt in Claude Enterprise zu nutzen. Möglich wird dies durch das MCP-Protokoll (Model Context Protocol), einen neuen Industriestandard. Anwender können beispielsweise fragen: „Welche Entwicklungen gibt es in meinen Vertriebs-Opportunities?“, „Wie ist der aktuelle Stand meiner Accounts?“ oder „Welche Maßnahmen sollten als Nächstes ergriffen werden?“ Claude kann dafür unter anderem Accounts, Opportunities, E-Mails, Gesprächstranskripte, Meetings und Slack-Daten auswerten. Neben Zusammenfassungen kann Claude auch Aktionen in Salesforce ausführen, als wäre es ein Agent.
Claude sieht nur Daten, auf die der jeweilige Nutzer auch in Salesforce Zugriff hat. Aktionen laufen weiterhin über Salesforce, gemäß der geltenden Berechtigungen, Sicherheitsmechanismen und Governance. Daten werden nicht in den Modellen gespeichert, was Marc Benioff in seiner Keynote mehrfach mit dem Begriff „Zero Data Retention“ (ZDR) unterstrich: „Salesforce verwendet garantiert keine Kundendaten, um seine oder andere Modelle zu trainieren.“
Salesforce begründet den Vorteil von Claudeforce damit, dass die reine Verbindung über APIs oder MCP-Server technisch anspruchsvoll und für große Nutzergruppen schwer skalierbar sei. Claudeforce stellt deshalb nicht nur technische Schnittstellen bereit, sondern enthält zusätzlich fertige „Skills“ und Workflows.
Die Integration mit Claude soll als vorkonfiguriertes Paket über den AppExchange beziehungsweise den Enterprise-Marktplatz verfügbar sein. Für Claude Enterprise hat Rohan Kumar, President and Chief Platform and Engineering Officer bei Salesforce, eine Open Beta Version angekündigt. Auf einer Folie zeigte Marc Benioff eine Preisstaffel für AIforce (Abbildung). Die Core-Version kostet demzufolge 195 US-Doller/User/Monat, die Advanced-Version 395 US-Dollar und die Max-Version 550 US-Dollar.
Verbindung von Engineering-Wissen mit Kundenprozessen
Für Claudeforce wurden rund 40 Kunden in unterschiedlichen Pilotphasen genannt. Als Beispiel wurde unter anderem Siemens erwähnt. Roland Busch, der CEO von Siemens, schwatzte in der Keynote mit seinem guten „Buddy“ Marc über das, was anliegt: „Durch die Kombination von Agentforce und Siemens Teamcenter Service Lifecycle Management (SLM) unterstützen sie Industrieunternehmen bei der Entwicklung zum Agentic Enterprise. Das Ziel besteht darin, technisch fundierte Antworten direkt in Vertriebs-, Service- und Kundenprozesse zu integrieren.“
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel IT-Medien GmbH, Max-Josef-Metzger-Straße 21, 86157 Augsburg, einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von Newslettern und Werbung nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung.
AIforce bringt Salesforce Daten, Geschäftslogik, Workflows und KI-Agenten in unterschiedlichen Arbeitsumgebungen zusammen. Hier die präsentierte Preisliste.
(Bild: Salesforce)
So unterstütze die neue gemeinsame Lösung industrielle Intelligenz in Vertriebs- und Serviceprozessen: „Fragen, bei denen bislang die Entwicklungsabteilung unterstützen musste, lassen sich nun innerhalb von Sekunden direkt im Kundenprozess beantworten. Servicetechniker identifizieren noch vor dem ersten Einsatz vor Ort die passenden Ersatzteile anhand einer Seriennummer. Vertriebsmitarbeitende können ausschließlich solche Upgrades anbieten, die technisch sinnvoll und realisierbar sind. Kund:innen finden und bestellen das passende Ersatzteil, ohne auf Techniker:innen zu warten oder eine Hotline anzurufen.“
„Über Jahrzehnte hinweg war das Expertenwissen der Ingenieure von der Arbeit des Kundenservice an der Maschine vor Ort getrennt. Diese bedeutende Lücke wird jetzt geschlossen“, erklärt Roland Busch. „Indem wir unseren digitalen Zwilling in kaufmännische Abläufe integrieren, stellen wir dem technischen und Vertriebspersonal einen virtuellen Ingenieur zur Seite.
„Mit Siemens verbindet uns eine langjährige Kundenbeziehung, die sich inzwischen zu einer Technologie-Partnerschaft entwickelt hat“, ergänzt Peter Wüst. „Auf der Dreamforce haben wir einen weiteren Ausbau unserer Partnerschaft angekündigt. Dort bringen wir unsere Stärken im Bereich KI zusammen: Siemens im industriellen und Engineering Bereich, Salesforce in der Unternehmens-KI.“ Gemeinsam würden sie nach Buschs Worten „ein Schlüsselelement für ein industrielles KI-Betriebssystem bilden, das Engineering, Betrieb und Geschäftsprozesse verbindet.“
Schneller vom KI-Projekt zum Agentic Enterprise
Salesforce ist an vielen Baustellen bemüht, den Einstieg in KI-Nutzung zu erleichtern sowie die Überbrückung der Kluft zwischen einem Projekt und einer betriebsfähigen, skalierbaren KI-App zu beschleunigen. Mehrfach wiesen Salesforce-Redner in der Keynote auf den fundamentalen Unterschied zwischen herkömmlicher deterministischer IT und der neuen probabilistischen Ausführung von Aufgaben durch künstliche Intelligenz hin. „Die KI kennt das Unternehmen des Kunden nicht, und sie liefert auch keine vorherbestimmten Ergebnisse“, wies Benioff hin. Mehr und mehr Agenten wie die hauseigenen „Hunter“, „Casey“ und „Fin“ sollen daher auf der darunter liegenden Ebene „Agentforce“ die Arbeit für die Anwender erleichtern.
GUI-Option zwei ist Slackforce. Der im Frühjahr veröffentlichte „Slackbot“ und neue „Slack Surfaces“ können direkt in Slack dynamische Anwendungen und Oberflächen erzeugen. Hier werden also nicht bloß grafische Benutzeroberflächen ersetzt, sondern völlig neue kreiert.
Viele Salesforce-Kunden haben ihre interaktiven Apps für ihre Sachbearbeiter auf der Salesforce-eigenen Entwickler-Software Lightning aufgebaut. Solchen Kunden bietet Salesforce jetzt als dritte GUI-Option „Agentforce Coworker“ an. Nutzer können innerhalb der klassischen Salesforce-Umgebung – also mit Lightning – mit einem KI-Agenten arbeiten. Mit AIforce ermögliche laut Wüst Salesforce, sämtliche Daten, Workflows, Geschäftslogik und semantischen Informationen aus seiner Plattform auch über andere Benutzeroberflächen wie Claude oder Slack zu nutzen.
AIforce ergänzt Headless 360 um nutzungsfertige Agentenpakete
Weil AIforce drei Interaktionsoptionen bereitstellt, fragen sich manche Salesforce-Nutzer, worin denn der Unterschied zu Salesforce Headless 360 besteht, das vor wenigen Monaten vorgestellt wurde. Antwort von Rohan Kumar: „Headless 360 stellt die grundlegenden APIs, MCP-Server und Konnektoren bereit, AIforce baut darauf auf und bündelt diese technischen Möglichkeiten in nutzungsfertigen Paketen.“ Diese Pakete enthielten nicht nur Zugänge zu Daten und Funktionen, sondern auch Anweisungen und „Skills“, die festlegen, wie bestimmte Geschäftsprozesse korrekt ausgeführt werden sollen. Benioff: „Ein KI-Agent benötigt nicht nur Zugriff auf Systeme, sondern auch klare Vorgaben, Geschäftslogik und standardisierte Vorgehensweisen.“
„Headless wird ein zentraler Baustein der künftigen Applikations-Software sein“, bestätigt Peter Wüst. Anwendungen müssen nicht mehr zwingend über eine feste Benutzeroberfläche genutzt werden. Stattdessen können Daten, Geschäftslogik und KI-Funktionen über unterschiedliche Oberflächen und externe Anwendungen bereitgestellt werden – dort, wo Menschen und Agenten tatsächlich arbeiten.“
Die AI Control Plane des Enterprise AI Harness soll KI-Agenten zentral auffindbar, vernetzbar und steuerbar machen sowie ihre Aktivitäten, Sicherheit und ihren geschäftlichen Nutzen überwachen.
(Bild: Salesforce)
Wüst weiter: „Für Salesforce bedeutet das einen strategischen Wandel hin zu einer offeneren Plattform. Über das Model Context Protocol (MCP) können externe Agenten etwa in Cursor, Claude oder ChatGPT Salesforce-Funktionen erkennen und ausführen, ohne dass für jede Anwendung eine eigene Integration entwickelt werden muss. Die Oberfläche wird damit austauschbar, während Daten, Geschäftslogik, Intelligenz sowie Sicherheits- und Governance-Mechanismen weiterhin zentral und nach den hohen Standards der Plattform gesteuert werden.“
Das mache Headless auch für Agentforce relevant: Die Plattform lasse sich leichter anpassen, über den gesamten Lebenszyklus eines Agenten verwalten und in bestehende Arbeitsumgebungen integrieren. Salesforce setze deshalb klar auf diese Richtung und wolle Innovationen künftig von Anfang an headless-kompatibel entwickeln. „Headless ersetzt die klassische Anwendung damit nicht, verschiebt aber ihren Schwerpunkt: weg von der festen Oberfläche und hin zu einer flexiblen, vernetzten Ausführungsschicht.“
Enterprise AI Harness bündelt Daten, Agenten und Geschäftslogik
Salesforce führt Trusted Enterprise AI Harness ein. „Mit Trusted Enterprise AI Harness stellt Salesforce eine offene, modulare Infrastruktur zur Verfügung, auf deren Basis KI-Agenten integriert arbeiten können“, erläutert Peter Wüst. „Sie macht nicht nur Informationen aus Salesforce, sondern auch aus ERP, Verträgen, Analysen, Richtlinien und bisherigen Interaktionen zugänglich, sodass KI die Zusammenhänge im Unternehmen verstehen, Aufgaben planen, Aktionen ausführen und dabei geltende Regeln und Sicherheitsvorgaben berücksichtigen kann.“ Für Partner ergibt sich dadurch eine Ausgangsbasis, um eigene Lösungen hier andocken zu lassen.
Im Mittelpunkt stehen insbesondere die Bausteine Informatica, Mulesoft, Data 360 und Tableau. Informatica hilft Unternehmen dabei, Datenbestände zu identifizieren, Daten zu katalogisieren und mit Metadaten zu versehen, Daten zu bereinigen und zu kuratieren, Daten für KI-Anwendungen nutzbar zu machen. Erst wenn alle diese Schritte erfolgreich durchgeführt worden, sind die Daten bereit, von einer KI verwendet zu werden.
Geschäftlichen Kontext für KI-Agenten herstellen
Die Plattformkomponente „Data 360“ leitet aus den Daten den geschäftlichen Kontext ab. Dadurch erkennt ein Agent nicht nur, dass ein Supportfall vorliegt, sondern versteht auch, wer der Kunde ist, welche Beziehung zum Unternehmen besteht, welche Produkte oder Vorgänge betroffen sind und welcher nächste Schritt sinnvoll ist.
Peter Wüst: „Die Oberfläche wird austauschbar, Daten, Geschäftslogik und Sicherheit bleiben zentral gesteuert.“
(Bild: Salesforce)
Das Analytikpaket Tableau stellt gemeinsame semantische Definitionen für Unternehmenskennzahlen bereit, etwa für (wiederkehrende) Umsätze oder Kundenabwanderung. Diese im Kontext bedeutsamen Definitionen sollen von verschiedenen Agenten einheitlich verwendet werden können.
Mulesoft und Agent Fabric sollen künftig dabei helfen, Agenten zentral zu registrieren, zu verbinden, zu überwachen und zu verwalten. Vorgesehen sind unter anderem ein zentrales Verzeichnis aller Agenten, die Überwachung von Leistung und Aktivitäten, Kostenkontrolle und Governance und Richtlinienmanagement.
Künstliche Intelligenz absichern
Mit Salesforce Guardian hat der CRM-Spezialist eine Weiterentwicklung bestehender Sicherheits- und Vertrauensfunktionen angekündigt. Der Fokus liegt insbesondere auf Identität und Berechtigungen von Agenten, Schutz sensibler Unternehmensdaten, Verschlüsselung und Datenmaskierung, Zero Data Retention und der Kontrolle darüber, welche Aktionen Agenten ausführen dürfen. Guardian ist eine Weiterentwicklung beziehungsweise Ausweitung der bisherigen Produkte Einstein Trust Layer, Trusted Services und Salesforce Shield.
AI Control Plane wird zur zentralen Steuerungsebene
Salesforce arbeitet nach Angaben von Rohan Kumar daran, die heute über mehrere Produkte verteilten Funktionen in einer universellen, modularen Plattform zusammenzuführen. Dazu soll ein „AI Control Plane“ gehören. Diese Steuerungsebene soll unter anderem ermöglichen, Agenten zu finden, Agenten zu verbinden, Agenten zu steuern und zu überwachen, Sicherheits- und Governance-Regeln durchzusetzen und den geschäftlichen Nutzen der Agenten zu messen. Laut Kumar und Benioff haben viele Kunden durch bestehende Investitionen in Salesforce, Mulesoft, Tableau, Informatica und Data 360 bereits Grundlagen für dieses Modell geschaffen.
Koa bringt CRM-spezifisches Reasoning in Agentforce
Salesforce und Nvidia haben mit Koa das erste CRM-Reasoning-Modell für Agentforce vorgestellt. Es soll KI-Agenten dabei unterstützen, komplexe, mehrstufige CRM-Aufgaben zu bearbeiten, passende Werkzeuge auszuwählen und Aktionen Schritt für Schritt auszuführen. Nvidia-CEO Jensen Huang präsentierte Koa zusammen mit Rohan Kumar. Denn Koa basiert auf Nvidia Nemotron 3 Super und wurde mit synthetischen Szenarien aus mehr als 14 Branchen trainiert, die typische CRM-Prozesse wie Lead-Qualifizierung, die Bewertung von Verkaufschancen und Servicefälle abbilden.
Salesforce-CEO Marc Benioff und Nvidia-CEO Jensen Huang stellten auf der Dreamforce 2026 das neue CRM-Reasoning-Modell Koa vor.
Koa wurde nach Angaben von Peter Wüst entwickelt, „weil allgemeine KI-Modelle die komplexen, mehrstufigen Abläufe und Geschäftsregeln im CRM nicht zuverlässig genug abbilden. Auf Basis von Nvidia Nemotron wurde das Modell mit synthetischen Szenarien aus fast drei Jahrzehnten Salesforce-Erfahrung gezielt für CRM-Aufgaben wie Tool-Aufrufe, Opportunity-Updates oder die Bearbeitung von Servicefällen optimiert. Der wesentliche Vorteil liegt daher weniger in einer besseren Skalierung als in der Funktionalität: Koa kann Abläufe präziser nachvollziehen, die jeweils passenden Aktionen ausführen und macht im Salesforce-CRM-Benchmark dreimal weniger Fehler als vergleichbare Modelle.“
Koa soll ausgewählten Kunden bereitgestellt werden, die derzeit Agentforce nutzen. Die allgemeine Verfügbarkeit (GA) wird mit „Winter 2026 in bestimmten US-Regionen“ angegeben.
Vorkonfigurierte Agentforce-Agenten erleichtern den KI-Einstieg
Da der Bau eigener Agenten nach Benioffs Worten „einige Unternehmen vor Herausforderungen stellt“, weil dafür Experten nötig sind, hat Salesforce vorkonfigurierte Agenten für typische Anwendungsfälle vorgestellt, unter anderem für Kundenservice, internen Mitarbeiterservice, Vertriebs-Pipeline und Deal-Fortschritt, Lead-Qualifizierung sowie Marketingkampagnen. Diese Agenten können von Fachanwendern in den Abteilungen selbst implementiert und konfiguriert werden, ohne für jede Anpassung auf die IT angewiesen zu sein.
Agentforce jetzt für Partner und Drittanbieter-Agenten offen
Salesforce beschränkt seine Plattform nicht auf eigene Agenten. „Die Plattform steht Salesforce-eigenen als auch Drittanbieter-Agenten offen“, sagte Rohan Kumar. Als Beispiele nannte er zunächst Slackbot und Agentforce Coworker (s.o.) als Salesforce-eigene Agenten, aber auch das LLM Anthropic Claude als „Agent“ eines Drittanbieters.
Rohan Kumar präsentiert Salesforce Koa, ein CRM-Reasoning-Modell, das KI-Agenten bei komplexen, mehrstufigen CRM-Aufgaben unterstützt.
(Bild: Salesforce)
„Programmieren findet heute offen und kollaborativ statt – und dementsprechend ist auch die Anwendungs-IT-Landschaft von unterschiedlichen Tools und Agenten geprägt, die gemeinsam an einer Aufgabe arbeiten“, ergänzt Peter Wüst. „Mit einer offenen Plattform, auf der sich auch Agenten von Unternehmen wie Anthropic in Gespräche in Channels einbringen und gemeinsam mit menschlichen Kollegen Lösungen entwickeln können, stellt Salesforce ein offenes, kollaboratives Betriebssystem für die moderne Arbeitswelt bereit.“
Wüst weiter: „Unsere strategischen Technologiepartner arbeiten eng mit Salesforce zusammen, um eine gemeinsame, vertrauenswürdige Grundlage für Daten und KI zu schaffen. Mit AIforce, MCP-Servern und Zero Copy machen unsere Partnerschaften Agenten leistungsfähiger, erweitern die Einsatzmöglichkeiten von Agentforce, verbinden bislang getrennte Datenbestände und geben Kunden die Freiheit, für jede Aufgabe das passende KI-Modell auszuwählen.“