Technologiewechsel ohne Anlaufschwierigkeiten Vier Schlüsselfaktoren einer erfolgreichen Cloud-Migration

Ein Gastbeitrag von Duong Hoai Nam*

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Immer mehr Unternehmen, die mit der Zeit gehen wollen, verlagern ihre IT-Ressourcen in die Cloud. Wie sich ehrgeizige Migrationsprojekte so gestalten lassen, dass der Praxisbetrieb von Anfang an reibungslos läuft, zeigt ein detaillierter Überblick, was es zu beachten gilt.

Eine Cloud-Migration ohne klare Strategie und starkem Partner steht auf wackligen Füßen, ist Gastkommentator Duong Hoai Nam überzeugt.
Eine Cloud-Migration ohne klare Strategie und starkem Partner steht auf wackligen Füßen, ist Gastkommentator Duong Hoai Nam überzeugt.
(Bild: Elnur - stock.adobe.com )

Unternehmen, die bislang ausschließlich auf On-Premises-Lösungen gesetzt haben, wagen mit dem Wechsel in die Cloud einen Schritt ins Unbekannte. Dazu bedarf es neben der gebotenen Entschlossenheit aufseiten der Entscheider nicht zuletzt des Rückhalts innerhalb der Mitarbeiterschaft. Insbesondere kommt es darauf an, dass die IT-Belegschaft über die nötige Qualifikation verfügt, um die Transformation erfolgreich zu meistern.

Mitarbeiter einbinden und qualifizieren

Vielerorts liegt der Fokus eingespielter IT-Teams darauf, die Verfügbarkeit und Stabilität der laufenden Systeme sicherzustellen. Für Change-Prozesse im Kontext Cloud Computing fehlen oftmals die Routine und die Ressourcen. In vielen bestehenden Teams wird daher zunächst Zeit zum Engpass bei der Transformation – gerade, wenn neue Prozesse und Workflows erlernt werden müssen, die die etablierten Arbeitsroutinen ablösen.

Vor diesem Hintergrund besteht ein drängender Bedarf an Fachkräften, die qualifiziert und jederzeit in der Lage sind, auf dem aktuellen Stand der Technologie zu agieren – seit einiger Zeit eine begehrte, knappe und daher kostenintensive Ressource am Arbeitsmarkt. Angesichts des Fachkräftemangels können Unternehmen unter Umständen einen Vorteil aus der Expertise ziehen, die ihr Cloud-Anbieter in die Waagschale wirft. Wer als Cloud-Dienstleister über möglichst breit gefächerte Skills in allen Dimensionen von Cloud-Anwendungen und Know-how hinsichtlich der branchenspezifischen Anforderungen seiner Kunden verfügt, ist für deren Migrationsvorhaben gut aufgestellt. Erfahrungsgemäß lösen Anbieter mit direktem Draht zur Entwicklung bei AWS, Azure oder GCP einen Großteil der Herausforderungen flexibler und schneller, die während der Migration ad hoc anfallen. Es gilt die Faustregel: Wer als IT-Dienstleister imstande ist, ein hohes Maß an Komplexität zu bewältigen, kann als verlässlicher Migrationspartner zum Projekterfolg und zur Kosteneinsparung beitragen.

Kosten realistisch einschätzen

Eine Cloud-Migration a priori als kostspieliges Unterfangen abzustempeln, liegt bei vielen Planern und Entscheidern in Unternehmen im Trend. Dennoch sollte sich jeder darüber im Klaren sein, dass die Kostenlast von vielen Faktoren abhängt – allen voran von der Zeit. Neben dem Zeitbedarf der Migration selbst, während der Personal- und Servicekosten anfallen, spielt die Zeit des Parallelbetriebs von Cloud-Lösung und Altsystem eine tragende Rolle in dem Kalkül. Dies ist zumindest so lang erforderlich, bis die Cloud-Lösung lückenlos funktioniert. Als weiterer Posten fallen Kosten für zusätzliches Personal an, das akquiriert und mit adäquaten Schulungsmaßnahmen qualifiziert werden muss.

Einen wegweisenden Ansatz, die Unsicherheit im Zusammenhang mit der Kostenlast zu verringern, bieten Cloud-Dienstleister, deren Angebot Managed Services umfasst – ein Aspekt, der sich als entscheidend bei der Suche nach dem attraktivsten Kostenmodell erweisen kann. Je nach Servicebedarf aufseiten der Kunden kann die Einteilung des Angebots in ein Offshore-Modell, ein nationales Modell und ein Onshore-Modell es maßgeblich erleichtern, den Kundenservice und die Preise zu staffeln. Das Ergebnis: eine ausgewogene Preissetzung sowie eine zeiteffiziente, am Bedarf ausgerichtete Kooperation zwischen Anwender und Cloud-Partner.

Kompetenzbereiche definieren

Wer ein komplett neues System mit innovativen Workflows implementieren möchte, lässt sich leicht vom Idealbild eines reibungslosen Betriebs blenden. Doch um überhaupt dorthin zu gelangen, ist es unvermeidlich, zuvor die Zuständigkeiten und Kompetenzen aller beteiligten Akteure zweifelsfrei festzulegen. Cloud-Migration ist eben nicht nur ein reiner IT-Prozess, sondern ein Eingriff in die Grundstrukturen der Unternehmensorganisation. Vor allem in kleinen und mittleren Unternehmen unterschätzen Top-Entscheider oftmals, wie komplex sich eine Systemmigration gestalten kann – gerade angesichts einer Vielzahl struktureller Wechselbeziehung zwischen den verschiedenen IT-Anwendungen. Nicht selten folgt erst auf den Versuch, eine Anwendung in die Cloud zu migrieren, die Erkenntnis, dass zunächst andere Anwendungen verlagert und die beteiligten Mitarbeiter ins Boot geholt werden müssen.

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Weitaus sicherer stellen sich indes Unternehmen auf, die bereits im Vorfeld gewährleisten, dass auch wirklich alle Entscheider einbezogen werden. Denn so gelingt es, Kompetenzbereiche zu definieren, Zuständigkeiten zu regeln und eine solide Basis für das Projekt innerhalb der gesamten Organisation zu schaffen. Ein erfahrener Cloud-Partner leistet dem Unternehmen die nötige Hilfe, um auch diese Herausforderung zu meistern das Projekt erfolgreich abzuschließen.

Sicherheitsvorbehalte identifizieren und ausräumen

Die Cloud-Migration lässt sich nicht sinnvoll bewerkstelligen, ohne dass zuvor die Sicherheitsfrage gestellt und beantwortet wurde. An Compliance-Bestimmungen und gesetzlicher Rahmenbedingungen, die es einzuhalten gilt, besteht wahrhaftig kein Mangel – allen voran die Datenschutz-Grundverordnung der Europäischen Union. Eine derart komplexe Ausgangslage macht es notwendig, den Sicherheitsaspekt bei der Vorbereitung zu intensiv berücksichtigen. Sobald relevante gesetzliche Bestimmungen bei der Migration außer Acht gelassen werden, drohen Probleme, die den Projekterfolg beeinträchtigen und im Extremfall zum Scheitern bringen können.

Um dem Aspekt Cybersicherheit in der Cloud-Landschaft möglichst akribisch Rechnung zu tragen, empfiehlt sich die Kooperation mit einem Cloud-Partner, der einen ganzheitlichen Lösungsansatz vertritt. Als Voraussetzung für das weitere Vorgehen müssen die konkreten Sicherheitsanforderungen beim Anwender vor Ort identifiziert und verstanden werden. Davon ausgehend sollte der Anbieter seinen Kunden dabei unterstützen, das Anforderungspaket Cloud-Implementierungsdetails zu adressieren und in die nativen Cloud-Lösungen zu übertragen. Ein kontinuierliches Monitoring des Gesamtprozesses im laufenden Betrieb und eine transparente Strategie, die Einhaltung von Vorgaben durchzusetzen, runden das Vorgehen systematisch ab.

Migration gut vorbereiten

Die vorangehenden Überlegungen lassen keinen Zweifel daran aufkommen, dass eine Cloud-Migration ohne klare Strategie und starken Partner auf wackligen Füßen steht.

Duong Hoai Nam, FPT Europe.
Duong Hoai Nam, FPT Europe.
(Bild: FPT Europe )

Für Stabilität sorgen Entscheider in Unternehmen, die um die Erfolgsfaktoren wissen und ihr Handeln danach ausrichten, was die Zukunft ihres Geschäftsmodells sichert und neue Chancen generiert.

* Der Autor Duong Hoai Nam ist Senior Solution Architect, EMEA Head of DXG Strategic Customer Solutions bei FPT Europe.

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