Azure, AWS oder Google - Datenbankserver als PaaS, IaaS oder virtuell

SQL-Server aus der Cloud nutzen

| Autor / Redakteur: Thomas Joos / Florian Karlstetter

SQL-Server lassen sich aus verschiedenen Clouds und in mehreren Betriebsmodellen betreiben - ein Überblick.
SQL-Server lassen sich aus verschiedenen Clouds und in mehreren Betriebsmodellen betreiben - ein Überblick. (Bild: gemeinfrei (earvine95 / pixabay) / Pixabay)

Vor allem Datenbankserver bedeuten für Unternehmen hohe Kosten. Die Server müssen lizenziert und gewartet werden, benötigen besonders viele Ressourcen und stellen eine wichtige Schnittstelle im Netzwerk dar. Die Auslagerung in die Cloud könnte die Lösung sein. Wir geben einen Überblick.

Unternehmen, die eigene SQL-Server betreiben, müssen darauf achten, dass die Hardware immer optimal ausgestattet ist, damit die Datenbank-Server effektiv betrieben werden. Die Anforderungen an Datenbankserver steigen immer weiter an und die Lizenzen werden teurer. Dazu kommt die Abhängigkeit von zahlreichen Serverdiensten, die Daten aus den SQL-Servern für den eigenen Betrieb benötigen. Aus diesen Gründen kann es durchaus sinnvoll sein Datenbanken oder ganze Datenbanken in die Cloud auszulagern. Führende Anbieter wie Amazon, Microsoft oder Google bieten dazu spezielle Lösungen an, die wir in diesem Beitrag vorstellen.

Vierteilige Reihe zu SQL-Server aus der Cloud

Azure SQL - SQL-Datenbanken als Platform as a Service (PaaS)

Microsoft bietet mit Azure SQL die Möglichkeit Datenbanken auf Basis von Microsoft SQL-Server in die Cloud auszulagern. Wer eine Azure SQL Database Managed Instance nutzt, kann eine komplette Microsoft SQL-Datenbank aus der Cloud im eigenen Netzwerk anbinden, ohne sich um Einstellungen des Servers zu kümmern. Die Wartung, Sicherung und Aktualisierung des Datenbank-Servers wird von Microsoft übernommen.

Beim Betreiben einer verwalteten Instanz des SQL-Servers müssen Unternehmen weder Hardware noch Software kaufen, mieten oder lizenzieren. Die Nutzungspreise sind mit dem Abomodell abgegolten, es muss nur die Verwendung der Datenbank bezahlt werden.

Auch bei der Migration zu den Online-Datenbanken unterstützt Microsoft mit dem Data Migration Service lassen sich Datenbanken in die Cloud migrieren. Hier besteht sogar die Möglichkeit vorhandene Lizenzen anzurechnen.

SQL-Datenbanken als Infrastructure-as-a-Service

Neben dem PaaS-Ansatz einer verwalteten SQL-Datenbank in Microsoft Azure, bietet Microsoft auch IaaS-Dienste an. Auch hier werden Datenbanken über die Cloud bereitgestellt. Allerdings ist hier die Basis ein virtueller SQL-Server, den Unternehmen selbst verwalten müssen. Zwar werden auch hier Hard- und Software eingespart, dennoch ist die Verwaltung eines virtuellen SQL-Servers notwendig. Zwar werden in diesem Ansatz die virtuellen Server nicht vollständig verwaltet, werden in Microsoft Azure aber angelegt und müssen bei Datensicherung, für Einstellungen und im Bereich der Hochverfügbarkeit berücksichtigt werden. Geht es um PaaS gibt es im Azure-Abo keinerlei virtuelle SQL-Server. Es gibt nur die Datenbank, alles andere erledigt Microsoft.

Virtueller Server mit installiertem SQL-Server

Die dritte Möglichkeit Datenbanken in der Cloud zur Verfügung zu stellen, besteht darin einen virtuellen Server zu installieren, auf dem die entsprechende SQL-Server-Version installiert wird. Hier haben Unternehmen die vollständige Kontrolle über alle Einstellungen des Servers, da die Datenbanken nur einen Bestandteil des entsprechenden virtuellen Servers darstellen. Auch hier benötigen Unternehmen keine eigene Hard- und Software, die Lizenzierung erfolgt über das Azure-Abo. In diesem Fall wird ein vollständiger virtueller Server installiert, um den sich Administratoren im Netzwerk kümmern müssen. Die Installation erfolgt automatisiert. Nach der Bereitstellung des Servers steht die entsprechende SQL-Server-Version zur Verfügung. Es muss keine eigenständige Installation erfolgen.

MariaDB, MySQL, CosmosDB und PostgreSQL aus der Cloud

Microsoft bietet in Microsoft Azure nicht nur seinen eigenen Datenbank-Server an, sondern auch die Open Source-Datenbanken MariaDB, MySQL, CosmosDB und PostgreSQL. Die Bereitstellung entspricht der Bereitstellung einer Azure SQL-Datenbank. Zunächst wird ein neuer virtueller Datenbank-Server erstellt, auf dem die jeweilige Datenbank anschließend positioniert ist.

Datenbanken in Amazon AWS

Auch der Platzhirsch Amazon bietet mit seinen Amazon Web Services (AWS) die Möglichkeit Datenbanken in der Cloud bereitzustellen. Oracle-Datenbanken stehen hier genauso zur Verfügung, wie Microsoft SQL Server, MySQL oder PostgreSQL. AWS bietet schon länger, so wie Microsoft über seinen Dienst Azure SQL Database Managed Instance die Möglichkeit Datenbanken als verwalteten Dienst bereitzustellen. Auch hier wird kein eigener virtueller Server benötigt, sondern Amazon stellt den Server zur Verfügung und übernimmt die Verwaltung. Die Datenbank wird dazu im Amazon Relational Database Service (RDS) betrieben.

Im RDS-Dashboard lassen sich neue Datenbanken erstellen, starten und verwalten. Unternehmen können mit RDS in AWS also auf sehr einfachem Weg relationale Datenbanken in der Cloud bereitstellen, ohne eigene Server betreiben zu müssen. Es stehen Aurora, Oracle, Microsoft SQL Server, MySQL, MariaDB oder PostgreSQL-Datenbanken zur Verfügung.

Laut Amazon stehen alle Funktionen zur Verfügung, die auch lokale Datenbanken bieten, mit dem Vorteil keine eigenen Server betreiben, verwalten und aktualisieren zu müssen. Die Einrichtung erfolgt Im Rahmen der Einrichtung einer Datenbank können Administratoren den Bereich Multi-AZ Deployment auswählen. Dabei handelt es sich um Availability Zones in AWS. Auf diesem Weg lassen sich Datenbanken nur in bestimmten Bereichen, von bestimmten Benutzern, in festgelegten Rechenzentren, oder auch nur mit einigen Servern nutzen, die Unternehmen zum Beispiel in AWS EC2 erstellt haben. über Assistenten.

Google Cloud Platform: Cloud SQL

Die dritte große Cloud-Plattform ist die Google Cloud Platform. Google bietet ebenfalls Dienste an, um SQL-Server in der Cloud zur Verfügung zu stellen. Im Gegensatz zu Microsoft Azure oder Amazon AWD bietet Google allerdings deutlich weniger Möglichkeiten. Mit Cloud SQL lassen sich MySQL und PostgreSQL-Datenbanken in der Cloud bereitstellen. Mit Cloud Bigtable steht auch eine NoSQL-Datenbank zur Verfügung, aber diese Möglichkeiten bieten Azure und AWS auch.

Fazit

Geht es um den Betrieb von SQL-Datebanken in der Cloud bieten Microsoft in Azure und Amazon mit AWS deutlich mehr Möglichkeiten als Google. Ob besser AWS oder Microsoft Azure eingesetzt werden sollte, ist schlussendlich Geschmacksache. Wenn bereits AWS im Einsatz ist, lassen sich alle notwendigen Funktionen nutzen, die auch Azure bietet. Wer im Netzwerk vor allem auf Microsoft-Lösungen setzt, findet mit Azure vermutlich mehr Möglichkeiten, auch außerhalb von Datenbanken.

SQL-Datenbanken ohne Server in der Cloud betreiben

Azure SQL Database Managed Instance

SQL-Datenbanken ohne Server in der Cloud betreiben

26.03.19 - Microsoft bietet mit dem Dienst Azure SQL Database Managed Instance vollständig verwaltete SQL-Datenbanken in Microsoft Azure an, für die kein eigener Server betrieben werden muss. Die Datenbanken entsprechen der Kompatibilität von lokal betriebenen Microsoft SQL-Datenbanken. lesen

Hinweis: Am Montag, den 6.5.2019 folgt der dritte Teil des SQL-Workshops zum Thema „Kostenloser SQL Server aus der Cloud mit AWS“.

Kostenloser SQL Server aus der Cloud mit AWS

Amazon bietet Nutzung von VMs, Speicher und Datenbanken

Kostenloser SQL Server aus der Cloud mit AWS

06.05.19 - Mit dem kostenlosen Kontingent von AWS können Unternehmen die Dienste EC2, S3 und RDS in großen Teilen kostenlos nutzen, natürlich mit einigen Einschränkungen. Wir zeigen wie das geht, und wie die Dienste genutzt werden können. lesen

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