Ohne Lizenzmanagement geht es nicht

Softwarelizenzierung in der Cloud

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Im IaaS-Modell stellt der Anbieter der (Public) Cloud dem Anwender die notwendige Server- und Netzwerkinfrastruktur zur Verfügung. Normalerweise handelt es sich um eine virtualisierte Serverumgebung mit entsprechender Elastizität bei der Rechnerleistung: mehr Serverkapazität für Peak Loads und weniger Kapazität in ruhigeren Zeiten. Während das eine der Hauptattraktionen für IaaS ist, gilt es hinsichtlich der Softwarelizenzierung einiges zu beachten. Denn im Allgemeinen sind Unternehmen auch für die Softwarelizenzen verantwortlich, die sie in der Infrastruktur des Cloud-Anbieters verwenden, obwohl der Anbieter der Eigentümer der Server, des Betriebssystems sowie der Virtualisierungsplattform ist.

Im Vergleich zur Softwarenutzung on-premises im Rechenzentrum des Kunden erschweren einige IaaS-Aspekte das Lizenzmanagement: die dynamische Natur der Cloud-Umgebung, ungenaue Herstellerangaben zu Produktnutzungsrechten und die Auswirkungen der Cloud-Nutzung auf Lizenzbestimmungen. Daher sollten unbedingt Werkzeuge für das Lizenzmanagement eingesetzt werden, die sich in der Public Cloud implementieren lassen, damit die Kunden vollständige Transparenz und Kontrolle über ihre Berechtigungen haben.

Kontrolle lieber beim Nutzer

Eine der größten Herausforderungen bei der Cloud-Migration besteht darin, wenn eine Business Unit eines Unternehmens IaaS-Services ohne die Freigabe der IT-Abteilung buchen kann und dadurch der Überblick und die Kontrolle der IT geschmälert werden. In der Folge sind viele Unternehmen nicht in der Lage, funktionierende Prozesse zu etablieren, mit denen sich der Lizenzverbrauch steuern lässt. Dadurch drohen zusätzliche Ausgaben, weil entweder zu viel oder zu wenig Software im Hause ist.

Für ein erfolgreiches Softwarelizenzmanagement in der Cloud sollten Unternehmen vor allem drei Faktoren beachten:

  • 1. Die IT-Abteilung und die Lizenzmanager sollten weiterhin die Kontrolle über alle Lizenzen innehaben. Idealerweise erfolgt dies über einen eigenen Enterprise App Store, über den Anwendern eigenständig benötigte Anwendungen auswählen können, während im Hintergrund ein Freigabeprozess einschließlich der Abfrage der Lizenzverfügbarkeit automatisiert erfolgt.
  • 2. Die Nutzung aller Lizenzen sowohl in der Cloud als auch on-premises sollte überwacht werden, damit ein optimaler Verwendungsgrad sichergestellt wird. Dafür werden Prozesse benötigt, die den gesamten Lebenszyklus dieser Lizenzen verwalten.
  • 3. Die Lizenzoptimierung sollte automatisiert und fortlaufend geschehen. Nur so lassen sich alle Berechtigungen sowie die dazu gehörigen Produktnutzungsrechte richtig interpretieren und anwenden.

Entgegen dem Vereinfachungsversprechen bringen Cloud-Lizenzmodelle ihre eigenen Tücken mit sich. Unternehmen sollten sich gründlich mit den Auswirkungen auf das Management der Softwarelizenzen beschäftigen, bevor sie sich für ein bestimmtes cloud-basiertes Bereitstellungsmodell entscheiden. Sowohl die Compliance-Risiken, die sich bei der Migration von On-Premises-Lizenzen auf die Cloud auftun, als auch der Aufwand für die Optimierung der cloud-basierten Berechtigungen dürfen nicht unterschätzt werden. Die Überwachung des Lizenzverbrauchs in der Cloud sowie Softwarelizenzoptimierung bieten zahlreiche Einsparpotenziale – Unternehmen sollten dennoch nicht darauf vertrauen, dass sich die Cloud-Anbieter darum kümmern.

Anton Hofmeier, Flexera Software.
Anton Hofmeier, Flexera Software.
(Bild: Flexera)
* Der Autor Anton Hofmeier ist Regional Vice President DACH bei Flexera Software.

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